Aarauer Wetter Rückblende

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2002

Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > ab 2000

Januar 2002

Der Jahresanfang bescherte uns nach klarer Vollmondnacht grimmige Kälte. Der Bärzelistag war mit minus 9,4 Grad der kälteste Tag des Jahres. Hartnäckiger Hochnebel bis zum 19. wurde gelegentlich von Sonnenstrahlen durchbrochen. Die Besonnung war doppelt so hoch wie normal. Eigentlich waren es schöne, kalte Wintertage, nur der Schnee fehlte wie im Vorjahr. Im Verlaufe des Monats schraubten sich die Temperaturen kontinuierlich nach oben und erreichten am 28. das Maximum von 14,1Grad. So war auch dieser Januar zu warm. Eine Sturmwindzone erfasste am 26. abends auch Aarau, Schäden im Aarauer Wald waren die Folge. Damit verbunden waren auch, zum ersten Mal seit langem, stärkere Niederschläge (19 Millimeter). Dennoch war der Januar niederschlagsarm (37 Prozent der Norm) und ohne Schnee. So hatte der Monat ein wahres Janusgesicht: die erste Hälfte sehr kalt und schneelos, die zweite Hälfte frühlingshaft mild mit etwas Regen.


Februar 2002

Am 4. stellte die AZ die Frage: «Ist eigentlich schon Frühling?» Bereits blühten die ersten Schneeglöckchen. Der Monat war 4,5 Grad zu warm, und die tiefste Temperatur betrug am 22. lediglich minus 3,4 Grad, die höchste am 13. aber 15,4 Grad. Nur der Februar 1990 war milder gewesen. Es war regnerischer als normal. Mit ein paar Schneeschauern am 21. meldete sich der Winter zurück. Über die Jurahöhen fegte um 14 Uhr ein Schneesturm. Der nachfolgende Regen brachte es fertig, dass der Jura am 24. seinen weissen Schleier schon wieder verloren hatte. Der – mit Ausnahmen – schon leicht frühlingshafte Februar verzeichnete immerhin 69 Sonnenstunden (= 111 Prozent der Norm), sodass am Monatsende die Vögel im Gönhardwald wie im Frühling zwitscherten.


März 2002

War schon der Februar mild, sonun der März erst recht mitöheren Temperaturen auf, wie sie üblicherweisein der ersten Hälfte desMai auftreten. Am 13. war es20 Grad warm. Das wirkte sichauf die Vegetation aus, die bis zum zwei bis drei Wochen im VorsprungDann jedoch folgte eine massiveühlung mit Temperaturen unterGefrierpunkt. Die «Laternenparkierer » hatten am Morgen ihre Autosder Frostschicht zu befreien. Fastallen Tagen schien die Sonne, teilweiselange wie die mögliche Sonnenscheindauer überhaupt. So auch11., einem sonnigen Vorfrühlingstag,die Rosskastanie bei der Stadtkirchediejenige im Kasinogartenzwei bis drei Zentimeter langeätter hatten. Das war gut zwei Wochenüher als im Vorjahr. Die Sonne161 Stunden (= 152 Prozent der). Die Niederschlagsmenge warals normal und konzentriertenur auf drei Tage (am 2. ein, am 19. mit böenartigenürmen und am 22.). Karfreitag (29.)Ostern (31.) nahmen punkto Sonne einen Podestplatz ein.


April 2002

Im April waren die ersten elf Tage sehr sonnig (ausgenommen der 8.). Ihr Wärmeüberschuss wurde infolge Bise ab 5. etwas abgebaut. Dennoch blieb auch der April um 1.1 Grad zu warm. Die früh austreibende Referenzbuche am Goldernwaldrand öffnete ihre Knospen erstmals am 2., war aber erst am 22. völlig ergrünt. Am 13. regnete es zum ersten Mal seit dem 22. März intensiv. Die monatliche Niederschlagsmenge blieb aber mit 56 Millimetern weit unter der Norm. Temperaturmässig gings am 16. knapp über den Gefrierpunkt, mit einigen Schäden an Kirschen- und Zwetschgenblust. Ab diesem Tag setzte typisches Aprilwetter ein. Die Temperaturkurve stieg ab Monatsmitte mit Aufs und Abs langsam, aber stetig an und erreichte am Monatsende mit über 22 Grad ihren Höhepunkt. Gartensitzplätze konnten bereits benützt werden. Die Sonnenscheindauer betrug 179 Stunden und lag einen Drittel über der Norm.


Mai 2002

Nach einem regnerischen und kühlen Monatsbeginn mit einem Temperaturminimum3,5 Grad am 6.,sich die Temperaturen langsam oben. Ihr Maximum wurde17. erreicht (29,2 Grad). In dernach dem Muttertag am 12. regnete noch einmal ergiebige 21 Millimeter,dann blieb es bis am 23.trocken. Es waren ein paar Maientage! Die Eisheiligen gingen Frostgefahr vorbei. Erneut weitere Kaltfronten und bewirkten unternormale Werte (am 27. nur noch 6 Grad) und 50 Millimeter innert vier Tagen. Erst ab 29. schien sich der Wonnemonat eigentlichen Charakters zu, so als wollte er uns einstimmenden legendären Aargauer Tag der Expo.02 am 1. Juni. Das wechselhafte im Mai hatte eine leicht Besonnung und eine leicht höhere Niederschlagsmenge als normal Folge. Dennoch lag die Durchschnittstemperatur, 6 Grad höher als normal.


Juni 2002

Mit Ausnahme der ersten beiden Tage, die sonnig und warm waren, begann der Monat verhalten. Bewölkung, leichte Niederschläge, kühle Witterung mit einem Temperaturminimum von 7,1 Grad am 11. liessen keine richtige Sommerstimmung aufkommen. Dann aber entwickelte sich eine Hitzewelle, wie sie seit Messbeginn 1864 im Juni noch nie aufgetreten war. Die Messstation Buchs-Suhr meldete am 18. die landesweite Rekordtemperatur von 35,1 Grad. Auf der asphaltierten Strasse mass man auf 1,50 Metern Höhe 43 Grad. Dementsprechend waren auch die Wassertemperaturen im Juni so hoch wie noch nie, und die Badi hatte Hochbetrieb. Die Hitzewelle dauerte bis zum 23., als in der Nacht zum 24. um halb vier Uhr ein starkes Gewitter mit 35 Millimetern Regen, Hagelschlag und «tornadoähnlichen» Windböen eine markante Abkühlung brachte. Etliche Keller in der Stadt standen unter Wasser. Verwöhnt, wie man von der langen Hitzeperiode war, schienen einem die letzten fünf Tage des Monats nicht mehr so sommerlich, obwohl sie immer noch viel Wärme und Sonne boten. Der ganze Monat verzeichnete zehn Hitzetage (das heisst Temperaturen von mindestens 30 Grad) und einen Wärmeüberschuss von 3,3 Grad gegenüber der Norm.


Juli 2002

Der zweite Sommermonat wurde vielfach als wenig sommerlich empfunden. Die Witterung war insgesamt sehr wechselhaft, die Mitteltemperatur lag nur 0.6 Grad über der Norm. Besonnung und Niederschlag waren tiefer als normal. Aber was interessiert die Aarauerinnen und Aarauer im Juli nebst dem Ferienwetter am meisten? Es ist unser Maienzug! Dieser erste Freitag (5.) war makel - und wolkenlos, nicht zu heiss (am Morgen wurde mit 7.1 Grad die tiefste Temperatur des Monats gemessen!), das Quecksilber kletterte auf 25 Grad, ideales Festwetter, und erst ab Mitternacht leichtes Regentröpfeln. An den folgenden Tagen zeigten sich häufig Wolkenfelder mit sonnigen Abschnitten, öfters goss es einige Millimeter Regen. Es wollte nach dem 9. nie mehr so richtig warm werden. Am 10. stand das Thermometer um 18 Uhr nur noch bei 15 Grad, und am 15. fragte man sich: „Ist der Sommer jetzt schon vorbei?“ Das wechselhafte und zum Teil herbstlich anmutende Wetter hielt bis Monatsende an, aber am 29. gab sich die Quecksilbersäule doch noch einen Ruck und stieg auf die monatliche Maximalhöhe von 31.8 Grad, um aber sofort wieder auf merklich tiefere Werte abzusinken. Trotz den immer wieder auftretenden Niederschlägen blieb ihre Menge beträchtlich unter der Norm, die Sonne schien weniger lang als im jahrzehntelangen Durchschnitt.


August 2002

Die wechselhafte Witterung des Vormonats bestimmte auch im ersten Augustdrittel weitgehend den Wetterablauf. So war auch der Bundesfeiertag ein Mix von sonnigen Abschnitten, Wolken und geringfügigem Regen am Abend. Die Tageshöchsttemperatur betrug lediglich 20 Grad. Der kälteste Abschnitt des Monats fiel auf das zweite Wochenende (10. und 11.), an dem die Temperatur bis auf 9 Grad absackte. Die Regenmengen waren an diesen zwei Tagen beträchtlich und betrugen 45 Millimeter. In Zürich, Luzern, Biel, Zofingen und andernorts fielen grosse Festanlässe buchstäblich ins Wasser. Diese Wetterlage war auch die Ursache für die grossen Überschwemmungen an der Elbe und Moldau, in Oesterreich und Bayern. Glücklicherweise folgte vom 13. bis 19. der erste zusammenhängende sonnige Wetterabschnitt dieses Sommers, sodass auch das ,,Fähnlein der sieben Aufrechten“ beim Schlössli ' trocken über die Bühne ging. In dieser Zeit stieg allmählich die Temperatur auf den Höchstwert von 30.1 Grad am 19. an, dem einzigen Hitzetag des Monats, worauf sie aber sofort wieder abrupt nach unten rutschte und das Ende des Hochsommers einzuläuten schien. Tatsächlich beendete ein 15 Millimeter- Gewitterregen am Kantijubiläum am 31. um 14 Uhr den Sommer endgültig.


September 2002

Die wechselhafte Witterung des Vormonats bestimmte auch im ersten Augustdrittel weitgehend den Wetterablauf. So war auch der Bundesfeiertag ein Mix von sonnigen Abschnitten, Wolken und geringfügigem Regen am Abend. Die Tageshöchsttemperatur betrug lediglich 20 Grad. Der kälteste Abschnitt des Monats fiel auf das zweite Wochenende (10. und 11.), an dem die Temperatur bis auf 9 Grad absackte. Die Regenmengen waren an diesen zwei Tagen beträchtlich und betrugen 45 Millimeter. In Zürich, Luzern, Biel, Zofingen und andernorts fielen grosse Festanlässe buchstäblich ins Wasser. Diese Wetterlage war auch die Ursache für die grossen Überschwemmungen an der Elbe und Moldau, in Oesterreich und Bayern. Glücklicherweise folgte vom 13. bis 19. der erste zusammenhängende sonnige Wetterabschnitt dieses Sommers, sodass auch das ,,Fähnlein der sieben Aufrechten“ beim Schlössli ' trocken über die Bühne ging. In dieser Zeit stieg allmählich die Temperatur auf den Höchstwert von 30.1 Grad am 19. an, dem einzigen Hitzetag des Monats, worauf sie aber sofort wieder abrupt nach unten rutschte und das Ende des Hochsommers einzuläuten schien. Tatsächlich beendete ein 15 Millimeter- Gewitterregen am Kantijubiläum am 31. um 14 Uhr den Sommer endgültig.


Oktober 2002

Die beiden ersten Tage im Oktober sorgten 2002 noch für einen schönen Altweibersommer. Aber dann war bis zum 27. der Wetterablauf häufig tiefdruckbestimmt. Verbunden mit kräftigen Temperaturschwankungen gab es in rascher Folge Wechsel zwischen Niederschlagsperioden und sonnigen Abschnitten. Trotz allem ging der Läset im Aarauer Rebberg in Herznach am 7. glatt über die Bühne. Am 9. sprach man von «wechselhaftem Aprilwetter». Die Regenmenge des Monats betrug fast das Zweieinhalbfache der Norm, mit Spitzen am ersten Sonntag (6.) mit 30 Millimetern und am 17. mit 32 Millimetern. Kräftiger Sonnenschein präsentierte sich erst wieder in den letzten Tagen des Monats, wobei aber gleichzeitig am 29. der erste Bodenfrost zu registrieren war, weil jene Tage völlig nebelfrei waren. Hochnebellagen waren vor allem in der ersten Monatsdekade vorherrschend. Dennoch war die Besonnung übers Ganze gesehen überdurchschnittlich, eine Feststellung, die auch für die Expo.02 gilt, die am 20., einem Tag mit viel Sonne nach Auflösung des Morgennebels, ihre Tore schloss.


November 2002

November: Nach sechs niederschlagsfreien Tagen regnete es am 2. wieder einmal ergiebig (40 Millimeter). Am 3. sorgte ein kurzes Zwischenhoch für den höchsten Temperaturwert von 16,9 Grad, der später bei weitem nie mehr erreicht wurde. Dann begann eine Regenperiode, die bis zum 11. andauerte. In dieser Zeit fiel fast doppelt so viel Regen wie sonst im ganzen Monat. Die Abflussverhältnisse der Flüsse und Bäche wurden prekär. Dem lausigen Herbstwetter folgte eine kurze Wetterberuhigung, bis am 16. eine massive Dusche die Flüsse nochmals ansteigen liess. Der kantonale Führungsstab war auf Pikett. Kaum verwunderlich, dass der verregnete Monat (228 Prozent der Norm!) nur die Hälfte der normalen Sonnenscheindauer zuliess, dies auch wegen der vielen Nebellagen ab 20. Die Temperaturen bewegten sich ab 4. tagsüber in einem engen Bereich zwischen 6 und 12 Grad. So war der November 2,8 Grad zu warm. Es war der zweitwärmste November seit Messbeginn 1864. Deshalb war auch «Schnee» überhaupt kein Thema!


Dezember 2002

Der Dezember bescherte uns frühlingshafte Temperaturen, vor allem in der zweiten Monatshälfte, als das Quecksilber 5 bis 12 Grad höher als normal stieg. Der Monat war 3.7 Grad zu warm. Die Wärmeüberschüsse häufen sich! Die höchste Temperatur verzeichnete der 23. mit 11.9 Grad. Zudem geizte der Monat mit Sonnenschein (total 2.4 Sonnenstunden statt normal 26 Stunden!). Es war der sonnenärmste Dezember seit 1864. Nur vom 9. bis 12. gab es Eistage (Temperatur nie über dem Gefrierpunkt). Das Wohlbefinden der Aarauer wurde fortlaufend getrübt durch hartnäckigen Hochnebel, dessen Obergrenze meistens über 1400 Meter lag.
Es nützte also auch nichts, auf unsere Jurahöhen zu steigen, um wieder einmal blauen Himmel zu sehen. Lediglich in der Nacht vom 26./27. klarte es auf, und man konnte sich am Wintersternbild des Orion erfreuen. Die wenigen Schneeflocken, die am 5. und am 9. fielen, waren unbedeutend, und von einer geschlossenen Schneedecke konnte keine Rede sein. In den letzten neun Jahren wurden die wärmsten Dezember seit Messbeginn im Jahre 1864 gemessen. Der Dezember 2002 gehört auch dazu.

letzte Aktualisierung: 08 Jan 2012

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