Aarauer Wetter Rückblende

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1993

Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > 1990 - 1999

Januar 1993

Schon der Januar brachte rekordträchtige Ereignisse, wie Rekordwärme, Rekordtief, kein Schnee. Zuerst setzte sich die Trockenheit, die noch vor Mitte Dezember 1992 begonnen hatte, bis am 8. fort. Der Neujahrsempfang im Untern Rathaus ging bei -5 Grad und einer alles durchdringenden Bise über die Bühne. Die tiefste Temperatur wurde am 4. mit - 11.9 Grad erreicht. Leider fehlte die andere Hälfte eines richtigen Winters, nämlich der Schnee. Es gab einen einzigen Tag im Januar mit einer weissen Decke, und dies war der 26. mit 3 cm! Und ein weiterer Rekord: Am 12. zeigte das Thermometer + 14.8 Grad. War der Frühling angesagt? Noch nie seit 1901 (Beginn der Temperaturmessungen) sind im Januar höhere Temperaturen gemessen worden. Der Wetterumschlag begann am 8. (Vollmond ! Als ob er dran schuld wäre!), als sich ein Sturmtief zwischen Island und Schottland aufbaute, wie es "seit Menschengedenken" nicht registriert worden ist. Es war umgeben von starken Winden, die die Zufuhr von subtropischer Warmluft nach Mitteleuropa bewirkten. Die Föhntendenz hielt zudem den Regen zurück und sorgte für einen zusätzlichen Temperaturanstieg auf +14.8 Grad, Temperaturwerte, wie sie normalerweise im März zu erwarten sind. Das ungewöhnliche Wetter bewirkte auch heftige Böen. Nennenswerte Sturmschäden im Wald waren aber glücklicherweise nicht zu verzeichnen. Die milde Meeresluft bestimmte dann während fast drei Wochen den Wetterablauf. Erst am 25. brachte frische Polarluft wieder beträchtliche Abkühlung. lm Durchschnitt war der Januar um 3.6 Grad zu warm! Es war der zweitwärmste seit 1864; nur 1975 war er noch etwas wärmer als diesmal. Es war auch zu trocken; es fiel nicht einmal die Hälfte der normalen Niederschlagsmenge.


Februar 1993

Der Februar begann mit einer stabilen Hochdrucklage. Dies bedeutete: weiterhin kein Schnee. Seit dem 18. Februar 1992 (!) hatte es nie mehr richtig geschneit, sieht man von ein paar sehr kurzen und erst noch nassen lntermezzi ab. Es bedeutete auch: Hochnebel, der sich aber immerhin an einigen Tagen lichtete, manchmal schon im Laufe des Vormittages, manchmal auch erst am späteren Nachmittag. Dann konnte man jeweils sehen, wie die oberen Lagen des nahen Juras mit Raureif "überzuckert" waren. Ein herrlicher Anblick l Für höhere Lagen war es also ein sonniger Februar. Glück hatte, wer die Sportferien in den Bergen verbrachte! Ab 16. erfolgte eine massive Wetterumstellung: Störungszonen bauten das alte Hoch ab, und es kam zu Schneefällen, den ersten seit einem Jahr! Sie gingen allerdings bald in Regen über. Dann kam aber ein zweiter Schub von Schnee. Die Temperatur sank auf - 9.5 Grad (am 23.), und es lag nun während drei Tagen eine geschlossene Schneedecke von einigen Zentimetern. Zudem war es wolkenlos. lm Jura drüben war die Schneedecke höher, hier herrschte richtiges Bilderbuchwetter. Es fielen nur 19 % der normalen Niederschlagsmenge, und zwar nur an sechs Tagen etwas Schnee.


März 1993

Märzenstaub bringt Gras und Laub." Die seit Mitte Dezember 1992 andauernde Trockenheit hat sich auch in den Frühling hinein fortgesetzt. Der März war mit 28 % des Normalwertes viel zu trocken, hingegen entsprach die Mitteltemperatur der Norm, obwohl nach der Monatsmitte Temperaturen herrschten wie im Mai (20.5 Grad am 18.). Diese ungewöhnlich hohen Temperaturwerte verharrten sogar während einigen Tagen. Zum Vergleich: 1990 zeigte das Thermometer zur gleichen Zeit sogar 22.6 Grad an. Dagegen war die erste Monatsdekade ziemlich kalt. Ebenso die Tage von 25. - 28., als mit dem Einbruch arktischer Luftmassen nochmals ein Rückfall in den "Winter" (1 cm Schnee !) stattfand, bevor der Monat mit zwei milden Tagen zu Ende ging, während denen die Rosskastanienbäume im Kasinogarten und auf dem Kirchplatz ihre Blattknospen öffneten.


April 1993

Der April zerfiel in zwei wettermässig sehr unterschiedliche Abschnitte. In den ersten zweieinhalb Wochen brachte Meeresluft recht hohe Niederschlagsmengen, fast so viel wie üblicherweise im ganzen Monat. Allerdings führte ein kurzer Polarluftvorstoss und ein Zwischenhoch mit Aufheiterung in der Nacht vom 4. zum 5. zu Nachtfrost, wobei das Thermometer auf -1.3 Grad fiel. Es war die letzte Minustemperatur bis am 18. November. Ein Glück für den Obstbau und den Aarauer Rebberg in Herznach! Ein anderes flaches Zwischenhoch sorgte am Karfreitag (9.) für überwiegend sonniges Wetter; die Sonne schien fast zehn Stunden, und das Thermometer kletterte auf fast 16 Grad. Ein erneuter Einbruch feuchter Meeresluft löste aber schon am Folgetag wieder eine Wetterverschlechterung aus und führte zu trübem und regnerischem Osterwetter, wobei es am Ostermittag immerhin 11.8 Grad warm war. Richtig warm wurde es am 20., mit 21 Grad noch um 19 Uhr. Dies brachte am Folgetag auch die frühaustreibende Buche am Goldern-Waldrand (Werner-Wehrli-Weg) zur vollen Blattentfaltung, während noch drei Tage vorher nur ihre untere Kronenhälfte zu nur zirka 40 % Prozent belaubt war. Die Natur war nun voll im Ergrünen. Die Erwärmung dauerte bei langanhaltender Föhnlage bis Monatsende an, und es kam zu frühsommerlichen 13-Uhr-Temperaturen zwischen 17 und 25 Grad und einer Maximaltemperatur von 26.7 Grad am 27. Fast ein Rekord, wenn nicht im April 1934 sogar ein Tropentag (30 Grad) zu verzeichnen gewesen wäre. Die warme, südliche Luft stammte direkt aus Nordafrika, was sich auch durch Wüstenstaub in der Atmosphäre manifestierte. Wer am 27. über die Aare gegen den Jura blickte, konnte diesen trüben Luftschleier unschwer erkennen. Selbstverständlich war auch noch viel Blütenstaub dabei. Am 29. brach der Föhn zusammen, die Druckverteilung wurde flach, und als Folge davon entstanden einige Gewitter. Der April war 2.1 Grad zu warm. Nur im Januar war bekanntlich die positive Abweichung von der Norm noch grösser.


Mai 1993

Der Mai glich vorerst eher einem launenhaften April als einer wonnevollen Maienzeit. Seit 1986 hat es im Mai nie mehr soviel geregnet wie im Berichtsjahr. Der Normalwert wurde um 30 % überschritten. Es begann schon am 1. mit 14 mm Regen. Die flache Druckverteilung setzte sich während der ganzen ersten Monatshälfte fort, es herrschte trübes Wetter mit vereinzelten Regenschauern. Geradezu herbstliche Stimmung kam dabei am 5. und 6. auf. Doch gab es in dieser ersten Monatshälfte auch drei einigermassen sonnige Tage vom 8. - 10. Es entluden sich während diesen Tagen auch einige Gewitter. In der zweiten Hälfte revanchierte sich dann der Mai etwas. Es folgten sonnige Tage. Aber mitten in dieser Schönwetterperiode verregnete es den Auffahrtstag am Nachmittag recht heftig, hervorgerufen durch einen Schwall hochreichender Kaltluft aus dem Bereich der Biskaya-Zyklone. Ein Drittel der Mai-Niederschlagsmenge fiel allein an diesem Nachmittag und in der folgenden Nacht. Aber schon zwei Tage später kam es zu einer kurzen Schönwetterperiode, während welcher das Thermometer auf 29.4 Grad stieg (am 25.) und die Sonne an fünf Tagen während 50 Stunden schien. Die Natur war der normalen Entwicklung trotz der Abkühlung am Monatsanfang immer noch um etwa zehn Tage voraus. Dann brachte ein Schub feuchter Luft Gewitterniederschläge und Temperaturrückgang. Regen wechselte ab mit Sonne - eben richtiges Aprilwetter. Ein Zwischenhoch bewirkte am Pfingstsamstag (29.) Sonne und Wiedererwärmung. An Pfingsten stieg das Thermometer weiter an (es war die vierthöchste 13-Uhr-Temperatur im Mai), bevor am Nachmittag wieder kühlere Meeresluft einbrach und einige Millimeter Regen brachte. Aber schon an Pfingstmontag (31.) folgte wieder eine Aufheiterung nach.


Juni 1993

lm Juni entsprach das Wetter einem normalen Ablauf. Er wies veränderlichen Charakter auf. Die Sonnenscheindauer betrug 99 % der Norm, und auch die Niederschlagsmenge lag nur 8 % unter der langjährigen Norm. Dagegen war er wie schon die drei vorangegangenen Frühlingsmonate übertemperiert. Auch die sogenannte Schafskälte ist pünktlich vor Monatsmitte eingetreten. Dies ist ein kräftiger Temperatur-Rückschlag in der Zeit, da die traditionelle Schafschur fällig ist. Dieses Phänomen trat vom 11. bis 15. ein. Da fiel die Temperatur gegenüber den vorangehenden Tagen um volle 10 Grad ! Diese Tage vom 5. - 10. waren übernormal warm, die höchsten Tages-Mitteltemperaturen wurden am 8. und 9. mit 23 Grad gemessen (8 Grad über der jahreszeitlichen Norm), und am 9. nachmittags erreichte die Quecksilbersäule sogar 30.9 Grad. Es war der erste von bescheidenen fünf Hitzetagen (Tagesmaximum über 30 Grad) in diesem "traurigen" Sommer. Aber auch ohne hohe Temperaturen hätten sich die Gemüter erhitzt, denn Aarau wurde in dieser Zeit Schweizermeister im Fussball. Den klimabedingten Durst durften die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger nach ihrer Gemeindeversammlung im Garten des Roggenhausens mit einem gespendeten Schöppli Ortsbürgenwy stillen (am 7.). Vor dieser erwähnten stabilen Schönwetterlage war es zu Beginn des Monats noch drei Tage lang kühl und regnerisch. Nach Monatsmitte dehnte sich das Azorenhoch aus und führte zu ein paar sonnigen Tagen mit rascher Wiedererwärmung, unterbrochen durch regnerische Tage. Ein Gewitter am 21. führte um 22 Uhr zu Stromausfall, und in der Nacht vom 22. auf den 23. regnete es heftig (28.6 mm), in der Telli wurden Keller überschwemmt. Dann brachte kühlere Meeresluft nochmals Abkühlung (Tiefsttemperatur am 25. mit 7.4 Grad). Mit einer Bisenströmung folgten bis Monatsende schöne, aber kühle Tage, von denen auch das zweite Roggehuse-Zmorge am 27. profitierte.


Juli 1993

Der Juli wird als ausgesprochener Schlechtwettermonat in die Geschichte eingehen: Mehr als doppelt soviel Regen wie im jahrzehntelangen Durchschnitt, nur 88 % Sonne und 0.6 Grad zu tiefe Mitteltemperatur. Schon am 2., dem Maienzugtag, bekamen die Aarauer einen Begriff dessen, was mit wenigen Ausnahmen in diesem Hochsommermonat noch folgen würde. Schon während der Feier in der Telli begann es zu regnen, und wer auf dem Schanzmätteli nicht gerade unter einer dicht belaubten Platane sass, wurde nass. Wer ausharrte, erlebte aber einen trockenen Nachmittag und Abend. Die Sonnenscheindauer betrug an diesem Festtag nur gerade 2.3 Stunden, während sie an den beiden folgenden Tagen wie zum Hohn wieder je 13 Stunden verzeichnete. Ein Polarluftschub, der mit der bei uns liegenden feucht-warmen Luftmasse zusammenprallte, löste am 5. Gewitter und Starkregen aus, und kurz nach 16 Uhr prasselte ein Hagelschauer auf die Stadt nieder. Es war einer von drei je hundert Kilometer langen Hagelzügen in der Schweiz, der zu dieser Zeit im Raum Aarau entstand und dann bis zum Bodensee zog. Die Temperatur fiel vorübergehend um 10 Grad. Am 6. um die Mittagszeit blieb das Thermometer bei 14.8 Grad stehen. Es blieb dann kühl (Tiefsttemperatur 6.6 Grad), aber die Tage waren wolkenlos (7.- 9.); es war die sonnigste Periode des Monats, die Sonne schien während den drei Tagen 39 Stunden. Aber die kalte Dusche folgte auf dem Fuss, indem nun erneut Polarluft wieder lang andauernde, intensive Niederschläge auslöste. Während der folgenden Woche ab 10. fielen 134 mm Regen. Um das Zirkus-Knie-Zelt im Schachen war der Boden aufgeweicht und musste mit Stroh abgedeckt werden, um das Gelände begehbar zu machen (am 16. an dem sich am Morgen zwischen 8 und 9 Uhr ein starkes Gewitter mit Hagelschlag entlud). Flache Druckverteilung liess nun sonnige Abschnitte mit Gewitterregen abwechseln. Es blieb meistens kühl, nur am 24. gab es einmal sommerliche Temperaturen. Ab 29. beeinflusste eine Hochdruckzelle, begleitet von Warmluftzufuhr, die Wetterlage, was am 30. zum heissesten Tag des Jahres mit 31.7 Grad führte.


August 1993

Der August machte vieles wieder gut, was sein Vorgänger versäumt hatte. Jedenfalls lag die Sonnenscheindauer zum ersten Mal seit März wieder einmal deutlich über der Norm (+ 26 %). Zwar regnete es immer noch mehr als normal, aber daran hatte man sich in diesem "Sommer" bereits daran gewöhnt! Und zudem beschränkte sich die Regenperiode auf einige wenige Tage vom 23. - 28., als vier Fünftel der gesamten Niederschlagsmenge im August fielen. Mit der Bundesfeier begann eine dreiwöchige sehr warme, trockene und sonnige Periode, gelegentlich unterbrochen durch Regengüsse. Die Nachmittagstemperaturen sanken nur einmal knapp unter 20 Grad, als ein Nordmeerwirbel am 23. einen eigentlichen Wettersturz und damit bereits den Übergang zum Herbst auslöste. Mit der Maximaltemperatur von 31.5 Grad am 22. schloss der Wechselbadsommer seine Pforten endgültig, kurz nachdem er noch den Ortsbürgern einen heissen Waldumgang mit Schweiss und Durst beschert hatte (am 21.). Mit dem Aufbau eines kräftigen Tiefs über dem nordöstlichen Atlantik läutete der Hochsommer sein "Aus" ein. Es kam zu andauernden und ergiebigen Niederschlägen, und es fielen innert 24 Stunden 53.8 Liter Regen auf den Quadratmeter (am 23.). Erst am Monatsende brachte ein Ausläufer des Azorenhochs nochmals sonnige, aber eher kühle Tage, wobei in der Nacht auf den 30. die Temperatur bis auf 3.8 Grad hinunter sank. Bodennebel an einzelnen Tagen waren bereits Anzeichen des kommenden Herbstes.


September 1993

Der September hatte uns seit 1984 immer mit höheren Temperaturen verwöhnt. Diesmal setzten sich aber die stark unternormalen Temperaturen der letzten Augusttage in den September hinein fort, so dass die ganze erste Monatshälfte um ein Grad zu kalt war. Zu Monatsbeginn war es noch sonnig, aber dann folgten schon wieder regnerische und kühle Tage (3.9 Grad am 6., der ausnahmsweise viel Sonne zeigte). Feuchte Luft aus Südwesten löste mehrtägige Niederschläge aus, mit einer Regenspitze am 9. Ein Orkantief über der Bretagne verursachte am 14. auf seiner Südflanke starke Windböen, ohne jedoch nennenswerte Schäden im Wald zu verursachen. Der Wetterablauf war unter Föhneinfluss unbeständig. Bewölkung wechselte laufend mit Aufhellungen ab. Der Bachfischet (am 17.) ging bei trockenem Wetter und 13 Grad abends über die Bühne. Am 19. wurde unter Hochdruckeinfluss die wärmste Periode des Monats eingeleitet, die aber auch nur ein paar Tage dauerte und am 22. mit einer Maximaltemperatur von 26.3 Grad ihren Abschluss fand. Gleichzeitig - und auch mit Beginn des MAG - setzte wieder eine Niederschlagsphase ein, die bei uns nicht sehr intensiv war, in Brig aber zur Katastrophe und am Langensee zu Überflutungen führte. Am Monatsende gab es nochmals zwei einigermassen sonnige Tage, die aber mit Temperaturen bis auf 4.7 Grad hinunter zu den vier kältesten des Monats zählten.


Oktober 1993

lm Oktober blieb es am ersten Tag vorerst noch trocken, aber schon in der folgenden Nacht setzten kräftige Niederschläge ein. Innert 36 Stunden fielen 33 mm Regen. Der erste regenfreie Tag blieb dem Läset im Aarauer Rebberg in Herznach vorbehalten ( am 5.). Seit dem 24. September war die 19-Uhr-Temperatur nie mehr so hoch wie an diesem Tag, und es war auch der wärmste Abend (13.7 Grad) des ganzen Monats. Die Winzerinnen und Winzer wussten dies zu schätzen! Mit einem Kaltluftschub vom 8. zum 9. trat in der Nacht erneut Regen auf. Man stellte bereits die erste Verfärbung der Buchen- und Rosskastanienblätter fest, was auf einen frühen Herbsteintritt schliessen liess. Ein kurzes Zwischenhoch brachte am 9. einen sonnigen Tag. Unter Föhneinfluss wurde Aarau von grösseren Niederschlägen verschont, während die Alpensüdseite weiterhin unter Überschwemmungen und Erdrutschen zu leiden hatte und der Langensee um die Monatsmitte den Jahrhundert-Höchststand erreichte. Sich gegenseitig ablösende Hoch- und Tiefdruckgebiete führten zu einer unbeständigen Wetterlage, und erst am 20. trat eine Wetterberuhigung mit einer Hochnebellage ein. Damit sanken auch die Temperaturen massiv, am 22. bis auf 2.3 Grad hinunter. Es fielen in dieser Zeit während vier Tagen noch leichte Niederschläge, vielerorts Schnee bis in die Niederungen, bis in der letzten Oktoberwoche ein Hochdruckgebiet den Wetterablauf günstig beeinflusste, allerdings mit einer dicken Hochnebeldecke, so dass das Wetter kalt und trübe, jedoch trocken blieb. Es war die einzige Trockenperiode dieses Monats, und so war die Oktober-Regenmenge einen Drittel höher als normal. Und noch schlimmer: Die Sonne schien nur zu 43 % der Norm. Von goldigen Herbsttagen, wie man sie so gerne vor dem Winter noch geniessen würde, konnte also keine Rede sein.


November 1993

Der November brachte es punkto Sonne auch nicht weiter als sein Vorgänger. Er war mit knapp 14 (!) Sonnenstunden der sonnenärmste Monat des Jahres, es ist sogar anzunehmen, dass er der sonnenärmste Monat seit Beginn von Messungen überhaupt war. Er wies auch ein massives Wärmedefizit auf (1.9 Grad tiefer als die Norm), wie es seit 1985 nie mehr vorgekommen ist. Es war ein stationäres, blockierendes Hochdruckgebiet im Norden und Osten des Kontinents, das den Wetterablauf im November weitgehend bestimmte. Dabei entsprach der Temperaturverlauf in der ersten Monatshälfte ungefähr der Norm (Zwischen 4 bis 6 Grad), und am 6. und 11. fiel spärlich Regen. Der ganze November war übrigens mit nur 50 % der Norm sehr niederschlagsarm. Der erste starke Sturm dieses Herbsts - und auch der einzige - war am 14. zu verzeichnen. Auf der Südseite des erwähnten grossen Festlandhochs entwickelte sich hernach eine Ostströmung, womit für die zweite Monatshälfte 13 Frosttage (Minimum unter 0 Grad), wovon 10 Eistage (Maximum unter 0 Grad), programmiert waren. Die tiefste Temperatur betrug - 6.8 Grad (am 21), worauf sich am folgenden frühen Morgen zum ersten Mal der Winter mit 3 cm Schnee und dem unausweichliche Verkehrschaos auf den Strassen meldete. Es war eine für diese Jahreszeit ungewöhnliche Kälteperiode, wesentlich kälter als ein normaler Januar.


Dezember 1993

Anfangs Dezember löste Westwindwetter die Hochdrucklage ab, die den November beherrscht hatte. Entsprechend gross waren denn auch die Wärmeüberschüsse, und es war der drittwärmste Dezember des Jahrhunderts ! Dies ermöglichte der Natur einen Entwicklungsvorsprung von rund zwei Wochen. Wie schon in den beiden Vormonaten gab es keinen einzigen heiteren Tag (Bewölkung unter 20 %). So brachten es der ganze Herbst und nun dieser erste Wintermonat zusammen nur auf einen einzigen (!) heiteren Tag, auch wenn sich dann an einem Nachmittag die Sonne blicken liess. Das unruhige Westwindwetter mit ständigem Wechsel zwischen milder und etwas kühlerer Meeresluft charakterisierte den ganzen Dezember. Zu Monatsbeginn war es am kältesten (-5.1 Grad), dann stieg die Temperatur an, mit Mittagstemperaturen zwischen 3 und 5 Grad (Höchsttemperatur 15.6 Grad am 20., einer der höchsten je im Dezember gemessenen Werte). Diese milde Meeresluft subtropischer Herkunft war leider verbunden mit stürmischen Winden, die auch in den Aarauer Wäldern Schäden verursachten. Mit Wintergewittern folgte nun merklich kühlere Meeresluft nach. An Weihnachten stand die Quecksilbersäule noch knapp über dem Gefrierpunkt, und am Weihnachtsmorgen lagen denn auch 2 cm Schnee, die ersten seit dem 22. November. Auch am Stephanstag schneite es nochmals, wenn auch wiederum nur wenig. Aber es reichte doch aus, dass die Kinder wieder einmal einen Schneemann bauen konnten. Vom 26. - 29. sanken die Temperaturen noch einmal schwach unter Null, aber stürmische, milde Westwinde hatten zur Folge, dass an Silvester kein Schnee mehr lag und in der Neujahrsnacht intensiv Regen fiel. Der Kontrast unserer braungefärbten Landschaft zum Alpengebiet, das nun richtig eingeschneit war und zum Skifahren einlud, war gross.

letzte Aktualisierung: 08 Jan 2012

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