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Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > 1990 - 1999
Januar 1996
Es war der trockenste Januar dieses Jahrhunderts. Fast die ganze Niederschlagsmenge ?el am 7., einem richtigen "Regensonntag" mit Glatteis. Das Jahr begann mit Tauwetter. Auch später sank die Temperatur nie unter -7 Grad (am 31.). Der Monat war 0.9 Grad zu warm. Am 11., einem Föhn-Tag, kam geradezu ein Frühlingsgefühl auf. Langandauernde Hochnebellagen ab Mitte Monat bewirkten, dass die Sonne im ganzen nur 8 Stunden schien (sonnenärmster Januar dieses Jahrhunderts). Blendenden Sonnenschein und Raureifbilder fand man nur oberhalb der Nebeldecke z.B. auf der Rohrerplatte und auf der Geissfluh (vom 15.-21.).
Februar 1996
Der Februar wartete mit unbeständigem Wetter auf. Er war der kälteste seit zehn Jahren. Ab 4. begann es leicht zu schneien, schliesslich lagen zirka 8 cm Schnee (am 9., einem strahlenden Tag mit Minustemperaturen). Stärkerer Schneefall wiederholte sich am 17. An 14 Tagen lag Schnee, aber die weisse Decke war nie sehr hoch. Zwischen 20. und 25. folgte die kälteste Periode des Winters, also erstaunlicherweise zu recht fortgeschrittener Jahreszeit (Minimaltemperatur -8.6 Grad am 23.). Schon vier Tage später erreichte die Temperatur mit einem spektakulären Sprung ihr Februar-Maximum von 12.4 Grad. So klang der Monat mit vier vorfrühlingshaften Tagen aus. In der Ebene dominierten Grün und Braun, während z.B. auf der Wasserfluh noch hochwinterliche Verhältnisse herrschten.
März 1996
Einem Polarluftschub zufolge begann der März sehr kalt. Die Kälte dauerte bis Mitte Monat, bei einigen sonnigen Tagen. Am 13. war es -7.7 Grad kalt. Hernach kam so etwas wie Frühlingsahnung auf. 23./24. war ein ausgesprochen frühlingshaftes Wochenende (19.9 Grad). Erneut erfolgte ein Kaltlufteinbruch, und eine stramme Bise sorgte dafür, dass es am Monatsende viel zu kalt für diese Jahreszeit war. Am 30. ?el sogar noch etwas Schnee. Es war der kälteste März seit neun Jahren, aber ein sonnenreicher (5 % Überschuss). Niederschlagsmenge: 49 % der Norm.
April 1996
Die Kälteperiode setzte sich in den April hinein fort. Die Natur war jetzt drei Wochen in Verzug. Die Blattknospen der Rosskastanien auf dem Kirchplatz und im Kasinogarten öffneten sich erst am 8. (1994 am 21. März). Die Buche am Goldernwaldrand tat dies sogar erst am 15. Vor Ostern (7.) wurde es etwas wärmer. Übernormale Besonnung und Trockenheit hielten bis gegen Monatsende an. Fast schon ein Frühsommertag war Sonntag, der 21. (über 25 Grad). Der Monat war um die Hälfte zu trocken, kräftige Schauer brachte nur der 11. Auch am Monatsende war es trüb und regnerisch. Trotz kalter erster Monatshälfte war der April 1.4 Grad zu warm.
Mai 1996
Während im Mai anfänglich die Temperaturen niedrig waren (Minimum am 5. mit 4.0 Grad), schnellte das Quecksilber bei einigen sonnigen Tagen bis zum 8. in die Höhe und überschritt sogar die 20-Grad-Grenze. Erneut bewirkte Polarluft tiefe Temperaturen. Am 10. wurde es nie wärmer als 8 Grad. Bis zum 20. blieb es kühl, regnerisch und sonnenarm (mit Ausnahmen, z.B. an Auffahrt). Die "Eisheiligen" waren frostfrei, aber trüb und kühl. In der Woche vor P?ngsten (26.) gab es einige sonnige und milde Tage. Die unbeständige Wetterlage führte dann aber an den P?ngsttagen zu sehr sonnenarmem und nassem Wetter. Hochsommerliche Tage mit richtigem Heuwetter beendeten den Monat. (Maximum am 31. mit 29.6 Grad!). Die Entwicklung der Vegetation war nun wieder normal. Temperaturmässig entsprach der Mai der Norm, war jedoch um 31 % zu nass und wies ein Sonnenscheinde?zit von 13 % auf.
Juni 1996
Kaltlufteinbrüche in den ersten Tagen des Juni, die hohen Temperaturen der letzten Maitage folgen, entsprechen der Statistik der letzten zehn Jahre. So war es auch 1996. Doch bald stieg die Temperatur markant an und erreichte am 7. ihr Monatsmaximum von 31.4 Grad. Dies war der erste Tropentag (über 30 Grad). Die Witterung blieb bis zum 20.stabil und schön (nur 4 mm Regen zwischen 3. und 19.), was auch dem Waldumgang am 15. zugute kam. Es war eine ungewöhnlich frühe Hitzeperiode. Mit gewittrigem Regen am 20. setzte dann der grosse Umschwung, kühl, aber niederschlagsfrei, ein. Nur am Samstag, dem 22., ?elen viele (Jugend-)Feste buchstäblich ins Wasser. Für den ausgetrockneten Boden waren die Niederschläge erwünscht (50 mm). Die berüchtigte "Schafskälte" meldete sich mit zehntägiger Verspätung erst am 21. Sonnenscheindauer: 13 % höher als die Norm.
Juli 1996
Noch am 10. Juli fragte man sich: "Wann kommt eigentlich der Sommer?" (Dass der 3. ein strahlender Tag war, schien man bereits vergessen zu haben). Zudem überquerte ausgerechnet am Maienzug (5.) eine Kaltfront die Schweiz, und es fing nach einem Bilderbuch-Ablauf um 14.35 Uhr zu regnen an, innert zwei Stunden ?elen sieben Liter pro Quadratmeter auf das Schanzmätteli! Es war eine der kältesten ersten Juli-Hälften in diesem Jahrhundert. Bei diesen Wetterkapriolen schien der Sommer ins Wasser zu fallen. Doch ab 12. entschied er sich eines bessern: Bis Monatsende zeigte sich die Sonne jeden Tag. Trotzdem war es vielfach morgens und abends recht kühl. Die Höchsttemperatur dieses sog. Hochsommermonats ging nie über 28.9 Grad hinaus.
August 1996
Der erste Tag im August war der zweite, aber auch der letzte Tropentag (31.0 Grad) in diesem Sommer. Imposante Quellwolken über den Voralpen und Alpen - so war es von der Wasser?uh aus zu sehen - begrenzten nach Süden hin einen sonst wolkenlosen Himmel. Dann aber folgte bis zum Monatsende ein überwiegend wechselhafter Witterungscharakter mit einigen Tagen sonnigem Wetter nach Monatsmitte, aber auch mit zwei Starkregenphasen kurz davor und wieder vor Monatsende, als auch die Temperatur bis auf 7.4 Grad sank. Der August war etwas zu warm, obschon die Sonne 10 % unternormal schien. Er passte sich schon eher dem Herbst an, denn als letzter Sommermonat zu gelten!
September 1996
Anfangs September begann es schon zu herbsteln. Es war einer der kühlsten September der letzten sechzig Jahre. Erst am 30. stieg das Quecksilber bei wolkenlosem Himmel auf 22.2 Grad. Zudem war der Monat viel zu trocken (Regen nur 39 % der Norm). Die Eigenschaft als "Traubenkocher" fehlte ihm, obwohl die Sonnenscheindauer normal war. Bis am 12. lag über dem Aaretal Hochnebel, der sich teilweise im Tagesverlauf auflöste. Es herrschte Bise (Minimaltemperatur 1.6 Grad am l0.). Zwei Tage (l2., 13.) brachten etwas Regen. Auf den Bettag hin wurde es wieder sonnig (15.). Am Bach?schet-Morgen (20.) war es noch regnerisch, aber der Abend verlief wohltuend und trocken. Nach zwei trüben Tagen endete der Monat sonnig und sehr warm.
Oktober 1996
Der Oktober begann mit einem Temperaturmaximum von 20.8 Grad, aber schon am 2. folgte ein starker Temperatursturz mit Regen. Anschliessend beherrschten Morgennebel, aber auch hartnäckiger, ganztägiger Hochnebel mit sporadischem Nieselregen (am 8.) die Szene. Dank Föhn entstand vor Monatsmitte die wärmste mehrtägige Periode (bis 20 Grad) mit einem Prachts-Sonntag am 13. Der nachfolgenden einwöchigen Schlechtwetterphase setzte ab 22. ein Azorenhoch, das uns Hochnebel mit zeitweiliger Auflösung am Nachmittag brachte, ein Ende. Am 27. gab's nochmals einen sonnigen Sonntag, am 29. traf der erste Herbststurrn und am 31. der erste Nachtfrost ein (-1.9 Grad). Sehr wechselhafter Monat, mit Sonnenscheindefzit und Regenüberschuss.
November 1996
Für den November ist der frühe Wintereinbruch charakteristisch. Leichter Schneefall am 23. (mit der Minimaltemperatur von -2.6 Grad) und dann starker Schneefall ab 27. läuteten den Winter ein. Demgegenüber waren die ersten zwölf Tage mild, mit einem Maximum von 15.9 Grad (am 4.) und häu?g sonnigem Wetter. Nach dem Föhnende regnete es am 12. und 13. sehr stark (35 mm). In der Folge wurde es unfreundlich, blieb aber trocken, bis dann mit feuchter Polarluft die winterliche Phase gegenüber früher ziemlich vorgezogen wurde und sich eine 15 cm dicke weisse Decke ausbreitete, auf welche am 29. leider 29 mm Regen ?elen. Nebellagen fehlten. Sonnenscheindauer 141 %, Niederschlag 221 % der Norm.
Dezember 1996
Der Dezember begann recht mild, mit viel Sonne am 4. (6.7 Std.). Vor Monatsmitte regnete es, intensiv am 13. Im Jura drüben aber blieb der Schnee liegen, dort war es kalt, und Raureif verzauberte den Wald. Am 18.: Ganzer Tag blauer Himmel. Diese ganze Woche ab 15. war viel zu warm (Maximum am 18. mit 10.3 Grad). Schon folgte wieder Regen. Nach dem nassen 23. drang Kaltluft ein. Grüne Weihnachten, mit Bise. "Regelwidrig" für den Dezember führte nun schon sehr früh Väterchen Frost sein strenges Regiment (Minimum am 29. mit -12.4 Grad). Schneefall am 30. morgens führte zu einem Chaos auf den Strassen. Frühere Kältewellen: 1895, 1929, 1956, 1963, 31.1.1985 (-23.4 Grad), 11.2.1986 (-15.2 Grad), 12.1.1987 (-23.1 Grad).