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Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > 1990 - 1999
Januar 1998
Ins neue Jahr konnte man unter einem klaren Sternenhimmel rutschen. Eine Schneeschaufel war in diesem Winter bis zum 20. nicht nötig. Dann aber schien der Winter seine Aufholjagd einzuleiten (4 cm Neuschnee), doch war das Weiss schon nach zwei Tagen bereits wieder verschwunden. So spät einsetzende Schneefälle gab es schon früher, letztmals beispielsweise 1948/49! Die ganze erste Januarhälfte war eben sehr mild, mit Nachmittagstemperaturen bis 15 Grad. Es war auch so stürmisch, dass bei der KEBA eine Buche umstürzte und das Hallendach beschädigte (am 6.). 10 Grad wärmer als normal, das hiess: Wetter wie im April! Am helvetischen Jubi- läumsakt vom 17. setzte Petrus mit einem wolkenlosen Nachmittags- und Abendhimmel das Tüpfchen aufs i. Die lange intensive Wärmeperiode ging am 20. zu Ende. Die letzte Dekade war kalt, aber schneefrei, mit einer Hochnebeldecke, durch die uns gelegentlich auch wieder mal die Sonne anlachte. Besonnung 114% der Norm und 2.7 Grad zu warm. Temperatur-Minimum -6 Grad (am 31.).
Februar 1998
Nach einem kalten Monatsbeginn (Tiefsttemperatur -8 Grad am 5.) nahm der merkwürdige Winter seinen weiteren Verlauf. Von Schnee keine Spur. Die Waldwege stäubten. Auf der Schafmatt aber war der Skilift in Betrieb (am 4.). Die anhaltende Hochdrucklage liess die Temperatur bis 17 Grad ansteigen (am 21.), da sich die Nachmittage meistens nebelfrei und sogar wolkenlos präsentierten. So schien die Sonne in diesem Monat 111 Stunden (statt normal 67), und dies, obwohl während den Sportferien über Aarau eine Hochnebel- decke lag, während Aarauer in den Höhen die Sonne genossen. Der Monat war um 3.0 Grad zu warm. Die Haselsträucher blühten, und die Natur war zwei bis drei Wochen im Vorsprung. Zudem regnete es seit fünf Wochen zum ersten Mal wieder erst am 22. und 23. (28 mm), so dass der Februar viel zu trocken ausfiel.
März 1998
Auch der März war zu warm (um 1.7 Grad), wies aber ein Besonnungsdefizit auf. Nach dem sehr milden, wechselhaften und teilweise stürmischen Westwindwetter der ersten Woche, folgte eine kühle Nord- lage, die für zweieinhalb Wochen wetter- bestimmend war. Am Morgen des 9. setzte leichter Schneefall ein, es war kalt, aber nachmittags sehr sonnig, so auch am 10., an dem die tiefste Monatstemperatur mit -4.6 Grad gemessen wurde. Am 12. um 8 Uhr morgens gewahrte man grosse Nass- Schneeflocken, wie sie diesen Winter noch nie zu sehen waren. Der Frühlingsanfang machte seinem Namen keine Ehre! Es blieb bis am 24. kalt. Da lag nochmals 1 cm Neuschnee auf den Wiesen, doch die Quartier- strassen blieben trocken. Die letzte Woche bescherte uns sonniges und mildes Wetter. Das Quecksilber stieg am 30. bis 22 Grad. Am 18. begann der Austrieb der Rosskastanien auf dem Kirchplatz und im Kasinogarten (zwei Wochen später als 1997).
April 1998
Der April war geprägt durch markante Wetterwechsel zwischen mild und kalt. Nach grünen Weihnachten folgte weisse Ostern (am 12.), anderntags brachte Regen den Schnee aber schon wieder zum Verschwinden. Es war der letzte Schnee dieses Winters. Bis zum 20. war es noch kalt, nachts unter Null, aber schon drei Tage später wurde die Höchsttemperatur von 22.6 Grad erreicht. Bereits konnten über Mittag erst- mals die Gartensitzplätze benutzt werden. Die Natur explodierte geradezu. Typisch für den Wetterablauf war, dass die Referenz- buche am Goldernwaldrand ihre ersten Blätter schon am 9. zeigte, dass sie aber wegen der vierzehntägigen Kälteperiode erst am 23. vollständig begrünt war.
Mai 1998
Der Mai war wirklich ein Wonnemonat, er war 2.0 Grad zu warm, viel zu sonnig und zu trocken (ein Drittel der normalen Regenmenge). Zudem erreichte die Temperatur am 12. beinahe 30 Grad. Die Zeit vom 8. bis 15. mit den "Eishei1igen" war geradezu hochsommerlich, und vom 7. bis 21. schien die Sonne in weit übernormaler Dauer, nämlich 13 Stunden pro Tag, wo höchstens 14 Stunden möglich waren. Eigentlich begann der Monat sehr kühl (1 Grad über Null am 5.), aber nach einer Woche zerfielen diese Polarlufteinbrüche fast schlagartig. Es regnete am 26. und 31. noch leicht, aber im übrigen war es der trockenste Mai dieses Jahrhunderts.
Juni 1998
Nach einem heissen Monatsbeginn mit Werten von über 30 Grad folgte frist- gerecht die berüchtigte nasskalte "Schafs- kälte" mit einem Temperatur-Minimum am 13. von 5 Grad. Die anschliessende Wiedererwärmung trat nur zögernd ein, da ein neues Tief bis zum 16. für wechselhaftes und regnerisches Wetter sorgte. Erst ab 19. gelangten wieder wärmere Luftmassen zu uns, mit Maximal-Temperatur von 32.5 Grad am 21. Es war nahezu der wärmste Sommerbeginn dieses Jahrhunderts. Vom 25. bis 27. entwickelten sich die ersten heftigen Gewitter dieses Sommers (total 30 mm Regen), worunter am 27. auch die Feste in Erlinsbach und Entfelden litten. Auf das Monatsende hin beruhigte sich das Wetter wieder. Auch der Juni war zu warm.
Juli 1998
Zu den wenigen Tagen ohne Sonnenschein (ausgenommen ein paar Sonnenstrahlen um 16 Uhr) gehörte leider der Maienzug (am 3.). Während der Telli-Feier fiel etwas Regen, der grosse Guss kam kurz vor 18 Uhr. Da verliessen auch die Unentwegten das Schanz- mätteli, weil es hernach innert drei Stunden 14 mm regnete. In der Folge domi- nierte eine Westströmung den ganzen Monat, wobei Temperaturen und Besonnung stark schwankten. Das Freilichtspiel „Der Rebell“ hatte bestes Wetterglück. Am kühlsten war es am 9. mit 7 Grad und am heissesten am 20. mit 35 Grad (= Hitzerekord 1998). Am 27. fand die zehntägige Hitzeperiode ihr Ende, und es regnete seit langem wieder einmal (52 mm). Es war die grösste Regenmenge des Monats. Die Besonnung war trotz vieler Sonnentage unternormal.
August 1998
Ein sonniger (233 statt normal 175 Stunden Besonnung), heisser und trockener (nur 60% der normalen Regenmenge) Monat. Aus der Reihe tanzte der Bundesfeiertag, an dem es von 18 Uhr bis am andern Morgen 10 mm regnete. Nach dem kalten und nassen Monatsbeginn stabilisierte sich dann die Wetterlage, es wurde heiss, und am 11. erreichte die Temperatur den Spitzenwert von 34.7 Grad. Nach einem Temperatursturz von fast zehn Grad am 13 bescherte uns ein Atlantikhoch erneut sonniges Wetter, von dem auch der Waldhüttengottesdienst am 16. profitierte. Ab 20. beendete ver- änderliches Westwindwetter den Hochsommer. Es wurde gegen Monatsende immer kühler (5 Grad Tiefsttemperatur am 28., also gleich wie in der "Schafskälte" vor Mitte Juni).
September 1998
Der September kann als nass (ausgenommen 18. bis 25.) und trüb eingestuft werden. Die Regenmenge nahm in den ersten Tagen ständig zu, worauf sich die Wetterlage besserte. Nach dem 9., der uns unter Föhneinfluss nochmals einen Sommertag brachte, folgten die Tage des "Aargrandissimo" mit der grössten Regenmenge des Monats innert drei Tagen. Nach dem noch trockenen Bachfischet am 10. folgte ein eigentlicher Wettersturz. Vom Freitagmorgen bis am Samstag um 15 Uhr regnete es 38 mm. Die Abkühlung betrug zehn Grad. Keine Drei- tagesperiode im Jahre 1998 war so regnerisch, so sonnenarm und so kühl wie diese Fest- tage. Nachher folgte eine Trockenperiode, in die auch der MAG fiel, und vereinzelte Hochnebeltage. Erst am Monatsende regnete es wieder. Es blieb seit Monatsmitte kühl.
Oktober 1998
Im Oktober war das Sonnenscheindefizit gross. Immer wieder lagen wir im Bereich von Tiefdruckgebieten. Dennoch wurde am 9. der richtige Tag ausgewählt, um im ortsbürgerlichen Rebberg in Herznach die Trauben zu lesen. Ein stärkerer Wärmeschub mit ziemlich sonnigem Wetter erfolgte vom 15. bis 17.mit der höchsten Temperatur des Monats von 20 Grad. Rapid sank hernach das Quecksilber bis fast zum Gefrierpunkt (am 21.), stieg aber nachher wieder, um am 28. eine Höhe zu erreichen, die neun Grad über der jahreszeitlichen Norm lag. Ab 25. befand sich das Wetter in einem Wechsel- bad von Sonne, Regen und Wind. Dazu gesellten sich orkanartige Sturmböen, die auch im Wald Schaden verursachten. Es regnete im Oktober fast doppelt soviel wie normal.
November 1998
Mit der fortgesetzten Westwind- strömung erreichten uns in der ersten Monatshälfte zwei Störungszonen mit aus- giebigen Niederschlägen am 3. und 4. (63 mm innert 24 Stunden), sowie am 10. Dazwischen herrschte gelegentlich sonniges und mildes Wetter. Nach der Monatsmitte führte Polar- luft zu einer völligen Veränderung des Wettercharakters: Es wurde die erste Kälte- periode eingeläutet mit Schneefall im nahen Jura auf der Stockmatt und der Burg- matte. Die Morgentemperatur sank von -3 Grad am 18. auf fast -9 Grad am 23. Es war die kälteste Nacht des heranrückenden Winters, zugleich auch der Start- schuss für eine Kälteperiode, die bis am 9. Dezember dauern sollte. Am 19. war es zum ersten Mal auch im Stadt- gebiet weiss. Doch mehr Schnee fiel erst wieder bei Temperaturen um null Grad ab 29., aber zu mehr als ein paar wenigen Zentimetern reichte es nicht. Der November war der erste zu kalte Monat in diesem Jahr.
Dezember 1998
Anfang Dezember setzte sich das kalte Wetter bis am 9. fort. Am 5. kam Bewegung in die Schneeschaufeln, es schneite neu 10 cm. Erneuter Schneefall in den folgenden Tagen liess die Schneedecke auf gut 15 cm an- steigen (am 8.), die permanente Hochnebel- decke liess sogar noch etwas Sonne durch, das Wintermärchen war perfekt! Am 9. wurde es nochmals kalt wie am 18.November, aber dann fand die Schneeperiode am 10. ihr Ende. Infolge mildem Westwindwetter kam die Schneedecke bis zum 13. zum Verschwinden. Es folgten angenehme Tage mit nachmittäglichem Sonnenschein. Da es kurz vor Weihnachten auch wieder kälter wurde, gab es auf Weihnachten hin sogar eine dünne Schneedecke. Das Jahr endete ohne Schnee, sehr mild und mit einigen sonnigen Tagen. Der Dezember wies Überschüsse an Wärme und Sonne auf - gerade wie das ganze Jahr 1998.