Aarauer Wetter Rückblende

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2001

Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > ab 2000

Januar 2001

Mit einer sternenklaren, kalten Neujahrsnacht (minus 6.2 Grad) begann das Jahr, genau so, wie es zwölf Monate später wieder aufhören sollte. Wer zum originellen Neujahrsapéro unter dem Motto ,,Aarau spricht“ ins Rathaus pilgerte,konnte dies noch trockenen Fusses tun. Der richtige Winter liess auf sich warten.Es lag weit und breit kein Schnee. Westwindwetter beherrschte die Lage. Der Monat, in dem man normalerweise die tiefsten Temperaturen erwartet, war um 2Grad zu warm Auch die Niederschlagsmenge lag 23 Prozent über der Norm.Dagegen profitierte die Stadt wegen der unüblichen Nebelarmut von zahlreichen hellen Tagen. Was fehlte, das war der Schnee, von gelegentlichem Schneetreiben abgesehen.


Februar 2001

Wenige Zentimeter Neuschnee am frühen Morgen des l. erforderten wegen Schneeglätte den ersten richtigen Wintereinsatz der Kantonspolizei auf der stadtnahen Autobahn. Aber schon um 10 Uhr war aller Schnee wieder weg. Frühlingsstimmung lag in der Luft! Bei 15.6 Grad am 6. begannen die Vögel zu singen wie im Frühling. Noch um 22 Uhr betrug die Temperatur 8 Grad. Die Schneeglöckchen standen in voller Pracht. Der Haselnussstrauch blühte wie im März. Nach Monatsmitte wurde der Frühling wieder zurückgepfiffen. Es folgten kühlere Tage mit viel Sonnenschein. Die Besonnung im Februar war denn auch um mehr als ein Drittel höher als im Durchschnitt. Immer noch fehlte der Schnee, bis dann am 25. abends zwei Zentimeter fielen. Am 26. waren die Grünflächen weiss. Es war mit minus 6.3 Grad die kälteste Nacht dieses Winters. Aber die Sonne tat ihre Pflicht und liess den Schnee wegschmelzen, und am Monatsende stiegen die Temperaturen leicht an. So war auch der Februar 2.3 Grad zu hoch temperiert, sehr sonnig und niederschlagsarm. Der grosse Wintereinbruch blieb dieses Jahr aus.


März 2001

Der eigentliche Frühlingsmonat begann kurioserweise mit Schneeschauern. Am 2. waren die Strassen vereist, und am 3. fielen 8 cm nasser Neuschnee, die grösste Menge dieses Winters! Ab 7. begann eine Regenperiode mit Maximum am 12. mit 29 Millimeter Regen innert 7 Stunden (15-22 Uhr), Die Aare führte Hochwasser, nachdem am 13. nochmals 28 Millimeter Regen gefallen waren. Die monatliche Niederschlagsmenge war dreimal so hoch wie normal. Erst zweimal in hundert Jahren hat es im März soviel Regen gegeben, letztmals 1988. Dauerregen herrschte vom 18.-21. Bis am 25. gab es einen einzigen trockenen Tag. Kurz vor der Umstellung auf Sommerzeit stieg das Quecksilber auf das Monatsmaximum von 17.7 Grad (am 23.). Ein Kaltfrontdurchgang löste am Abend des 24. ein starkes Gewitter aus. ,,Aprilwetter“ kennzeichnete die letzten Tage des Monats, mehrheitlich blieb es aber trocken. Erneut nahm ein Monat mit einem grossen Wärmeüberschuss (2.9 Grad) ein Ende. Zudem hatte er uns noch mit 25 Regentagen geärgert. So war die Natur beträchtlich im Vorsprung Schon am 31. öffnete die Referenzbuche am Goldernwaldrand die ersten Knospen, und die Rosskastanien auf dem Kirchplatz und im Kasinogarten begannen bereits am 21. auszutreiben. Die Sonne schien während des ganzen Monats nicht einmal halb so lang wie üblich.


April 2001

Nach dem verregneten März begrüsste uns der April mit Frühlingscharme. Am 1., einem Sonntag, zog es die Aarauer in Ferienstimmung ins Freie. Viele benutzten den warmen, wolkenlosen Tag, um zu den Küchenschellen bei den Stockmatthöfen zu pilgern. Aber die drei ersten Tage entpuppten sich bald als schlechten Aprilscherz. Schon bald drang wieder feuchte Polarluft ein, und vom 13.-23. herrschte meist nasskaltes Wetter. Mit minus 0.7 Grad war der 14. der kälteste Tag des Monats, und es schneite ganz wenig, wie auch am Folgetag, an Ostern. Auch eine Woche später trat nasser Schneefall ein. Seit anderthalb Monaten waren nun nur ein paar wenige Tage niederschlagsfrei! Der April war minus 0.8 Grad zu kalt, zum ersten Mal wieder ein Wärmedefizit seit Juli 2001! Ein rasanter Temperaturanstieg ab 23. bewirkte, dass das Defizit nicht noch grösser war. Der Monat endete frühlingshaft, so wie er begonnen hatte, mit 20 Grad. Innert vier Tagen (ab 26.) begrünten sich die stadtnahen Buchenwaldränder vollständig, die infolge der kühlen Witterung ihr kahles Winterkleid allzu lange behalten hatten.


Mai 2001

Der Mai begann mit starkem Regen. Am 4. ab 22 Uhr unterbrach ein Gewitter die paar wenigen vergangenen regenfreien Tage, die Es war ein sonniger Mai, dessen Tagestemperaturen bis am Monatsende auf hochsommerliche 28,7 Grad stiegen. So war er auch fast 3 Grad zu warm und wird als einer der wärmsten Maimonate in die Geschichte eingehen, ähnlich wie Mai 1999 und 2000.endlich einmal auf einen angenehmen Frühling hoffen liessen. Es fielen bis zum Morgen 23 Millimeter Regen, die höchste Menge des Monats. Schon folgte wieder eine trockene Periode mit viel Sonnenschein vom 10. bis 13., ein guter Saisonstart für die Badi! Die Eisheiligen wurden ihrem Ruf nicht gerecht. Ein etwas kühleres und feuchteres Intermezzo mit 41 Millimeter Regen innert vier Tagen fand um die Monatsmitte statt, worauf die zweite Monatshälfte wieder mit viel Sonnenschein aufwartete. Aus einem heftigen Gewitterregen am Auffahrtstag (24.) resultierten 10 Millimeter Regen, ebenso am letzten Tag. Das Gesamttotal der Niederschläge betrug nur 84 Millimeter und lag so wieder einmal unter der Norm. Es war ein sonniger Mai, dessen Tagestemperaturen bis am Monatsende auf hochsommerliche 28,7 Grad stiegen. So war er auch fast 3 Grad zu warm und wird als einer der wärmsten Maimonate in die Geschichte eingehen, ähnlich wie Mai 1999 und 2000.


Juni 2001

Als einzige Messstation der Schweiz wies Aarau im Monat Juni ein Niederschlagsdefizit auf. Obschon der Monat überdurchschnittlich viel Besonnung aufwies, war er 0,5 Grad zu kalt. Besonders nasskalt war das Pfingstwochenende (2. bis 4.), als die Temperatur nur 5 Grad betrug. Auch an den beiden folgenden Wochenenden fielen häufig kräftige Niederschläge, und es war kühl. Unter dieser feuchten Polarluft hatten auch die Pferderennen am 17. zu leiden. Erst im letzten Monatsmittel stellte sich eine stabile Hochdrucklage ein, und die Temperaturen stiegen wieder auf sommerliche Werte von über 25 Grad, mit einem Maximum am 26. von 30,3 Grad. Die Ozonwerte in Suhr (Distelmatten) stiegen erstmals markant über den Grenzwert. Zwar war der Juni nicht wärmer als der Mai, doch fand nun gegen das Monatsende das lange Warten auf den Sommer endlich seinen Abschluss.


Juli 2001

Sommerliche Temperaturen und ein Hochdruckgebiet liessen am Monatsanfang auf einen sonnigen Maienzug (am 6.) hoffen. Ein seltener, ausserordentlicher Sommerföhn verstärkte den Temperaturanstieg am Festtag selber noch beträchtlich und liess die Temperatur auf 31 Grad steigen. Nur der 31. war noch heisser, nämlich 31,9 Grad. Am Maienzug selber war es um Mitternacht noch 25 Grad warm. Allerdings vertrieben starke Sturmböen und ein fernes Wetterleuchten um 22 Uhr viele Festteilnehmer vom Schanzmätteli. Aber es war ein Bilderbuch-Maienzug! Ausgerechnet auf Schulferienbeginn fing es dann am 7. um 9 Uhr morgens zu regnen an, 20 Millimeter innert fünf Stunden. Die Temperatur erhielt einen markanten Rückschlag. Der wechselhafte, eher feuchte und kühle Wetterabschnitt endete im letzten Monatsdrittel, als die Temperaturen rasch wieder auf sommerliche Werte anstiegen und die tägliche Sonnenscheindauer mehr als elf Stunden betrug.


August 2001

Mit dem heissesten Tag des Jahres (am 2.) ging im August die Hitzeperiode zu Ende. Das Thermometer zeigte 32,1 Grad an. Die Bundesfeier erlebte bei einem heissen Abend einen Grossaufmarsch, und das traditionelle Höhenfeuer auf der Wasserfluh leuchtete in eine sternenklare, vollmondträchtige Sommernacht. Mit dem Ende der Schönwetterperiode regnete es an einem einzigen Tag (am 3.) 26 Millimeter, was fast einem Drittel der gesamten Augustmenge entsprach, die ohnehin schon weit unter der Norm lag. Ein markanter und nachhaltiger Kaltlufteinbruch leitete einen kühlen und regnerischen Witterungsabschnitt ein, der am 12. mit 9,1 Grad am frühen Morgen endete. Von da an ging es mit Besonnung und Quecksilber wieder aufwärts. Nach einem kurzen Unterbruch des stabilen Wetters hatten wir es vom 16. bis 19. mit kühleren Temperaturen und etwas Regen zu tun. Hernach präsentierte sich der August bis am 29. hochsommerlich (25 bis 30 Grad), bis dann am 30. ein spürbarer Temperatursturz den Sommer beendete. Der Wärmeüberschuss war mit 2,4 Grad beträchtlich.


September 2001

Schon Ende August waren die ersten Anzeichen des nahenden Herbstes nicht mehr zu übersehen. Am informativen Rundgang im Schachen für alle Einwohner war es schon recht kalt (am 1.). Die Abkühlung infolge längerer Nächte bewirkte erste Nebelfelder. Zwar steigerte sich der 3. nochmals zu einem Temperaturmaximum von über 20 Grad und langer Besonnung. Aber an allen folgenden Tagen bewegten sich die höchsten Temperaturen in Begleitung von viel Regentropfen lediglich zwischen 10 bis 20 Grad. Glück in diesen unbeständigen Tagen hatte der Bachfischet, der trocken durchgeführt werden konnte. In den letzten Septembertagen (ab 26.) zeigte sich nach den üblichen Morgennebeln die Sonne wieder verstärkt, wovon auch der MAG voll profitierte. Der 28. war ein echter Altweibersommertag, den man allerdings wegen der Tragödie im Zuger Parlament tags zuvor nicht recht geniessen konnte. Dieser erste Herbstmonat war charakterisiert durch ein Temperaturdefizit von 1 Grad, durch doppelt so viel Regen als normal und zu wenig Sonne. Es war der schlechteste September seit hundert Jahren.


Oktober 2001

Er nahm in jeder Beziehung einen Podestplatz ein. Er war 4 Grad zu warm, und die Sonne schien 50 Prozent länger als normal. Es war der wärmste Oktober seit Messbeginn im Jahre 1864. Diese Tatsache lässt aufgrund von Untersuchungen auf eine winterliche Kälteperiode im Januar und Februar 2002 hoffen (mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit). Schon der 2. schlug mit 24 Grad alle bisherigen Rekorde. Günstiger hätte das Wetter am 11. für die Traubenernte im Aarauer Rebgut in Herznach nicht ausfallen können. Mit relativ wenig Nebel- und Hochnebellagen war die Sonnenscheindauer hoch und lag 50 Prozent über der Norm. Mit Ausnahme des 25. schien jeden Tag die Sonne, wenn auch teilweise nur von kurzer Dauer. Nach einem Temperaturminimum am 26. wurden am 31. immer noch fast 20 Grad gemessen. Ausgerechnet mit Beginn der Winterzeit am 28. kamen nochmals warme Tage, die aber um Mitternacht des 31. ein abruptes Ende fanden.


November 2001

Zwar waren die ersten Tage noch sehr sonnig, aber am 9. fielen die Temperaturen deutlich in den Keller. Am 8. hatte der Herbst mit Sturm und Regen richtig begonnen. Die bis jetzt noch standhaft hängen gebliebenen Blätter lösten sich in Massen von den Bäumen, und am Morgen fiel zweimal der Strom aus. Das Quecksilber stieg bis zum 25. nie mehr über 5 Grad. Am 9. meldeten sich die ersten Schneeschauer, und schon gab es die ersten Minustemperaturen. Im Jura waren die Matten weiss, nicht aber der Wald. Die ersten beiden Sonntage (4. und 11.) waren mit ihrer Nachmittagssonne noch einmal voll zu geniessen. Von da an war die Konstanz des Novembers mit Temperaturen knapp unter der Norm, mit wenig Sonne und mit viel Hochnebel nicht mehr zu übersehen. Allerdings blieb es ziemlich trocken. Erst gegen Monatsende wurde es wieder etwas wärmer, regnete aber am 30. die höchs-te Tagesmenge des Monats, nämlich 21 Millimeter. Schneefall blieb aus, von einigen Zentimeter Nassschnee abgesehen. Der erste Vorstoss des Winters war vorbei.


Dezember 2001

Erst am 20. meldete sich der Winter mit Schnee wieder zurück. Nach einer milden ersten Dezemberwoche erfolgte innert zehn trockenen Tagen ein abrupter Temperatursturz bis zu einem Minimum von minus 15 Grad am 13./14. und Schneefall, der auch den Verkehr behinderte. Am 20. gegen Mittag begann es zaghaft und leise zu rieseln. Am 22. lagen 11 Zentimeter Schnee. Da immer wieder ein «Schäumchen» Schnee die Landschaft verzauberte und der Heilige Abend bei viel Sonnenschein eine Morgentemperatur von minus 13 Grad präsentierte, erlebte man erstmals seit 1998 wieder einmal weisse Weihnachten. Der milde 29. liess allen Schnee wieder schmelzen. Erst am sonnigen Silvestertag lag bei einer Höchsttemperatur knapp unter dem Gefrierpunkt wieder etwas Schnee, und so wie die Neujahrsnacht 2001 begonnen hatte, nämlich kalt (minus 8 Grad) und sternenklar, so endete auch die Silvesternacht auf 2002, sogar noch verschönert durch einen prächtigen Vollmond! Nordwind sorgte für einen hellen Start ins neue Jahr.

letzte Aktualisierung: 08 Jan 2012

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