Aarauer Wetter Rückblende

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2003

Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > ab 2000

Januar 2003

Die vorfrühlingshaften Temperaturen des Vormonats leiteten über ins neue Jahr mit 14 Grad am Bärzelistag. Am Abend dieses Tages machte sich auch ein starker Wintersturm mit ergiebigem Regen bemerkbar. Am 5. schneite es zum ersten Mal in diesem Winter, allerdings nur ganz wenig. Im Jura waren nur die Höhenlagen von Stockmatt und Herzberg weiss, die Juraweid blieb noch grün. Die Temperatur sank ständig und betrug schliesslich am Morgen des 13. minus 11 Grad. Man verzeichnete fünf aufeinanderfolgende Eistage (Temperatur immer unter null Grad). Eine Hochnebeldecke auf 1200 m Höhe verhiess auch den Juragipfeln keine Sonne. Doch dann fragte man sich bereits: „Ist das Wintermärchen schon zu Ende?“. Denn mit den folgenden Temperaturen um null Grad bis gegen Monatsende war an eine bleibende Schneedecke nicht mehr zu denken. Nach Monatsmitte kamen wir immerhin in den Genuss von Sonne. Erst die letzten beiden Tage brachten mit 12 cm Schnee und Temperaturen bis 10 Grad unter Null wieder einmal eine winterliche Atmosphäre. Zum ersten Mal in diesem Winter mussten Schneeschaufeln hervorgeholt werden. Trotz einigen kalten Tagen war der Januar 0.7 Grad zu warm. Die Sonnenscheindauer entsprach mit 30 Stunden der Norm.


Februar 2003

Der Monat startete mit einem sonnenhellen, aber kalten Tag. Um zehn Uhr morgens war es immer noch minus 10.4 Grad . Es war der kälteste Tag dieses Winters (Minimaltemperatur minus 12.4 Grad). An den noch nicht überbauten Hängen unserer Stadt frönten die Kinder übers Wochenende dem Schlitteln. Schlagzeile der AZ: "Wintersport vor der Haustüre". Die geschlossene Schneedecke seit dem 30. Januar blieb uns trotz Regen am 3. weiterhin erhalten und erhöhte sich bis zum 7. sogar auf über 20 cm. Es war wahrlich eine prächtige Schneelandschaft, so wie in der gleichen Periode vor fünf Jahren. Ab 10. begannen die Temperaturen weiter zu fallen, und um den 19. hielt uns die Kälte fest im Griff. Trotz hartnäckigem Hochnebel schien doch gelegentlich nachmittags die Sonne, und es wurde ab 23. langsam wärmer, da sich in den folgenden Tagen die Sonne schon im Laufe des Vormittags zeigte. Am 28. wurde das Temperaturmaximum von 12.9 Grad erreicht, aber auf der Staffelegg war immer noch schlitteln angesagt. Seit dem 9. bestand eine ausgeprägte Hochdrucklage, und der Hochnebel, der wie ein Deckel über der Stadt lag, liess dadurch auch die Konzentration von lungengängigem Feinstaub drastisch ansteigen. Seit dem 6. waren auch keine Niederschläge mehr gefallen, weder Schnee noch Regen. Solch lange Trockenperioden sind im Winter eher selten. Mit 75 Sonnenstunden war der Monat bedeutend sonniger als normal, und mit nur 31 mm Niederschlag (Schnee vom 1. bis 6.) wurde nicht einmal die Hälfte der Norm erreicht.


März 2003

Zum ersten Mal seit drei Wochen gab es am 1. abends wieder einmal Niederschläge (2 mm Regen). Der sonnigste und stabilste März seit fünfzig Jahren (1953 war Rekordhalter im letzten Jahrhundert!) nahm seinen Anfang. Er war 3 Grad zu warm und schlug mit lediglich einem Drittel der normalen Niederschlagsmenge zu Buch. Nach Temperaturrückschlägen am 3. und 7. stieg das Quecksilber wieder in die Höhe, und der 11. brachte es fast auf 20 Grad. Nur selten in den letzten hundert Jahren soll dieses Ereignis so früh im Jahr beobachtet worden sein. Dennoch hatten sich die Blütenknospen und die Blätter der Rosskastanien auf dem Kirchplatz und im Kasinogarten am 15. nur ganz wenig geöffnet. lm Vorjahr war die Entwicklung um vier Tage weiter fortgeschritten. Die kleinen Temperaturrückfälle hatten offenbar ihre Wirkung gezeigt. Hernach trat ein Wetterumschlag mit einem Kaltluftvorstoss ein. Es blieb aber sonnig und trocken, wobei starker Dunst die Fernsicht in die Alpen verunmöglichte. Kontinuierlich stieg die Temperatur wieder an. Der Frühlingsanfang am 21. war tatsächlich frühlingshaft. Während zwei Wochen wurde man auf der Suche nach Wolken kaum fündig. Als die Grenzwanderung des Schweizer Alpenclubs rund um den 200 Jahre alten Kanton am 29. im Untern Rathaus startete, war dies auch zugleich mit 20.3 Grad der heisseste Tag des Monats.


April 2003

Der 1. begrüsste uns noch mit Frühlings-Charme, mit sonnigem und mildem Wetter. Aber schon in der Nacht zum 2. fiel die Temperatur um 12 Grad, und typisches Aprilwetter mit Regen und Graupeln, Sonne und Wolken setzte ein. Es war viel zu kalt für die Jahreszeit. Die Temperatur sank bis zum 8. auf minus 3.2 Grad. Es war eine der kältesten Aprilnächte seit 1986. Dementsprechend begann auch die Referenzbuche am Goldernwaldrand einige Tage später als im Vorjahr auszutreiben (am 8.). Immer wieder setzten schwache Schneeschauer ein, durchmischt mit sonnigen Abschnitten. Nach schwachen Niederschlägen am 10. und 12. mit insgesamt 15 mm schraubten sich die Temperaturen wieder nach oben. Vom 13. bis zum Karfreitag (18.) war es sehr sonnig und warm (bis 22 Grad). Eine markante Umstellung der Wetterlage am Karsamstag bewirkte für die folgenden Tage Regen und eine Reduktion der Sonnenscheindauer, wobei bald die Temperaturen wieder anstiegen und am 25. das Monatsmaximum von 24.3 Grad erreichten - knapp 1 Grad wärmer, und der erste Sommertag des Jahres wäre erreicht gewesen! Ausgerechnet die kantonalen Jubiläumsfeierlichkeiten am 26. wurden durch Windböen, Regen und kühle Temperaturen getrübt. Bis zum Monatsende blieb es unbeständig, aber mit moderater Wärme um 20 Grad. Charakteristisch für den April war ein Wärmeüberschuss von 1.4 Grad, eine ausserordentliche hohe Sonnenscheindauer mit 50% über der Norm und ein bedeutendes Niederschlagsdefizit.


Mai 2003

m 1. war ein kleines Zwischenhoch verantwortlich für sonniges Wetter. Aber am 2. folgte bereits die nächste Kaltfront, die uns um 21.30 Uhr ein kleines Gewitter bescherte. Ab 3. wurde es markant wärmer (bis gegen 25 Grad), und die Gartensitzplätze konnten bezogen werden. Es blieb bis am 9. niederschlagsfrei, doch dann gab es nachmittags während einer Stunde eine massive Dusche von 21 mm Regen. Das Quecksilber begann wieder zu sinken. Die „EisheiIigen“ machten sich bemerkbar. Die ,,Kalte Sophie“ am 15. sorgte für die tiefste Temperatur des Monats von 1.8 Grad. Die zweite Monatshälfte war geprägt von einem wechselhaften Wetterablauf mit Kaltlufteinbrüchen, aber auch mit vereinzelten Temperaturspitzen über 25 Grad (Sommertage!). Bis schliesslich am 31 ., als der Wildpark Roggenhausen oben beim Spycher sein hundertjähriges Bestehen feierte, der höchste Monatswert von 27.8 Grad erreicht wurde. Rein gefühlsmässig schien der Mai nicht gerade ein Wonnemonat gewesen zu sein, doch war er effektiv 2.2 Grad zu warm und niederschlagsarm. Wie doch Gefühle täuschen können! Nur mit der Besonnung haperte es leicht, weil vom 25. bis 28. hochnebelartige Wolkenschichten die Sonne verdeckten. Erst am Auffahrtstag (29.) zeigte sich die Sonne wieder. Es war schwül und warm.


Juni 2003

Die grösste Hitzeperiode seit Menschengedenken nahm ihren Anfang. Mehrmals stiegen die Temperaturen auf 33 bis 36 Grad. So hohe Temperaturen wurden seit dem 26. Juni 1947 nie mehr registriert. Damals stand in der Chronik der ,,Aarauer Neujahrsblätter“ unterm 26. Juni 1947: “Bis 40 Grad im Schatten“! Es gab 16 Hitzetage (Temperaturen nie unter 30 Grad). Der heisseste Tag war der 23. mit 36.1 Grad. An der prallen Sonne und zwei Meter über asphaltiertem Boden konnten am Thermometer 44 Grad abgelesen werden! Die Tageshöchstwerte lagen tagtäglich höher als 25 Grad. Deshalb war für einmal der Durchzug in der Markthalle beim Besuch von Bundesrätin Calmy- Rey am 12. wohltuend. Am 25. beendeten die Rennfahrer ihre Tour de Suisse unter grösster Hitze an der Bahnhofstrasse. Im gesamten schloss der Juni mit einem noch nie beobachteten Wärmeüberschuss von 6.9 Grad ab. Das Mittel lag bei 23.0 Grad. Wir konnten 304 Sonnenstunden geniessen statt normale 185. Erstaunlicherweise blieben Gewitter aus, im Gegensatz zum Hitze-Juni 2002. Mit 24 mm fiel auch nur ein Fünftel der normalen Regenmenge, wovon allein 15 mm am 30. Damit ist auch schon gesagt, dass am Monatsende der Hochsommer eine Pause einlegte und die Kaltluft eines Tiefs die aussergewöhnliche Hitzewelle schlagartig beendete.


Juli 2003

Der Maienzug ( am 4. ) rückte näher. Was wird uns Petrus dann zu bieten haben? Die Meteorologen meldeten zu Monatsbeginn, dass die Tageshöchstwerte in den kommenden Tagen etwa 10 bis 13 Grad tiefer liegen werden, was wenig verheissungsvoll klang. So war denn auch am Maienzug das Wetter kühl und wechselhaft. Umzug und Morgenfeier im Telliring gingen trotz drohenden Wolken noch trocken über die Bühne. Gegen 11 Uhr begann es jedoch aus vollen Kübeln zu regnen. Aber bereits am 6. besserte sich die Wetterlage, und die Hitze nahm uns wieder in den Würgegriff. Hochsommerliches Wetter herrschte von 7. bis 16., vom 18. bis 23. und vom 25. bis 27. Die kurzen Temperaturstürze von bis zu 10 Grad wurden als willkommenes Geschenk betrachtet. Die letzten Tage waren trotz starker Sonneneinstrahlung nicht mehr so heiss. Der Monat war aber doch 2.6 Grad zu warm. Heissester Tag war der 20. mit 36.2 Grad. Es fiel wenig Regen (nur 78 % der Norm). Die Sonnenscheindauer war 12 % höher als normal.


August 2003

Der Backofen - Sommer fand seine Fortsetzung. Die Bundesfeier bei der Friedenslinde hätte sich nicht sonnigeres Wetter wünschen können. Die Maximaltemperaturen stiegen fast regelmässig über die August- Rekordtemperaturen von 1947 an, und am 13. wurde die höchste je gemessene Temperatur im August registriert, nämlich 37.0 Grad. Tags darauf war es am Morgen nur noch 22 Grad warm, und am Vormittag regnete es 5 mm. Auch in den folgenden vier Tagen war die Niederschlagsmenge nur gering, doch war die Abkühlung markant. So wurde die 25 Grad - Grenze auch bei extremer Sonnenscheindauer nie mehr überschritten, und am 31. lag die höchste Tagestemperatur nur noch bei 15 Grad. Das Minimum betrug sogar lediglich 9.6 Grad. ,,Das Fest“ des Aargaus geriet in einen massiven Wetterumschwung und litt unter Regen und kühlem Wetter. Ausgerechnet während diesen Festtagen fiel am 29. und 30. die Hälfte der monatlichen Regenmenge! Die andern, jeweils spärlichen Niederschläge verteilten sich auf einzelne Tage um die Monatsmitte, mit Sturmböen und Gewitterstörungen, insgesamt erreichten aber die Regenmengen nur zwei Drittel der Norm. Auch der August war viel zu warm, nämlich 5.6 Grad. Die Mitteltemperatur betrug 22.8 Grad, entsprechend einem normalen Sommer in Rom! Die Sonnenscheinwerte waren mit 149 % der Norm sehr hoch. Die drei Sommermonate nahmen also die Aarauer in den Schwitzkasten, und für viele war die Badi das Ziel, die mit 50'363 Eintritten ihre letztjährige Besucherzahl um 20'000 erhöhen konnte. Der Hitzesommer verdoppelte auch die Ozonbelastung.


September 2003

Die Tage zu Beginn waren nun merklich kühler, aber sehr sonnig und ohne herbstliche Morgennebel, sodass Tische und Stühle im Garten weiterhin benützt werden konnten. Erst am 6. erreichte uns eine Störungszone mit einem intensiven Gewitterregen von 21 mm am Nachmittag. Das Wetter blieb bis gegen Monatsmitte wechselhaft, und die Temperaturen stiegen kaum über 20 Grad. Dann aber schraubten sie sich kontinuierlich nach oben, bis am 20. das Monatsmaximum von 28.0 Grad erreicht wurde. Vom 16. bis 23. genoss man einen lieblichen Altweibersommer, von dem auch der Bachfischet am sehr milden Abend des 19. und der Läset im ortsbürgerlichen Rebgut in Herznach am 22. profitierten. Noch zeigten sich keine Morgennebel. Nach einem kurzen Intermezzo der Bise am 24., als Temperatur und Sonnenscheindauer absackten, blieb es bis Monatsende veränderlich. Der Monatsletzte war der kälteste Tag im September mit einem Tiefstwert von 4.5 Grad, obwohl er ein Maximum an Sonnenschein aufweisen konnte. So war denn auch der Monat 0,8 Grad wärmer und viel sonniger als normal, und auch viel zu trocken.


Oktober 2003

Vielversprechend begann der Oktober mit seinem Temperaturmaximum von 21.1 Grad am zweiten Tag. Er wurde dann allerdings zum kältesten Oktober seit dreissig Jahren, überhaupt zu einem garstigen Monat, der sehr nass (doppelte normale Regenmenge!) und etwas zu trüb war. Am 4. und 7. regnete es insgesamt 58 mm, was beinahe der normalen Gesamtregenmenge des Oktobers entsprach. Es herrschten am 7. stürmische Winde mit Donnergrollen. Schnee fiel auf die obersten Jurahöhen. Die Burgmatte oberhalb Lostorf war zum ersten Mal weiss. Ab 11. besserte sich die Wetterlage. Zwar lag jeweils am Vormittag der obligate Hochnebel über der Stadt, der sich aber am Nachmittag auflöste. Die Temperaturen sackten in tiefere Bereiche bis minus 1.2 Grad am 18. ab. Nach einer regnerischen Phase mit anhaltend sinkenden Temperaturen schneite es am 23. am Abend erstmals nass. Der Jura war schneebedeckt. Ab 25. war es sonnig, aber kühl, mit der monatlichen Tiefsttemperatur am 27. von minus 3.9 Grad. Hernach erwärmte sich die Luft wieder, und es fiel zeitweise Regen.


November 2003

Trotz Wolken begann der Monat freundlich. Am 4. wurde sogar die höchste Monatstemperatur mit 14.0 Grad erreicht. Bis zum 12. war das Wetter hochdruckbestimmt, und der Hochnebel löste sich gelegentlich nachmittags auf. Dieses erste Drittel des Monats lieferte denn auch den Besonnungsüberschuss des Novembers. In der Folge schwankten die Temperaturen in engem Bereich auf einer Höhe, die leicht über dem mehrjährigen Temperaturmittel lag. Es blieb weiterhin mehrheitlich trocken und über dem Nebel im nahen Jura sonnig, bis dann am 27. und 28. die Hauptniederschlagsmenge des Monats fiel, nämlich 26 mm, zum Teil in Form von Nass-Schnee. Die Menge war in Aarau bedeutend kleiner als die Wettervorhersage erahnen liess. Doch endete der Monat wieder im Trockenen. Entgegen der Usanz war dieses Jahr der November sonnig und mild und verwöhnte uns mit vielen gefälligen Herbsttagen.


Dezember 2003

Die Suche nach Sonne auf den Jurahöhen war auch anfangs Dezember erfolgreich. Unter der Nebeldecke war ein spürbarer Temperaturrückgang zu verzeichnen. Es gab aber auch Tage wie der 7., 8. und 11. bis 13., an denen Aarau ganz nebelfrei war. Mit der Erwärmung am 14. setzte wechselhaftes Aprilwetter ein, am 15. mit wenig Schneeregen. Mit Polarluft wurde es wieder kälter (Schnee am 16. und Temperaturen bis minus 6 Grad), worauf der Temperaturpegel in den letzten zehn Tagen noch zweimal nach oben und nach unten (am 24. auf minus 9.3 Grad) pendelte. Das Wetter blieb aber trocken, ja über die kalten Weihnachtstage (23. bis 26.) sogar sehr sonnig. Es soll die sonnigste Weihnachten seit 1901 gewesen sein. Seit 122 Jahren hatte es nie mehr einen so strahlenden Stefanstag gegeben. Auf den Wiesen lag noch ein Schäumchen Schnee. Nach zwei trüben und wieder wärmeren Tagen und einem strahlenden 29. verabschiedete sich das Jahr am Silvestertag mit leichtem Schneefall. Der überaus sonnige Monat mit 35 Sonnenstunden stand ganz im Gegensatz zu den zweieinhalb Stunden (!) Sonnenschein im Dezember des Vorjahres.

letzte Aktualisierung: 08 Jan 2012

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