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Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > 1990 - 1999
Januar 1991
Der Januar bescherte uns Aarauern eine recht hohe Zahl von 26 trüben Tagen (= Tage mit mehr als 80 % Bewölkung). Letztmals ist diese Zahl im Dezember 1988 erreicht worden. Tatsächlich liess sich die Sonne im ganzen Monat lediglich während 18 Stunden blicken, wovon ab 11. bis Monatsende nur noch während 2 Stunden! Bis zu diesem Zeitpunkt (11.), der den Monat in zwei unterschiedliche meteorologische Hälften teilte, bewirkte eine ununterbrochene Folge von Sturmwirbeln vom Atlantik her eine kontinuierliche Zufuhr von milder Meeresluft. Die Folge waren ungewöhnlich hohe Temperaturen (Maximum 15.4 Grad am 10.) mit Durchschnittstemperaturen wie in einer normalen ersten Aprilhälfte, mässige Niederschläge in Form von Regen und vereinzelte Windböen. Ab 12. sanken die Temperaturen beträchtlich, und am 13. fiel wieder einmal Schnee. Ein umfangreiches und stabiles winterliches Hoch begann nun den weiteren Wetterverlauf zu bestimmen. Im Gegensatz zur ersten Monatshälfte lagen jetzt die maximalen Tagestemperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Eine hartnäckige Hochnebeldecke versagte uns jeglichen Sonnenschein. Ein paar verirrte Schneeflocken sorgten am 19. und 21. für eine 2 cm hohe Schneedecke. Temperaturen bis zu -7.1 Grad (am 26.) führten bis zum Monatsende dazu, dass in Wald und Feld dann doch noch Stein und Bein gefroren waren, leider ohne Schnee. Der Januar wies nur 3 Schneetage auf.
Februar 1991
Im Februar waren es dann immerhin deren 12, und während 19 Tagen lag eine Schneedecke. Entsprechend tief waren auch die Temperaturen (Minimum von -16.8 Grad am 14.), so dass erstmals seit mehreren Jahren ein Monat wieder ein beträchtliches Wärmedefizit aufwies. (Später war es dann der Mai mit einem noch höheren Wärmedefizit.). An jedem Tag des Monats (ausgenommen 28.) lag die Temperatur einmal unter dem Gefrierpunkt! Nach der hochwinterlichen Witterung mit 33 cm Neuschnee in der ersten Februarhälfte setzte um die Monatsmitte Erwärmung ein, wobei das Tagesmaximum von +14.8 Grad am 25. bereits vorfrühlingshafte Perspektiven eröffnete! Fast täglicher Sonnenschein ab 17., wenn auch manchmal nur für wenige Stunden, erheiterte die nebelgeplagten Gemüter ebenfalls. Die Sonnenscheindauer lag mit 80 Stunden 19 % über der Norm. Zudem fiel nicht einmal die Hälfte der normalen Niederschlagsmenge. Mit dem Februar war nun auch der meteorologische Winter abgeschlossen. Er bescherte uns 26 Eistage (Vorjahr 19, = Tagesmaximum unter 0 Grad) und 69 Frosttage (Vorjahr 52, = Tagesminimum unter 0 Grad), also Rekordzahlen, die schon seit mehreren Jahren nicht mehr erreicht worden sind.
März 1991
Der phänologische Frühling begann schon früh im März, genau am 6. Da hüpfte das Quecksilber am Mittag plötzlich auf 15.9 Grad. Elf Tage später trieben bereits die Blätter der Rosskastanien im Kasinogarten und auf dem Kirchplatz aus. Am 18. sprang das Thermometer auf das Monatsmaximum von 18.1 Grad. wenn man bedenkt, dass das langjährige Monatsmittel bei 4.3 Grad liegt, dann sind dies ungewöhnlich hohe Temperaturen, die normalerweise um Mitte Mai erreicht werden. Grund für die hohen Temperaturwerte waren anfänglich eine mehrtägige Föhnphase, später eine Hochdrucklage mit vier bis fünf sonnigen und recht milden Tagen und dann eine kurze Westwindphase mit den ersten ausgiebigen Niederschlägen (am 22.) und mit Zufuhr recht milder Luft. Ab 23. überfluteten kühlere Luftmassen die Alpennordseite. Schliesslich erreichte uns noch arktische Luft, was vom Gründonnerstag bis Ostermontag zum ersten Mal seit einem Monat zu Nachtfrösten führte, mit einem Monatsminimum von -5.4 Grad am 30. (Karsamstag). Trotz dieses kühlen Abschlusses zählte der erste Frühlingsmonat - zusammen mit dem März 1989 und 1990 - zu den fünf wärmsten seit der Jahrhundertwende - und dies trotz recht trübem Wetter: Die Besonnung betrug nur die Hälfte der Norm, was sich bisher in diesem Jahrhundert im März erst zweimal ereignet hatte.
April 1991
Die Wetterentwicklung im April war ganz typisch uneinheitlich. Die höchsten und tiefsten Monatstemperaturen lagen nach Monatsmitte nur sechs Tage auseinander (+19.5 Grad am 16., -3.4 Grad am 22.). Vom kräftigen Kälterückfall in den letzten Märztagen war in der ersten Monatshälfte nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Die ersten sechzehn Tage waren etwa zwei bis zweieinhalb Grad zu hoch temperiert, die letzten zwei Wochen dagegen um rund drei Grad zu kalt, was dazu führte, dass der April 1991 wie schon seine beiden Vorgänger 1989 und 1990 ein Wärmedefizit aufwies. Die frühaustreibende Buche am Goldernwaldrand öffnete am 7. ihre ersten Knospen (1990 am 23. März, 1989 am 28. März, 1988 am 16. April, 1987 am 17. April), also zu einem "normalen" Zeitpunkt! Am 8. entsprach das Tagesmaximum genau dem langjährigen Mittel von 14 Grad. An diesem Tage steht die Sonne jeweils gleich hoch über dem Horizont wie am 4. September. Infolge der verzögerten Erwärmung der benachbarten Meeresflächen sind jedoch die Temperaturen trotz gleich hohem Sonnenstand im April tiefer als im September. Der Unterschied beträgt normalerweise rund sieben Grad. Dieses Jahr waren es allerdings mehr als doppelt so viel (siehe September!). Die erste prächtige Monatshälfte gipfelte in acht sonnenreichen Tagen vom 9. - 16., in denen wir 83 sonnige Stunden erhielten - fast die Hälfte des gesamten Monatstotals, welches ohnehin 10 % höher war als normal. Entsprechend lag am 16. die Ozonbelastung erstmals über dem Grenzwert. Als am 16. die Aarauer schon im Sommertenue herumspazierten, wurde die Wetterprognose, die Schnee ankündigte, zum Tagesgespräch. Am 17. kam dann tatsächlich vom hohen Norden der Kaltlufteinbruch mit leichtem Schneefall und einem Temperatursturz von zwanzig Grad. Die Frühlingseuphorie vom 9. (Schlagzeile Aargauer Tagblatt: "Der Frühling kommt in Riesenschritten") wurde drastisch gedämpft. Anschliessend blieb der Witterungscharakter unruhig, es blieb kalt, Sonne wechselte ab mit Bewölkung, letzte Schneeriesel fielen am 23. Zweimal waren noch Nachtfröste zu verzeichnen (am 21. und 22.), die letzten dieses Frühjahres. Der April war viel zu trocken; es fielen lediglich 31 mm Niederschläge statt 71 mm.
Mai 1991
Dagegen waren die ersten Tage im Mai eher kühl und regnerisch. Weitere Polarlufteinbrüche bewirkten, dass der Mai um 2.8 Grad gegenüber der Norm zu kalt war und zum kältesten Mai seit fünfzig Jahren gestempelt wurde. Kältere letzte Frühlingsmonate gab es nur noch 1874, 1876, 1879, 1887 (vier innert 36 Jahren im letzten Jahrhundert) sowie 1902, 1939 und 1941 (vier innert 90 Jahren in diesem Jahrhundert). Lange Zeit hielten sich unfreundliche Temperaturen, verbunden mit einem grossen Sonnenscheinmanko, sowie einem 36stündigen Dauerregen am 11./12. mit rund 60 mm, bei einem Monatstotal von 100 mm. Drei Tage vorher wurde die tiefste Monatstemperatur gemessen (+0.2 Grad). Mit Ausnahme des Auffahrtstages (9.), an dem die Sonne entgegen der schlechten Wetterprognosen 10.0 Stunden schien, war die erste Monatshälfte trüb. Dann aber bewirkte ein Ausläufer des Azorenhochs eine rasche Wetterbesserung, und ein Warmluftvorstoss liess die Temperaturen markant ansteigen. Ab 16. lagen die Mittagstemperaturen mit Ausnahme einer geringen Abkühlung am 24. zwischen 16 und 22 Grad. Der 31. gipfelte in einem Höchstwert von 24.4 Grad.
Juni 1991
Vorerst im gleichen Stil begann der Juni. Entsprechend hoch war auch die Ozonbelastung (165 mg/m3 am 1., 142 mg/m3 am 2.) und erreichte Höhen, wie sie nur noch an ein paar Tagen im Juli, August und September gemessen wurden. Rasch wurde der Ausläufer des Hochs, der sonnige Tage und steigende Temperaturen gebracht hatte, abgebaut, und Polarluft löste am 3. und 4. markante Abkühlung Niederschläge aus. Das "Fest der Feste" rückte in greifbare Nähe (7.,8.,9.), doch der Himmel hatte kein Erbarmen: Die 19-Uhr-Temperaturen dieser drei Tage gehörten zu den tiefsten des Juni (12.8 - 14.9 Grad), es fielen zudem noch 19 mm Regen, und die Sonne schien gesamthaft gerade während einer Stunde. Grund genug, um in den Festbeizen noch enger zusammenzurücken und sich gegenseitig zu erwärmen! Kaum war das Fest vorbei, bewirkte ein Vorstoss einer Zelle des Azorenhochs eine Wetterbesserung mit zeitweisem Sonnenschein und Temperaturanstieg, ohne aber zu einer völligen Stabilisierung der Lage zu führen. Denn schon am 16. fielen wieder 31 mm Niederschläge. Die Teilnehmerinnen an den Frauenturntagen in Luzern absolvierten ihre Schlussvorführungen im Sumpf und unter sintflutartigen Regenfällen. Petrus schien den Festen zu grollen. Oder etwa doch nicht? Der Waldumgang der Aarauer Ortsbürger undd ihrer Gäste fand eine Woche später (am 22.) bei herrlichstem Wetter statt. Es war der heisseste Juni-Tag (27.9 Grad). Noch drei Tage vorher hat man die tiefste Temperatur gemessen (4.8 Grad). Bis zum Monatsende war nochmals ein Temperaturrückgang zu verzeichnen, zeitweilig regnete es auch. Doch am "Roggehuse-Zmorge" (30.) war die Festwelt mit einer überdurchschnittlich hohen Sonnenscheindauer von 11.3 Stunden (Monatsdurchschnitt 5.0 Stunden) und einer Mittagstemperatur von 20.2 Grad wieder in Ordnung. Wie schon im Vorjahr wies der Juni gegenüber den Durchschnittswerten zu viel Niederschläge, zu wenig Sonne und zu tiefe Temperaturen auf.
Juli 1991
Anders nun der Juli: Er war zu warm (mit einem beträchtlichen Wärmeüberschuss von 2.3 Grad), sehr trocken (nur 53 % der Norm), sehr sonnig (Sonnenscheinüberschuss von 25 % - im Sommer ein recht beträchtlicher Wert), und er gehört zu den drei wärmsten Juli-Monaten in diesem Jahrhundert (1983: vierwöchige Hitzeperiode, 1952: anfangs Juli registrierte die damalige Aarauer Messstation an der Schanzmättelistrasse eine Höchsttemperatur von 38.8 Grad!). Es gab sechs Tropentage (Maximum 30 oder mehr Grad), der heisseste war der 11. mit 33.4 Grad. Nur der 1. schloss sich mit dem Temperaturminimum von 8.1 Grad noch dem Juni an. Aber dann erwärmte sich die Luft zusehends, was auch im Hinblick auf den Maienzug von Bedeutung war. Mit 28.3 Grad noch um 19 Uhr und einer Maximaltemperatur von 30.0 Grad wird er als Schönwetter Maienzug in die Geschichte eingehen. Die Wetterkommission hatte bei dieser hochdruckbestimmten Wetterlage leichtes Spiel! Ab Monatsmitte gingen die Temperaturen leicht zurück. Auch fielen fast alle Niederschläge in der zweiten und dritten Monatsdekade, mehr als ein Drittel der monatlichen Regenmenge am 26. und am 31., dem Jugendtag auf dem Rütli, an dem es zudem unternormal kühl war. Von Lokalgewittern sind wir trotz zeitweise hohen Lufttemperaturen verschont geblieben, ausgenommen am 7. und 23., wobei aber nur 2-3 mm Regen fielen.
August 1991
Der erste Tag im August war mit 16.6 Grad Mitteltemperatur der kühlste des Monats, eine Folge des Wetterumschlags von Ende Juli. Aber dann schlug nach dem bereits hochsommerlichen Juli der August unter andauerndem Hochdruckeinfluss alle Rekorde. Er bescherte uns 50 % mehr Sonne als normal, was heisst, dass in Aarau die Sonne pro Tag durchschnittlich 8.5 Stunden schien. Es fielen im ganzen Monat nur 7 mm Regen (normal 113 mm). Seit Messbeginn im Jahre 1864 dürfte einzig der August 1893 noch trockener gewesen sein. Die Temperaturnorm wurde um ganze 3.0 Grad überschritten; es resultierten daraus 25 Sommertage (Temperatur 25 Grad und mehr), wovon 5 Tropentage. Der höchste Wert wurde am 7. mit 33.3 Grad gemessen. Als Mass der schönen Sommertage dient der Faktor 30 als Summe der mittleren Tagestemperatur in Grad plus die Zahl der Sonnenstunden. Im August wurde dieser Faktor an 13 Tagen erreicht (1990 an 10, 1989 an 7), im Juli übrigens an 18 Tagen. Nur noch in den Jahren 1947, 1944 und 1911 sind die hohen Temperaturen des diesjährigen August übertroffen worden. Der Ozon-Grenzwert der Luftreinhalteverordnung wurde an elf Tagen überschritten.
September 1991
Auch im September überwog - wie schon in den beiden vorangegangenen Hochsommermonaten - der Hochdruckeinfluss. Am 5. wurde die Maximaltemperatur von 28.7 Grad erreicht, am 4. 28.6 Grad, also gegenüber dem Tag mit dem gleichen Sonnenstand (8. April, siehe April) 15 Grad höher. Am 11. regnete es wieder einmal, und zwar 21 mm, also mehr als es in den vergangenen sieben Wochen im gesamten geregnet hatte. Es begann sachte um 14.30 Uhr, aus heiterem Himmel, die Sonne schien sogar noch. Um 17.00 Uhr goss es wie aus Kübeln, gerade zum Zeitpunkt, als sich die freisinnige Stadtpartei vom Schachen ins Baugelände des zweiten Stadttunnels aufmachte. Gummistiefel waren gefragt - etwas ganz Ungewöhnliches nach diesem Schönwetter-Hochsommer. Im Übergang zur zweiten Monatshälfte brachten erneut Hochdruckzellen sonniges und wieder für die Jahreszeit recht warmes, aber infolge einzelner aus Norden vordringender Störungsausläufer wechselhaftes Wetter, mit zunächst nur geringen Niederschlägen. Erst in der Nacht zum 23. löste kalte Meeresluft kräftige Niederschläge aus, und es trat eine merkliche Abkühlung auf. Dann folgten noch drei schöne milde Tage, bevor mit Beginn des MAG am 26. um 9 Uhr der Wettersturz erfolgte (5.8 Grad Minimaltemperatur am 28.), der den Übergang vom Spätsommer zum Herbst markierte. Während des MAG fielen mehr als ein Drittel der gesamten Monatsniederschläge, die sich jedoch sonst in normalem Rahmen hielten. Weil die Sonne auch einen Drittel länger schien als normal, so war die monatliche Mitteltemperatur 2.8 Grad zu hoch.
Oktober 1991
Der Oktober war etwas zu trocken (Niederschlagsmenge 74 % der Norm), er wies einen geringen Sonnenüberschuss von 7 % auf und war 0.2 Grad zu kalt. Das Temperaturmaximum von 19.8 Grad am 5. war bereits bedeutend kleiner als im Vormonat. Ab 3. traten die ersten kühlen Nächte des Herbstes auf, und am 22. war der erste Nachtfrost zu verzeichnen. Am 23. sank das Thermometer frühmorgens auf -3.8 Grad, also alles viel tiefere Temperaturen als im Vorjahr. Dieser erste grosse Kaltlufteinbruch brachte sogar Schnee bis auf 700 m herunter. So tiefe Temperaturen für den Oktober stellen ein sehr seltenes Ereignis dar, das in diesem Jahrhundert erst drei - oder viermal beobachtet worden ist. Trotz des etwas schwer prognostizierbaren Wetters in diesem Monat der Übergangsjahreszeit konnten die Trauben im Ortsbürger-Rebberg in Herznach zum besten Zeitpunkt (am 10.) und unter vorzüglichen Bedingungen (6.2 Stunden Sonne und mit 19.7 Grad Nachmittagstemperatur der zweitwärmste Tag des Monats) geerntet werden. An den letzten fünf Tagen des Monats blieb es kühl (Mitteltemperaturen um 5-6 Grad), bei häufiger Nebelbildung und totaler Absenz der Sonne.
November 1991
Anfangs November lag Aarau zunächst im Bereich einer sehr milden Südwestströmung, mit der die Maximaltemperatur von 17.0 Grad erreicht wurde (am 3.). Diese Warmluft wurde dann durch polare Luftmassen abgelöst. Dabei fielen wieder einmal etwas ergiebigere Niederschläge. Hernach folgte auf mildere Meeresluft wieder ein neuer Kaltluftschub, der am 11. das Thermometer auf - 2.7 Grad sinken liess. Dann kamen nochmals zwei warme Tage, und am 13. stieg die Nachmittagstemperatur auf 12.9 Grad. In der folgenden Nacht regnete es 25 mm, ein Viertel des gesamten Monatstotals, das im übrigen 34 % über der Norm lag. Fast die gesamte Niederschlagsmenge fiel in der ersten Monatshälfte. Der unruhige Wetterablauf setzte sich auch in die zweite Monatshälfte hinein fort. Erst zu Beginn der letzten Novemberdekade bahnte sich eine völlige Umstellung an: Hochdruckwetter war Trumpf, mit unserer berühmten dicken Hochnebeldecke über Aarau. Ihre Obergrenze lag anfänglich (am 26.) auf 600 m Höhe und wurde dann durch eine einsetzende leichte Bise bis in den Dezember hinein etwas vom Boden abgehoben. Wer über freie Zeit verfügte und Sehnsucht nach der Sonne hatte, dem lachte sie noch bis Ende Monat auf der Rohrerplatte und auf der Geissfluh im nahen Jura entgegen.
Dezember 1991
Der Wetterablauf im Dezember ist durch drei schroff getrennte Abschnitte charakterisiert: Erstens Hochdruckwetter bis zur Monatsmitte, das uns weiterhin eine Hochnebeldecke bescherte, die sogar hin und wieder aufriss und die Sonne durchscheinen liess. Ein Kaltluftschub drückte die Temperatur am 14. auf die Minimaltemperatur von -6.7 Grad hinab. Zweitens eine stürmische West~ und Nordwestlage mit vereisendem Regen am 17. und Glatteisunfällen. Im Wechsel zwischen Warm~ und Kaltluft war das Wetter bis an Weihnachten sehr unbeständig. Es war relativ mild. Am 20. und 21. (Weihnachtsbaumverkauf im Kasernenhof!) fiel mit einem Polarlufteinbruch etwas Nass-Schnee, später Regen, ein Vorgang, der sich bis auf 2000 m Höhe fortsetzte, wodurch in der Schweiz Lawinenniedergänge, Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst wurden. Und drittens wieder eine Hochdrucklage während den letzten paar Tagen des Jahres, die erneut tiefere Temperaturen bewirkte, ohne dass jedoch Schnee gefallen wäre. Noch fehlte in diesem Winter eine Schneedecke, um sich auch in Aarau den Winterfreuden hinzugeben, ganz im Gegensatz zu den Alpenregionen, wo Neuschnee und Sonne das Skifahren zum Traum werden liessen. Der Monat war um 50 % zu nass, punkto Sonne entsprach er dem langjährigen Durchschnitt, war aber um 1.0 Grad zu kalt. Ohne Schnee und mit einer Hochnebeldecke bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ging ein abwechslungsreiches Jahr (66 Sommertage und 98 Frosttage) zu Ende, das uns mit seinem Traum-Sommer in bester Erinnerung bleiben wird, im übrigen aber für Aarau - ganz im Gegensatz zu den meteorologischen Ausschlägen in weiten Teilen des Landes - keine extremen Wetterereignisse brachte.