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Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > 1990 - 1999
Januar 1997
Ganz in Weiss und mit einer Kältewelle (Neujahr war der kälteste Tag mit -9.4 Grad) hat der Januar begonnen. Sonnig war es nur oberhalb der Jurahöhen, so dass die Sonnenscheindauer nur 14 Stunden betrug. Seit 18. Dezember 1996 bis zum 13. liess sich die Sonne nie mehr blicken, eine rekordverdächtige sonnen- lose Zeit (wie November 1993). Die frühe, intensive Frostperiode, die an Weihnachten 1996 begonnen hatte, fand erst um die Monatsmitte nach 21 Eis- tagen (=Tagesmaximum unter 0 Grad) ihr Ende. Anschliessend stiegen die Temperaturen bis zum Monatsmaximum von 6.7 Grad an (am 24.). Dennoch blieb der Monat zu kalt und mit nur 12 mm Niederschlag auch viel zu trocken. Es folgte ein ungewöhnlich milder.
Februar 1997
Februar, der 4 Grad zu warm und einer der zehn wärmsten dieses Jahrhunderts war. 1966, 1977, 1990 und 1995 wurden noch höhere Temperaturen registriert. 13 Tage hintereinander war es wärmer als 10 Grad. Frühlingsstimmung kam ab 22. auf, die in einem Temperaturmaximum von 14.2 Grad am 25. gipfelte. Eine Woche vorher schneite es am Morgen noch leicht, und es lag später zeitweise auch noch Raureif. An ein paar wenigen Tagen fiel auch Regen(11.-15. und 26.), so dass die Niederschlagsnorm um 33% über- schritten wurde. Dennoch schien die Sonne während 92 Stunden (normal: 67).
März 1997
Die erste Hälfte des März war fast so warm wie normalerweise der zweite Teil des April. Das Monatsmaximum wurde am 18. mit 19.6 Grad erreicht, aber nur fünf Tage später sank das Quecksilber auf -1.7 Grad. Der durchschnittliche Wärmeüberschuss lag 3.5 Grad über der Norm. Die Vegetationsentwicklung war um drei Wochen verfrüht. Die Rosskastanie auf dem Kirchplatz trieb am 4. aus (Vorjahr: 8. April), diejenigen im Kasino- garten etwas später. Die Referenzbuche am Goldernwaldrand öffnete ihre Knospen am 30. (Vorjahr: 15. April). Ein sehr trockener Monat ging mit dem Ostermon- tag und seiner maximalen Sonnenschein- dauer von fast 12 Stunden zu Ende, so dass sich in der folgenden klaren Nacht auch der Lauf des Kometen Hale-Bopp an seinem sonnennächsten Punkt am Nord- westhimmel leicht verfolgen liess.
April 1997
Im April war ein ostatlantisches Hoch- druckgebiet wetterbestimmend, wobei uns ein skandinavischer Wirbel in einem regelmässigen Rhythmus von drei bis fünf Tagen immer wieder kalte Luft und Niederschläge zuführte. So verlief die Temperaturkurve auf und ab, zwischen -3.3 Grad am 22. und 21.3 Grad am 25., aber im Mittel der Norm entsprechend. Am Morgen des 20. lag vor den Häusern eine kleine Schneedecke, die aber bis am Nachmittag wegschmolz. Im Jura blieb der Schnee bis hinunter zu den Rebbergen in Küttigen liegen. Der Sonnenscheinüberschuss von 54 % war beträchtlich, einer der höchsten dieses Jahrhunderts (gesamte Sonnen- scheindauer 236 Std.). Die Nieder- schläge entsprachen der Norm und fielen, von der Vegetation dringend benötigt, in den letzten fünf Tagen. Löwenzahn und Kirschbäume blühten mit zwei Wochen Vorsprung.
Mai 1997
Der Mai hat uns übernormale Temperaturen beschert (1.1 Grad höher als die Norm). Es gab keine Frosttage, dafür bereits vier Sommertage, mit einem Maximum von 28.0 Grad am 16. Dieses sonnige und warme Frühlingssommerwetter fand am Pfingstmontag (18.) ein abruptes Ende. Schon der 2., 3. und 4. waren frühlingshaft mild, so dass die ersten Grillparties inszeniert wurden und Gartensitzplätze ohne Kälte- gefühl bis um 22 Uhr belegt werden konnten. Desgleichen trugen auch die letzten sechs Tage zum grossen Besonnungs- Überschuss von 36% bei, doch blieb es am Monatsende infolge Nordwinden eher kühl. Die Eisheiligen kamen nicht zum Zug. Im ganzen Monat fielen nur 30 mm Regen (= 1/3 der Norm). Also wieder ein- mal ein warmer, sonniger, trockener Mai!
Juni 1997
Kühl und nass startete der Juni (Tem- peraturminimum 7.4 Grad am 1.),worauf aber bald mit einer Südwestströmung bis kurz vor Monatsmitte wieder warme, aber auch feuchte Luft hierher transportiert wurde. Das Quecksilber legte Tag für Tag einen Zacken zu und erreichte am 11. das Monatsmaximum von 29.1 Grad. Von da an aber hiess es: Sommer ade! Am Abend des 8. verursachte ein Gewitter noch einen massiven Hagelschlag. Zum Niederschlagsüberschuss von 42% trug nun die zweite Monatshälfte bei, in der sich auch die Sonne sehr rar machte (nur 71% der Norm).Diese tagelange nasskalte Periode mit der verspäteten Schafskälte ab 21. Juni liess schliesslich die Frage auf- kommen: Wo ist eigentlich der Sommer? Allerdings war der Wettergott am 28. allen Jugendfesten gut gesinnt.
Juli 1997
Wie der Vormonat so war auch der Juli sehr unbeständig. Erst ein Azorenhoch brachte am 27. eine Wetterbesserung mit Temperaturen bis zum Monatsmaximum von 28.5 Grad am 30. Der Maienzug am 4. ging bis gegen 16 Uhr trocken über die Bühne, sieht man von einigen Regen- spritzern während des Banketts ab. Nachher blieb das Schanzmätteli nur noch von einigen Unentwegten besetzt. Es regnete zehn Liter pro Quadratmeter! Am 7. trat Aufheiterung ein, die sich bis zum 17. hinzog. In dieser Zeit gab es ein Wechselbad von kühl und heiss und einige Gewitter. Eines davon (am 10.) überschwemmte die Keller in der Telli. Der Sommer war wahrlich in Raten zu geniessen. Am 19. herrschte Dauerregen (31 mm). Veränderliches Wetter führte schliesslich ab 27. zu ein paar schönen Sommertagen. Es war die erste stabile Wetterlage dieses Monats.
August 2008
Der hochsommerliche August korrigierte die bisher schlechte Sommerbilanz wesent- lich. Zwar war der Bundesfeiertag noch kühl (10 Grad),trüb und regnerisch, doch dann hielt eine permanente Hochdruckzone über Nordeuropa feuchtkühle Meeresluft von Mitteleuropa fern. Daraus resultierte ein Temperaturüberschuss von 3.1 Grad, ein Sonnenüberschuss von 25% und ein Niederschlagsdefizit von 46%. An 26 Tagen war es wärmer als 25 Grad, wovon an fünf Tagen sogar wärmer als 30 Grad. Kurze Gewitterregen am 6., 7., 13., 16., 25. und 26. mit total 40 mm taten dem tollen Sommer keinen Abbruch. Der wärmste Tag des Jahres war der 5. mit 31.6 Grad. Ab 28. folgte ein Wetterumschlag, die Temperatur sank bis auf 10.6 Grad (am 30.).Aber am 31. kam der Sommer schon wieder zurück (25 Grad).
September 1997
Ausserordentlich viel Sonne und wenig Niederschläge machten den September zum zweitwärmsten ersten Herbstmonat dieses Jahrhunderts. Nur 1961 war es noch wärmer. Das Quecksilber stieg an sechs Tagen höher als 25 Grad, am 1. bis 28.8 Grad. 56 mm Regen fielen nur an drei Tagen, wovon allein 35 mm am 13. Oftmals lag am Morgen Nebel, wodurch die Temperatur am 15. auf das Minimum von 5.7 Grad sank. Lückenlos löste sich der Hochnebel aber nachmittags immer wieder auf, wovon auch der Bachfischet (am 19.) profitierte. Der Altweibersommer war perfekt!
Oktober 1997
Der Oktober war geprägt durch enorme Temperaturschwankungen. Die ersten neun Tage waren sehr mild (über 20 Grad und sonnig). Am 9. mass man 25.5 Grad. Am Monatsersten wurde die Schönwetter- phase benützt, um im Aarauer Rebberg die Trauben zu lesen. Nach dem 9. be- gann ein markanter Temperaturrückgang bis zum Monatsende, mit viel Regen vom 10. bis am 12. (70 mm) und unterbrochen durch eine kurze mildere Periode zwischen 17. und 20. Vor Monatsende steuerte dann eine kräftige Bise kalte Kontinentalluft aus Ost- europa heran, woraus am 31. mit - 5.9 Grad eine der tiefsten je ge- messenen Oktobertemperaturen resul- tierte. Erstaunlicherweise lagen über Aarau in diesen letzten Tagen keine Morgennebel.
November 1997
Am 1. November wurde die tiefste Temperatur des Monats gemessen (-4.4 Grad).Kurze Zeit später, am 7., griff der Föhn weit nach Norden aus und brachte uns eine Temperatur von 14.2 Grad, die aber bereits anderntags rapid sank, jedoch bis Monatsende tagsüber nie unter den Gefrierpunkt fiel. Auch der dritte Herbstmonat war zu warm. Die Sonne schien leicht übernormal, weil wir mit Ausnahme vom 23.- 27. nicht unter kontinuierlichen Hochnebellagen zu leiden hatten und sich der Nebel nachmittags meistens auflöste. Es regnete nur 38 mm (= 51% der Norm), am ergiebigsten am 12. (12 mm). Kurz: ein ruhiger und gefälliger Spätherbst!
Dezember 1997
Anfangs Dezember schneite es zum ersten Mal, nur ein paar wenige Zentimeter, doch es reichte, um den stadtnahen Wald in ein herrliches Weiss zu ver- zaubern. Am 15. stellte sich nochmals ganz wenig Schnee ein. Dann zog sich der Winter aber ganz zurück. Ab 20. starker Regen, vor allem in der Nacht 21./22. (30mm). Weihnachten war ein ganz milder Tag mit blauem, fast wolkenlosem Himmel. Es war eine der wärmsten Weihnachten der meteorologischen Messreihe. Erst am 29. gab es einen kurzen Kälterückfall, in der Nacht fiel die Temperatur unter Null. Unter Föhn- einfluss waren die letzten beiden Tage sehr mild. Nur ein Blick hinüber zum Jura mit einem weissen Streifen oberhalb m (z.B. Burgweid ob Bad-Lostorf) liess erahnen, dass es eigentlich Winter sein müsste! Alles in allem: ein zu nasser und zu milder Christmonat.