Aarauer Wetter Rückblende

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1992

Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > 1990 - 1999

Januar 1992

Im Januar ging's im gleichen Stil weiter, wie das alte Jahr aufgehört hatte: Dominierender Hochdruckeinfluss und lediglich an drei Tagen eine Schneedecke. Dementsprechend ausgeprägt war auch das Niederschlagsdefizit: Es fielen nur 20 % der normalen Niederschlagsmengen. Die bei solcher Wetterlage übliche Hochnebeldecke riss auch hie und da einmal auf, so dass wir immerhin in den Genuss von 48 Stunden Sonne kamen, was über der Norm liegt. So stieg dann das Thermometer am 9. auf 9.6 Grad. Die Wettertafel in der Bahnhofunterführung Ost zeigte sogar schon am 8. diesen Wert, so dass es dort am 9. noch wärmer gewesen sein muss. Es waren in der Tat geradezu frühlingshafte Tage. Dies änderte sich aber bald, als kurz darauf Schnee fiel, der aber in der Stadt dahinschmolz, während nun der nahe Jura erstmals eine Schneedecke von 10 - 15 cm aufweisen konnte. Hinter dieser Störungszone baute sich bald wieder ein neues Hochdruckgebiet auf, mit Hochnebel und zeitweisem Sonnenschein. Eine kurze Störung brachte in der Nacht zum 20. wieder etwas messbaren Schnee, der nun endlich eine zusammenhängende Schneedecke bilden konnte, aber auch nur für drei Trage und nur 7 cm hoch (am Kurt Kim-Weg). Wo sie liegen blieb, beispielsweise auf den Waldwegen, erstarrte sie bald zu Eis, da eine zügige Bisenströmung Kaltluft zuführte. Dies hatte nächtliche Tiefsttemperaturen bis -11.3 Grad (am 24.) zur Folge. Bis zum Monatsende waren die Temperaturen immer noch unter Null, doch riss an einigen Tagen (30. und 31.) die Nebeldecke sogar schon am Morgen auf. Ein angenehmer Monat mit ausgiebigen Hochdrucklagen, einigen geschenkten Sonnentagen bei mehrheitlich Hochnebel und mit viel zu wenig Schnee war vorüber. Das Schneedefizit im Januar ist aber seit 1988 überhaupt kein seltenes Ereignis mehr!


Februar 1992

Der Februar begann sehr sonnenarm, denn in den ersten fünfzehn Tagen schien die Sonne nur gerade 11 Stunden. Zudem lag an fünf Tagen Reif, und an acht Tagen war der Boden mit Schnee bedeckt. Durch den kontinuierlichen Hochdruckeinfluss in den letzten zehn Tagen ist das Sonnenscheindefizit der ersten Monatshälfte mehr als kompensiert worden, so dass noch ein Überschuss von 21 % resultierte. Punkto Niederschläge hielt Aarau von allen Mittellandstationen den Rekord. Während generell das Mittelland unternormal Niederschläge erhielt, wurde in Aarau die durchschnittliche Menge um 10 mm überschritten, obwohl auch hier die letzte Monatsdekade völlig niederschlagsfrei war. Diese Periode begann wegen eines weit nach Norden ausgreifenden Hochdruckaufbaus im Westen des Kontinents mit dem intensivsten Kaltlufteinbruch des ganzen Winters (am 20. mit -12.9 Grad). Dieses kalte Hochdruckwetter hielt einige Tage an, bis ein Störungsausläufer rasche Wiedererwärmung zur Folge hatte, welche dazu führte, dass sich Ende des Monats (29.) sogar sonniges und mildes Vorfrühlingswetter durchsetzte (+13.0 Grad). Zudem liess sich am Monatsende einer der höchsten Barometerstände seit 1901 messen, und das Monatsmittel war seit 33 Jahren nie mehr so hoch (980.8 hPa). Die überaus hohen positiven Luftdruckabweichungen sind übrigens ein Charakteristikum aller drei vergangen Wintermonate. Der meteorologische Winter, der nun mit dem Februar abgeschlossen ist, war wiederum sehr kalt, reichte es doch zu 19 Eistagen (Vorjahr 26, mit Tagesmaximum unter O Grad) und 75 Frosttage (Vorjahr 69, mit Tagesminimum unter 0 Grad). Zahlen, die vor 1991 während mehreren Jahren nie erreicht worden sind.


März 1992

Im März denkt man an Blütenstaub, doch diesmal gab es an sechzehn Tagen Niederschläge in Form von Regen, z.T. mit Schnee vermischt. Vor allem gegen die Monatsmitte löste eine sich am Alpenkamm stauende Nordwestströmung ergiebige Regenfälle aus (zwei Drittel der Norm in drei Tagen), während in den Alpen intensive Schneefälle bis zum Monatsende die Decke zu Rekordhöhen anwachsen liessen. Eine Schneehöhe auf dem Säntis von 5.3 m am 31. darf doch wohl auch in einem Aarauer Rückblick Erwähnung finden! Im übrigen musste der SAC Aarau im März alle Skitouren wegen schlechten Wetters und kritischer Schneeverhältnisse absagen! Mit den vielen Störungsausläufern der intensiven Zyklonentätigkeit im Norden Europas waren aber nicht nur übernormale Niederschläge verbunden, sondern auch Sonnenmangel. Dennoch resultierte ein milder erster Frühlingsmonat, der gegenüber der Norm um 1.4 Grad zu warm war, mit Temperaturspitzen am 2. mit -3.1 Grad und am 21. mit +16.9 Grad, beide Extreme aber moderater als im Vorjahr, als der Temperaturüberschuss sogar 2.6 Grad betrug. So trieb die Rosskastanie auf dem Kirchplatz fast zwei Wochen später aus als 1991, nämlich um den 30., als die Nachmittagstemperatur sprunghaft auf 13.0 Grad kletterte und die Sonne fast 7 Stunden lang schien.


April 1992

Bereits die ersten fünf Tage des Aprils (ausgenommen der 1.) übertrafen die Niederschlagsnorm des ganzen Monats. Zudem wurde am 2. die tiefste Temperatur des Monats gemessen (-1.8 Grad). Der Waldarbeitstag im Gönhardwald (am 4.) fiel buchstäblich ins Wasser. Am Vortag regnete es ununterbrochen (46 mm). Nachdem ab 13. nochmals zwölf Regentage zu verzeichnen waren, betrug der Niederschlagsüberschuss schliesslich 56 %, eine Folge der häufigen Frontdurchgänge und Kaltluftvorstösse. Der April hat damit zusammen mit dem nassen März die Wintertrockenheit ausgeglichen. Demgegenüber blieben Sonnenscheindauer und Temperaturen über das Ganze gesehen im Rahmen der langjährigen Mittelwerte. Die Temperaturen stiegen ab Monatsmitte bis zum 25. ständig an, als ein Maximum von 26.0 Grad) erreicht wurde, ein Höchstwert seit mindestens zehn Jahren. Wer wollte und konnte, nahm anderntags das Sonntagszmorge auf dem Gartensitzplatz ein. Im übrigen machte der April seinem Namen alle Ehre, war er doch launisch und wetterwendisch, aber doch nicht so, dass es noch einmal zu einem weissen Flockengewirbel gekommen wäre - was immerhin eine Ausnahme ist! Das Auf und Ab von Temperatur und Sonnenschein und die raschen Wetterwechsel liessen die frühaustreibende Buche am Goldern-Waldrand (am Werner Wehrli-Weg) ihre Blätter nur zögernd entfalten. Zaghaft begann das Spriessen im untersten Kronenteil am 13., aber noch an Ostern (19.) waren bis zur Mitte hinauf nur vereinzelte Zweige belaubt, und von weitem schien die Buche noch braun. Der ganze Wachstumsprozess war gegenüber den beiden Vorjahren um vierzehn Tage verspätet. Auch die Traubenkirschen im Bereich der Suhremündung (Aare) standen erst am 27. voll in ihrer weissen Blütenpracht.


Mai 1992

Der schöne Monat Mai, auch "Wonnemonat" genannt (althochdeutsch Winni-Munat, Winni = Weideplatz; man trieb das Vieh erstmals auf die Weide. Später Wunna-Monat, woraus "Wonne" entstand) begann zwar kühl (+1.4 Grad am 1.) und regnerisch und gehörte noch zu der dieses Jahr besonders aktiven Periode des "Aprilwetters", aber dann dominierte eine längere, recht stabile Situation das Wettergeschehen. Abgesehen von einem schwachen, nur während eines Tages (11.) aktiven Niederschlagsfeld war es bis zum 26. sonnig und recht warm (29.0 Grad am 15.), mit einem kurzen Gewitter und 5 mm Regen am 20., was Unentwegte aber nicht davon abhielt, auf der Zurlindeninsel an einer interessanten ornithologischen und botanischen Exkursion eines bekannten Aarauer Arztes teilzunehmen. Die letzten sechs Maitage brachten nach dem Abbau des alten, den Westwind blockierenden europäischen Hochdruckgebietes etwas Westwindwetter mit 20 mm Regen (die Hälfte der gesamten Mai Regenmenge), ausgelöst durch verschiedene Regenfronten und durch einige Gewitter. Zwischendurch war es immer wieder sonnig und warm, so dass auch die Auffahrtsveranstaltungen am 28. unter besten Voraussetzungen abgehalten werden konnten. So war der Mai trotz allem sehr sonnig (122 % der Norm), recht warm (2.0 Grad über der Monatsnorm) und niederschlagsarm (nur 43 % der Norm). Nach dem Mai 1991, dem kältesten seit 50 Jahren, eine Überraschung! Es blieben eben 1992 die Polarlufteinbrüche aus (und damit auch Nachtfröste und die "Eisheiligen"), dafür gab es starken Südwestwind mit Warmlufttransport. Leider begünstigte das warme und trockene Wetter auch die Vermehrung und das Ausschwärmen der Borkenkäfer.


Juni 1992

Einmal mehr trumpfte der Juni mit instabiler Witterung auf. In der zweiten Juniwoche erlebten wir eine fast herbstlich anmutende Wetterlage mit einer stark dunstgetrübten Luft. Die Temperaturspitze am 30. (28.8 Grad) erreichte nicht einmal ganz den Maximalwert vom Mai, doch war das Temperaturniveau des ganzen Monats ungefähr normal. Defizitär hingegen war die Besonnung - es fehlten 38 Sonnenstunden bis zur Norm -, und die Regenmenge übertraf das normale Mass um 13 % (wie schon in den beiden Vorjahren). Immerhin gab es acht Sommertage (Temperaturmaximum bei 25 Grad oder höher), verteilt auf den Monatsanfang, die Monatsmitte und das Monatsende. So stand auch die erstmals wieder einmal als Freiluftveranstaltung im Roggenhausen durchgeführte Ortsbürger-Gemeindeversammlung am 15. unter einem guten Stern, verzeichnete man doch an diesem Abend die höchste 19-Uhr-Temperatur des Monats, nämlich 25.6 Grad. Gartenschwimmbäder konnten erstmals benützt werden, doch nicht sehr lange, denn am 19. folgte ein Temperatursturz auf 11.0 Grad um die Mittagszeit. Der Waldumgang am 20. fand denn auch am zweitkältesten Tag des Monats statt, womit sich der Weinnachschub problemlos bewältigen liess, jedoch heisser Kaffee gefragt war. Nach kurzer Wetterberuhigung und Wiedererwärmung löste feuchte Mittelmeerluft in der Nacht vom 24./25. intensive gewittrige Niederschläge aus (56 mm). Vor Monatsende weitete sich ein Hoch in den Kontinent hinein aus und sorgte am Monatsende nochmals für einige sonnige und sommerliche Tage, was das bisher entstandene Temperaturdefizit kompensierte.


Juli 1992

Obwohl der Juli kühl begann, hatte Petrus am Maienzug (3.) mit den Aarauern ein Einsehen. Da brachte nämlich ein kleines Zwischenhoch einen sonnigen Tag (9.8 Stunden Sonne) und Wiedererwärmung. Die Wetterstation beim Zelglischulhaus - sie liefert für den nahegelegenen Festplatz Schanzmätteli wohl die verlässlichsten Angaben - verzeichnete zur Zeit des Kanonendonners am Morgen früh 12 Grad, um die Mittagszeit 24 Grad und um 18 Uhr sogar 28 Grad. Daraus wurde ein Bilderbuch-Maienzug! Vor und nach dem schönsten Tag der Aarauer war es kühl und regnete sogar zeitweise. Auch der Vorabend war punkto Stimmung und Wetter heiter. Aber auch der Ozongehalt der Luft stieg so erstmals zu einem Spitzenwert von 143 mg/m3 an. Entsprechend der Wettersituation wurde dieser in der zweiten Monatshälfte mehrmals überschritten. Denn der Juli war meteorologisch gesehen ein zweigeteilter Monat. In der ersten Hälfte sorgten von feuchter Luft erfüllte und sich nur langsam bewegende Tiefdruckzonen für kühle und sonnenarme Witterung mit häufigen Niederschlägen. Hochnebelartige Bewölkung gab der Witterung mitten im Sommer einen herbstlichen Anstrich. Die tiefste Temperatur wurde mit 11.7 Grad am 13. gemessen, richtige Landregen liessen keine überschwängliche Ferienstimmung aufkommen. Beim bisher schwersten Unwetter des Sommers am 21. mit heftigen Sturmböen und Hagel kam Aarau noch glimpflich davon. Bald nach Monatsmitte setzte sich der Hochdruckeinfluss, von nur kurzen Gewitterstörungen unterbrochen, voll durch. Damit war die Umstellung auf hochsommerliche Verhältnisse mit recht warmem, sonnigem und überwiegend trockenem Wetter vollzogen. Die höchste Temperatur wurde am 30. mit 32.7 Grad gemessen. Die letzte Monatsdekade brachte es noch auf fünf Tropentage (Maximum über 30 Grad) und elf Sonnentage. (Vorjahr 23; Maximum über 25 Grad). Die monatliche Sonnenscheindauer war normal (dank der zweiten Monatshälfte), jedoch ergab sich ein Niederschlagsdefizit von 21%. Die Temperatur war allgemein zu hoch; es ist nun schon das elfte Jahr mit einem zu warmen Juli (Treibhauseffekt!).


August 1992

Mit dem August zog sehr heisses, sonniges Hochsommerwetter ins Land. Wie andernorts dürfte es auch in Aarau der wärmste Monat zumindest seit 1901, eventuell schon seit 1864 gewesen sein. Das Temperaturmittel lag 3.6 Grad über der Norm, die Sonne schien fast ein Drittel länger als normal. Es waren elf Tropentage und zwanzig Sommertage zu verzeichnen. Am Abend des Nationalfeiertages war es trocken und 25.6 Grad warm, nachdem noch am Nachmittag eine Gewitterfront angerückt war. Doch dann sorgte eine eher ungewöhnliche Aufhellungszone hinter der Gewitterfront rasch wieder für hochsommerliches Wetter. Dabei lagen die Ozonwerte sehr hoch. In der Smogphase vom 6. bis 9. war Aarau am Bildschirm mehrere Male schweizerischer Smog-Leader (am 6. mit 171 mg/m3), ebenso später am 20. mit 187 mg/m3. Mehrmals wurde der Grenzwert um rund 50 % überschritten. In diese Zeit fiel auch die höchste Temperatur des Jahres (33.8 Grad am 8.). Nach der subtropischen Warmluft, deren Wirkung durch Föhneinfluss noch verstärkt worden war, drang kühlere Luft aus einem westeuropäischen Störungsgebiet in unser Land ein. Diese Entwicklung hatte am 15. eine Minimaltemperatur von 9.3 Grad zur Folge. Aber schon entstand wieder ein von den Azoren nach Osteuropa reichendes Hochdruckband mit sonnigem und bald wieder sehr warmem Wetter. Schliesslich beendete ein Kaltlufteinbruch mit kräftigen Niederschlägen am Monatsende den Sommer termingerecht. Mehr als' die Hälfte des ganzen Monatsregens fiel in den letzten Tagen, womit das August-Regenmanko noch etwas aufpoliert wurde. Der meteorologische Sommer (Juni, Juli, August) gehört hinter 1947, 1983 (am 31. Juli 36 Grad) und 1952 zu den wärmsten der Messreihe.


September 1992

Zu Beginn des Septembers machte sich noch der erwähnte Wettersturz beim Übergang vom Sommer zum Herbst einige Zeit bemerkbar. Der Griff in den Kleiderkasten mit der Winterausrüstung schien angebracht. Ein Schub polarer Meeresluft liess die Temperatur am 6. bis auf 2.9 Grad sinken. Die zweite Dekade wurde zur wärmsten des Monats, bis nach dem Temperaturmaximum von 24.6 Grad am 22. die Wetterlage etwas instabil wurde. Die Tages-Maximaltemperaturen waren 5 - 10 Grad tiefer als vorher, und gegen Ende des Monats regnete es zudem noch beinahe die Hälfte des Monatstotals, das ohnehin nur 53 % der Norm betrug. Der erste Herbstmonat hatte keinen einzigen Sommertag aufzuweisen, gegenüber dreizehn im Vorjahr. Trotz des überwiegend veränderlichen Witterungscharakters lag die Durchschnittstemperatur knapp über den langjährigen Werten, wie dies übrigens seit dem Februar immer der Fall war. Seit Mai regnete es auch gesamthaft weniger als normal, und die Sonnenscheindauer entsprach der Norm - alles gute Voraussetzungen für einen kräftigen Wuchs, gute Blüte und hervorragenden Ertrag der Aarauer Ortsbürgerreben in Herznach.


Oktober 1992

Am ersten Tag im Oktober fand denn auch der Läset im Aarauer Rebberg statt. Es war, als ob der Rebmeister vorausgesehen hätte, dass ein sonnenarmer (35 % der Norm!) Oktober mit gegenüber dem langjährigen Durchschnitt um 60 % höheren Regenmengen bevorstand. Ein Zuwarten hätte also keine Qualitätssteigerung mehr gebracht. Der Tag, an dem die Weinlese stattfand, war der wärmste des Monats (18.8 Grad). Dann aber sank die Temperatur kontinuierlich bis auf -2.4 Grad (am 19.), mit den ersten Nachtfrösten. Nachher blieb es bis zum Monatsende kühl, es fielen in zehn Tagen mehr Niederschläge als im langjährigen Durchschnitt des ganzen Monats. Ein Weststurm erreichte am 25./26. annähernd Orkanstärke, und wenn uns ein kleines Zwischenhoch am 29. nicht noch 6.5 Stunden Sonne gebracht hätte, dann wäre dieser Monat zum trübsten Oktober des Jahrhunderts geworden. Aber als ausgesprochener Schlechtwettermonat geht er so oder so in die Geschichte ein. Die Sonne schien 29 Stunden. Der bisher sonnenärmste Oktober in diesem Jahrhundert war 1939 mit 35 Stunden!


November 1992

In ähnlicher Weise brachte der November die Fortsetzung: Ein weiterer nasser (247 % der normalen Regenmenge!), sonnenscheinarmer (52 % der Norm), aber sehr milder Monat. Den Bäumen tat es gut, vor Wintereinbruch tüchtig eingewässert zu werden. Die Temperatur sank nie tiefer als -1.3 Grad (am 14.), und der Monatsdurchschnitt lag mehr als drei Grad höher als normal (6.9 statt 3.7 Grad). Es waren 26 trübe Tage, d.h. Tage mit mehr als 80 % Bewölkung. Begann der November anfänglich noch ruhig und ohne viel Niederschläge, so setzte am 10. eine lange Regenperiode ein (am 15./16. fielen innert 24 Stunden 34 mm Regen), die bis zum Monatsende dauerte und unter kontinuierlicher Zufuhr milder Meeresluft mit relativ hohen Temperaturen endete (13.5 Grad am 26.), die denjenigen einer normalen Oktobermitte entsprechen. Vorherrschend nasses, mildes Westwindwetter charakterisierte den November.


Dezember 1992

Wer dem Dezember eine Besserung zutraute, der täuschte sich. Jedenfalls setzte sich das aussergewöhnlich schlechte Wetter der beiden letzten Herbstmonate (Oktober, November) zunächst mit einer milden Westströmung (11.9 Grad am 3.) und dann mit einem zum Mittelmeer ausgreifenden Polarluftschub, verbunden mit intensiven Niederschlägen (21 mm am 12.), ungebrochen in den Winter hinein fort. Dann, gegen Monatsmitte, begann sich eine Hochdrucklage abzuzeichnen, die das Geschehen bis zum Jahresende - und darüber hinaus - dominierte. Die Folge waren ab 13. eine absolute Trockenheit und die sattsam bekannte Nebelsuppe von Aarau, die nur an zwei Tagen (22. und 28.) von Sonnenstrahlen durchbrochen wurde. Dementsprechend lag die monatliche Besonnung nur bei 53 % der Norm. Am Weihnachtsbaumverkauf im Kasernenhof war es recht kalt (-2.6 Grad am 19.). Vor Weihnachten kam es vorübergehend zu einem Bewölkungsaufzug, jedoch ohne Niederschläge, sowie nach den Festtagen zu einem Kaltlufteinbruch (Minimaltemperatur -5.8 Grad am 29.) mit Aufhellungen (am 28. war es sogar schon am Morgen früh hell, nach einer sternenklaren Nacht). Die bewaldeten, Aarau nahen Jurahänge trugen oberhalb von 500 m ein weisses Kleid, jedoch nicht aus Schnee, sondern als Rauhreif. Schnee war auch dieses Jahr am Jahresende keiner vorhanden. Seit dem 18. Februar hatte es nie mehr geschneit!

letzte Aktualisierung: 08 Jan 2012

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