Aarauer Wetter Rückblende

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1999

Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > 1990 - 1999

Januar 1999

Das Jahr begann infolge einer Nebellage kalt und ohne Schneedecke. Die Temperatur nahm dann aber Tag für Tag zu. Am 4. wurden 12 Wärmegrad gemessen. Der seit einem Monat abwesende Winter meldete sich am 12. zurück. Es gab 14 cm Neuschnee. Das Wintermärchen war aber nur von kurzer Dauer. Hernach lag nur noch in den Schattenlagen ein wenig Schnee. Frühmorgens am 27. blitzte und donnerte es. Nassschneefall am Monatsende führte mancherorts zu einem Verkehrschaos (am 29.). Der Monat endete mit einer Kältewelle mit Minimum am 31. (-8.0 Grad). Schon der Vortag war ein Eistag (Temperatur nie über Null Grad). Dennoch war der Januar 2.2 Grad zu warm. Da die Besonnung an acht Tagen (5.-6. und 15.-20) sehr gross war, betrug sie für den ganzen Monat 170% der Norm. Die Niederschlagsmenge war zu gering.


Februar 1999

Wieder einmal richtig Schnee! In der Nacht zum 9. schneite es 25 cm. Die Schneedecke erhöhte sich im Laufe des Tages auf 30 cm. Eine aussergewöhnliche Schneehöhe, vergleichbar mit den rund 45 cm von Ende Februar 1986! Langlauf im Gönhard- wald und Oberholz war angesagt! Bei milden Temperaturen regnete es um den 20. intensiv, sodass der Monat 2.6 mal zu nass war. Der "richtige" Winter war also nur von kurzer Dauer, dennoch war der Monat zu kalt. Das Temperatur-Minimum betrug am 12. immerhin -15.1 Grad. Vierzehn Tage später kletterte das Quecksilber auf das Monatsmaximum von 9.9 Grad. Da es am 17. nochmals stark schneite, die Temperatur aber knapp über dem Gefrierpunkt lag, begleiteten uns in den folgenden Tagen Regen und Pflotsch. Gelegentlich schneite es ab dem 23., aber vielfach mit Regen ver- mischt, sodass am Monatsende da und dort nur noch kleine Reste von Schnee lagen. Die Frost-Tauphasen des Februars und ergiebige Regenfälle (39 mm am 19.) lösten den Felssturz und Erdrutsch am 23./24. am Brunnenberg bei Küttigen aus. In Erinnerung bleibt ein milder Winter 1998/99.


März 1999

Im ersten Frühlingsmonat gab es ein Wechselbad von Frühlings- und Winter- wetter. Die Temperatur-Mittelwerte lagen nun an allen Tagen über Null Grad, das Minimum fiel nur auf -2.1 Grad (am 8.). Zwei Maxima am 14. und 25. betrugen 18.6 Grad. So war der März um 2 Grad zu hoch temperiert. Rund um die Monatsmitte (9.-17.) war es während einer Woche sonnig und mild. Es sollte die einzige Schönwetterperiode dieses Jahres bis anfangs September sein! Schon der 9. ähnelte bereits einem Frühlingstag. Aber noch einmal setzte ab 17. Kälte ein, mit Minustemperaturen. Am 22. regnete es - zum ersten Mal seit vierzehn Tagen. Bis am Monatsende blieb es wechselhaft mit sonnigen, aber auch nebligen und kühlen Abschnitten. Die Rosskastanien auf dem Kirchplatz und im Kasinogarten trieben am 29. aus, also relativ spät.


April 1999

Auch dieses Jahr machte der April seinem Ruf alle Ehre! Zwei Wärmespitzen mit 21 Grad am 6. und 29., dazwischen am 20. eine spätwinterliche Kälte von - 0.3 Grad. Wohl schien die Sonne an 26 Tagen, teilweise nur ganz kurz, aber auch bis zu elf Stunden am Tag (1. und 10.), dennoch resultierte ein Besonnungs- defizit von 25%. An Ostern war es bedeckt (am 4.), und am Goldernwaldrand waren an der frühaustreibenden Referenzbuche die ersten Blätter im Schattenbereich der Krone zu erkennen (Vorjahr 9.). Am 7. war sie zu 95% ergrünt, während ihre Nachbarn alle noch braune Farbe zeigten. Ab 16. fand ein allgemeiner Temperatur- anstieg bis zum 29. statt (21.4 Grad). Vor Monatsmitte bis 19. liessen sich gelegentlich noch Schneeflocken blicken. Trotz Kaltlufteinbruch um die Monats- mitte war der April zu warm. Der Nieder- schlag war ein Drittel höher als normal.


Mai 1999

Der Mai begann mit sonnigem, trockenem und warmem Frühlingswetter. Nach Regen vom 5.-8. war der 9. wieder sonnig und ermöglichte es, das Muttertagsessen auf dem Gartensitzplatz einzunehmen. Zwei Tage später folgte eine katastrophale Schlechtwetterperiode mit sintflutartigen Regenfällen (am 12.,Vortag der Auffahrt). Von Mitternacht zu Mitternacht regnete es 112 mm (d.h. 112 Liter pro m2), allein während drei Stunden am Nachmittag 28 mm (Norm ganzer Monat 92 mm!). Es war das grösste Hochwasser im 20. Jahrhundert. Unsere Stützpunktfeuerwehr hatte drei Krisengebiete im Auge zu behalten - von der Telli über den Schachen bis ins Zelgli. In der letzten Monatsdekade kam es zu einer zweiten warmen Phase. Am 26. war der erste Sommertag, und am 29.stieg das Quecksilber sogar auf 30.6 Grad, was in den letzten zwanzig Jahren nie mehr vorgekommen ist. Für den Mai resultiert wiederum ein Wärmeüberschuss von 2.6 Grad. Die Sonnenscheindauer war defizitär (91% der Norm).


Juni 1999

Hochsommerlich warm waren die beiden ersten Junitage (29.8 Grad). Die erste Monatshälfte war nass, ebenfalls das Monatsende ab 26. Die "Schafskälte" trat früh (am 6.) ein und dauerte sehr lange an (bis 23. mit 6.4 Grad). Das so entstandene Wärmedefizit wurde durch die erwähnten heissen Tage kompensiert, sowie durch eine etwas wärmere Phase gegen das Monatsende. Seit 1995 ist nie mehr ein so kühler Juni registriert worden. Er war gekennzeichnet durch eine ungewöhnlich wechselhafte Witterung. Die diesen Sommer kennzeichnende hohe Luftfeuchtigkeit führte am 30. sogar zur Nebelbildung wie im Herbst.


Juli 1999

In die heisseste Phase zu Beginn des Monats geriet der Maienzug (2.), der als Bilderbuch-Maienzug in die Geschichte eingehen wird. Am 3. war es noch heisser! 32.1 Grad. Erst am 6. erfolgte eine markante Abkühlung, wobei sich auch die Sonne bis am 15. hinter die Wolken verzog. In dieser Periode fielen auch die meisten Juli-Niederschläge, die aber ohnehin nur 74% der Norm aus- machten. Ein Viertel davon, nämlich 22 mm, fiel allein am 10., was das Terrain auf dem Brügglifeld für den Match unspielbar machte. Erneut warm und sonnig wurde es vom 17.-21. und vom 24.- 31. Die Temperaturen erreichten aber die 30-Grad-Grenze nie. Überhaupt wurde es auch an warmen Tagen am Abend bald einmal kühl. Der Wärmeüberschuss gegenüber der Norm betrug dennoch 1.4 Grad, die Besonnung lag 12% über der Norm.


August 1999

Am Bundesfeiertag schien die Sonne am längsten (mehr als 12 Stunden), und erst am 10. nahmen diese Sommertage (25-29 Grad) ein Ende, wobei auch in dieser Periode häufig ganz wenig Regen fiel und am 6. sogar ein kurzes Gewitter mit Starkniederschlägen (24 mm) eintraf. Die Luftfeuchtigkeit war stets sehr hoch, was ein Markenzeichen dieses Sommers war. Der Tag der totalen Sonnenfinsternis (am 11.) entsprach mit seinem bewölkten Himmel nicht den Erwartungen der Sternfreunde. Es war der Anfang einer relativ kühlen Periode bis am 24., mit Tagesmittelwerten um 15 Grad. Am 25. war es nochmals hochsommerlich warm, doch dann blieb es bis zum Monatsende eher kühl, am 31. mit einer Morgentemperatur von nur 11 Grad und einem Minimum von 9.5 Grad in der Nacht.


September 1999

Endlich wieder einmal eine Schön- Wetterperiode! (die letzte war im März!) Jeden Tag Sonnenschein vom 1.-15. Die Temperatur erreichte am 12. das Maximum mit 27 Grad. Ein prächtiger und verfrüh- ter Altweibersommer! Diese hohen Temperaturen, schlechte Durchlüftung und die Zunahme des Stickoxidausstosses durch den Verkehr (eine Tendenz, die schon seit einiger Zeit angedeutet ist) bewirkten eine beträcht- liche Ozonbelastung in der Zeit vom 10.-15. Die zweite Monatshälfte ist als nass (28 mm Regen am 20.) zu bezeichnen, und die Temperaturen sanken bis zu 10 Grad. Immerhin ging am 24. der Bach- fischet trocken über die Bühne. Im Durch- schnitt ergab sich trotz allem ein un- gewöhnlich warmer und übernormal sonniger Monat.


Oktober 1999

Zu Beginn löste ein kräftiger Polarlufteinbruch die intensivsten Niederschläge dieses Monats aus, gefolgt von einigen recht kühlen Tagen. Es folgte eine langsame Wiedererwärmung, mit viel Morgennebel. Die Trauben für den Aarauer Ortsbürgerwy im Herznacher Rebberg wurden am 11. bei Hochnebel bis 14 Uhr, trockener und abends kühler Witterung geerntet. Die Temperaturen sanken am 18. fast bis zum Gefrierpunkt. Die kühle Phase nahm am 20. ein Ende, die Temperaturen stiegen bis zum Monatsende an. Den ganztägigen Hochnebel am 24.(Wahl- sonntag) konnten auch Jubel oder Enttäuschung über den Wahlausgang nicht vertreiben. Jedenfalls brach der Folgetag mit 11 mm Regen in Tränen aus! Aber bis zum Monats- ende lachte die Sonne wieder. Herbststürme wie im Vorjahr blieben diesmal völlig aus.


November 1999

Nach einem sehr milden Beginn brachte eine Kaltfront ausgiebigen Regen von kurzer Dauer, worauf das Wetter veränderlich blieb. Intensive Regentage (6., 9., 10.) wechselten ab mit sonnigen Tagen. Es wurde kontinuierlich kühler bis zur tiefsten Temperatur am 21. (-4 Grad). Bereits am 17. begann - relativ früh - der Winter seine Visitenkarte abzugeben. Einige Tage blieb eine 10 cm hohe Schnee- decke liegen, und es sah so richtig winterlich aus. Dazu gesellte sich gelegentlich ein blauer Himmel, bis dann gegen das Monatsende wieder eine Nebel- decke über uns lag, die sich allerdings an einigen Tagen am Nachmittag auflöste. Es war ein kalter November, mit wenig Sonne und übernormal viel Niederschlägen.


Dezember 1999

Positiv war die grössere Sonnenscheindauer als normal, weil vor allem an einigen Tagen im ersten Monats- drittel die Besonnung hoch war. Negativ waren die hohen Niederschläge in Form von Regen und dann vor allem der ver- heerende Orkan "Lothar" am Stephanstag, der in den Aarauer Waldungen eine Schaden- holzmenge von 20'OOO Kubikmetern ver- ursachte, was der vierfachen, jährlich normal zu schlagenden Holzmenge entspricht. Schon am Weihnachtstag liess ein Kältegewitter am späten Nachmittag manchen Fernsehapparat aussteigen. Dass sich in den letzten drei Jahrzehnten orkanartige Stürme häuften (März 1967, Februar 1990), während vorher seit 1500 nur je ein einziger grosser Sturm pro Jahrhundert dokumentiert ist, gibt zu denken! Schnee liess im Dezember auf sich warten. So war der 8. ein geradezu frühlingshafter Tag. Zögernd fiel am 15. etwas Schnee. Vor Weihnachten wurde es wieder mild (+ 6 Grad am 25. morgens), und es setzte Regen ein. An den beiden letzten Tagen fiel die Temperatur wieder unter Null, und es schneite nochmals ganz wenig. Im gesamten aber war der Monat - wie auch das ganze Jahr - zu mild.

letzte Aktualisierung: 08 Jan 2012

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