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Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > ab 2000
Januar 2004
Am Bärzelistag konnte endlich wieder einmal geschlittelt werden. Ein paar Zentimeter Schnee genügten schon dazu. Stadt und Umgebung machten ein paar Tage lang einen winterlichen Eindruck. Nach der kältesten Nacht vom 3./4. mit minus 9.6 Grad wurde es bald wieder wärmer, und es setzte Regen ein. Die milde Luft am 9. brachte den Schnee sogar im Jura drüben vollständig zum Schmelzen. Am 13. regnete es innert 24 Stunden intensiv (42 mm). Es war der wärmste Januartag mit 12.2 Grad. Temperaturen um Null Grad schenkten uns keinen rechten Winter. ,,Das Januarwetter spielt verrückt“, hiess es noch am 18. In der ersten Monatshälfte herrschte eben stürmisches Westwindwetter. Der ersehnte Schneefall vom 20. führte zu 5 cm Pflotsch, und anderntags war der Schnee ganz weg. Die letzte Dekade des Monats war kalt, und am 27. packte dann Frau Holle ihren Sack erst richtig aus. Abends lagen 15 cm Neuschnee. Weitere Schneefälle liessen uns ab 29. sonnige Wintertage erleben, ein Märchenland mit 25 cm Pulverschnee und blauem Himmel! Schlagzeile in der AZ :"Schneeträume im weissen Märchenland". Der Januar war zu mild, und die Besonnung erreichte immerhin noch 96 % der Norm, d.h. 28 Stunden.
Februar 2004
In der Nacht zum 1. ging’s dem Schnee an den Kragen. Der März schien schon seine Fühler auszustrecken. Bis am 17. dominierten Hochdrucklagen und sorgten für überwiegend sonniges Wetter. Am 5. betrug das Wärmemaximum des Monats 12.7 Grad. Um 22.30 Uhr zeigte das Thermometer noch 10 Grad! Eine herrliche Vollmondnacht und Sternenpracht mit dem Wintersternbild Orion im Süden und dem während der ganzen Nacht strahlenden Planeten Jupiter im Osten! Diese prachtvolle Szenerie war mehrere Nächte hintereinander zu erleben. Am Morgen des 9. lag ein Schäumchen Schnee, tagsüber fühlte man sich an der Sonne im Frühling. Im Jura drüben lagen 30 cm Pulverschnee, und auch im stadtnahen Wald gab es noch viele eisige, schneebedeckte Stellen auf den Wegen, welche jedoch am 12. bereits aper waren. Der Schnee fehlte bis zum 23., als sich der Winter nochmals voll in Szene setzte. Am Morgen lagen 15 cm Neuschnee, der in den folgenden Tagen noch Zuwachs erhielt. Sonnige Tage und kalte Nächte liessen den Februar ausklingen. Auf den Waldstrassen lagen immer noch 20 cm Schnee, der sich dank Minustemperaturen (am tiefsten am 28. mit minus 10.3 Grad) konservieren liess. Der Februar wies fast das doppelte an Besonnung auf als normal, ferner trotz kaltem Monatsende einen Wärmeüberschuss.
März 2004
Der erste Frühlingsmonat begann mit winterlichen Verhältnissen. Bis zum 4. mit dem Monatsminimum von minus 5.2 Grad war es in den Nächten immer unter Null. Auf den Sitzbänken vor der Aarauer Waldhütte lagen immer noch mehrere Zentimeter gefrorener Schnee. Tiefe Temperaturen und kalte Bise unterdrückten die frühlingshaften Gefühle, die schon vor einem Monat zu keimen schienen, aber eben nur vorübergehend waren. Ab 5. war das Wetter wechselhaft: sonnige Abschnitte, zeitweise schwache Niederschläge, etwas wärmer. Noch war das Frühlingserwachen kein Thema. Im Gegenteil: am 11. hat sich der Winter mit einem Schäumchen Schnee zurückgemeldet. Das winterliche Intermezzo war aber kurz, denn nun schraubten sich die Temperaturen nach oben. Den 15. konnte man als ersten sonnigen Frühlingstag bezeichnen, und am 17. und 18. erreichte das Quecksilber das Maximum von 21.2 Grad. Die Knospen der Rosskastanien im Kasinogarten und auf dem Kirchplatz waren vier Zentimeter lang. lm Wald war das Weiss verschwunden. Zufolge einer kräftigen Westwindlage ab 20. intensivierten sich die Niederschläge ein wenig, doch die letzten vier März-Tage waren wieder strahlend und warm (nachmittags 18.9 Grad). Am 31. konnte man sogar schon die Gartensitzplätze beziehen. Der Monat war leicht zu warm, sonniger als normal und zu trocken. Ein weiteres überdurchschnittlich warmes Winterhalbjahr ging zu Ende.
April 2004
Der April ist punkto Wetter kein verlässlicher Geselle. Das erlebten wir auch 2004 wieder. Wie manchmal hat uns doch schon kalte Polarluft viele Tage im April vermiest! Aber: ,,Wenn der April Spektakel macht / Gibt’s Korn und Heu in voller Pracht“. Zu Monatsbeginn fragte man sich deshalb: „Geht es wirklich so weiter mit dem angenehmen milden Wetter wie am Ende des Vormonats?“. Denn am 17. März hatten wir schon mal sehr hohe 21.1 Grad. Tatsächlich nahm nun das sonnige und warme Wetter seinen Fortgang. Der seit Tagen prognostizierte Regen setzte erst am 6. ein. Oberhalb 600 m verzuckerte Schnee den Jura (am 7.). Damit wurde eine mehrtägige Kälteperiode über Ostern (11.) eingeleitet. Die Temperaturen lagen noch knapp im positiven Bereich. Graupelschauer und Bise waren die Losung. Am Karfreitag (9.) war es nachmittags nur 10.0 Grad warm, an Ostern noch etwas kälter. Es waren unfreundliche Ostertage. Jetzt folgte unbeständiges Aprilwetter, bis dann ab 15. die Sonne höheren Temperaturen zum Durchbruch verhalf. Es gab aber weiterhin ein Auf und Ab. Temperaturextreme lagen sehr nahe beieinander (0.2 Grad am 20. und 23.4 Grad am 24.). Es blieb bis zum Monatsende angenehm warm und sonnig, mit gelegentlichen Schleierwolken oder ausgedehnten ,,Föhntischen“ weit über den Jura hinaus bis zum Schwarzwald hinüber. Kennzeichnend für den ganzen Monat war die sehr geringe Niederschlagsmenge (ein Drittel der Norm). Der April 2004 war wiederum zu warm und sonniger als normal. Rückblende auf eine spezielle Wetterlage: Im Jahre 1960 schneite es am 26./27. April (!) nochmals heftig, so dass auf dem ,,Hard“ ob Erlinsbach einige Zentimeter Neuschnee lagen. Ich erinnere mich, dass wir deshalb am 27. April unsere Arbeit für die Bodenbonitierung im Rahmen der dortigen Waldzusammenlegung unterbrechen mussten.
Mai 2004
Mögen wir uns noch erinnern, wie das Wetter vor einem Jahr im Mai war? Wird der Monat auch dieses Jahr so sein, dass wir eine bunte Mischung an Wetterlagen ohne denkwürdige Extremsituationen erleben werden? Damals, im Mai 2004, hielten die seit dem 20. April niederschlagsfreien, teilweise sonnigen Tage noch bis zum 5. an. Man war in Erwartung des Hochfrühlings, wie ihn gewöhnlich der Mai repräsentiert. Doch dann erfolgte ein abrupter Temperaturrückgang. Sollte es eine Wiederholung von 1979 geben, als vom 2. - 4. Mai 1979 in der Stadt noch Schnee lag? Nein, diesmal sank die Temperatur lediglich auf 5.6 Grad am 5. abends. In der Folge blieb es bewölkt, regnerisch und kühl. So lag die Temperatur am 6. nie höher als 9.6 Grad. Am Muttertag (9.) regnete es den ganzen Tag und war kalt. Das mochte wohl dem Bauer recht sein, der zu sagen pflegt: "Ist der Mai recht heiss und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken; ist er aber feucht und kühl, gibt es Frucht und Futter viel." Ab 12. beeinflusste das Azorenhoch die Wetterlage und liess die Temperaturen ansteigen. So machte dann die zweite Monatshälfte dem Maien mit Ausnahme von zwei Tagen alle Ehre. Der 18. war der erste Sommertag des Jahres (Temperatur über 25 Grad). Die höchste Mai - Temperatur wurde am sonnigen Auffahrtstag (20.) mit 26.9 Grad gemessen, aber schon tags darauf fielen 23 mm Regen, und am 23. sank das Quecksilber morgens sogar bis auf 2.6 Grad hinunter. Tagsüber war es nie wärmer als 12 Grad. Solche Tage waren aber in der zweiten Monatshälfte die Ausnahme, denn meistens genossen wir in dieser Zeit fast die höchstmögliche Sonnenscheindauer, wie dies auch an Pfingsten (30.) der Fall war. So war der Mai ein Monat der grossen Temperaturdifferenzen und der einzige Monat des Jahres 2004, der kälter als normal war. Die Witterung zeigte sich wechselhaft. Die Besonnung war um 20 Prozent höher als normal, nur die Niederschläge hielten sich an die Norm. Die bekanntesten Heiligen, die Eisheiligen, und ihre Dame machten sich in diesem Jahr ausnahmsweise nicht prägnant bemerkbar. Rückblende um ein Jahrzehnt: Ab 18.Mai 1994, abends, suchte sintflutartiger Dauerregen unsere Gegend heim. Innert 18 Stunden fielen 102 mm Regen. Die Autobahn bei Gränichen hatte sich in einen See verwandelt.
Juni 2004
Die meteorologische Rückschau um ein Jahr zeigt, dass der Juni 2004 gar keinen so sommerlichen Eindruck hinterliess. Von wenigen Tagen abgesehen schlüpfte er in die Rolle des Aprils. Wohl entsprach die Sonnenscheindauer der Norm, doch in den Nächten fiel die Temperatur immer wieder bis auf 10 Grad. Schon am 2. füllte sich der Niederschlagsmesser mit einer Rekordmenge von 34 mm, was fast der Hälfte der gesamten Monatsmenge entsprach. Es war ein kalter, nasser, zeitweise dauerregnerischer, sonnenarmer Monatsbeginn. Bis sich dann ab 6. die Sonne Durchbruch verschaffte. Die Nächte waren aber noch kühl (am 7. eine Minimaltemperatur von 7,6 Grad), doch innert kurzem schnellten die Temperaturen nach oben, bis sie am 10. die Höhe von 30,4 Grad erreichten. Es war der heisseste Tag im Juni und der erste Hitzetag. Von dieser kurzen, heissen Periode profitierte am 6. auch die Freiluft-Generalversammlung des Roggenhausenvereins auf dem «Aelpli» im Roggi. Am sonnigen Himmel vom 8. konnte man das seltene Schauspiel des Venus-Transits (seit 1882 zum ersten Mal!) vor der Sonne problemlos verfolgen. Nach diesem Vier-Tage-Sommer folgte einem Kaltlufteinbruch am 11. bis zum Monatsende eine kühlere Periode. Es war die beginnende Schafskälte. Bis zum Monats-ende wurde nur an zwei Tagen die 25-Grad-Grenze überschritten, nämlich am 27. und am 30. Am 17. vormittags verdeckte sogar Nebel die Sicht auf den Jura, doch am Abend war es schon wieder wolkenlos. Ohne Sonnenschein war es immer noch kühl, und man hatte nicht den Eindruck, im ers-ten Sommermonat zu leben. Selbst am längsten Tag kletterte das Quecksilber nicht höher als 20 Grad. Der Monat klang aus mit einem Sommertag (26,8 Grad um 16 Uhr). Trotz der wechselhaften Witterung war der Monat 0,6 Grad zu warm und die Regenmenge unternormal. Speziell erwähnenswert: Es soll der gewitterärmste Juni seit 1961 gewesen sein.
Juli 2004
Im Gegensatz zur Wettervorhersage ist das Wetter von gestern unumstössliche Wahrheit. Es korrigiert verzückte Erinnerungen. So wurde nach dem Rekordsommer 2003 der Sommer 2004 von vielen als enttäuschend empfunden, obwohl der Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt zeigt, dass auch der Sommer 2004 wärmer als normal war. Das Wetter von gestern lässt aber auch unfreundliche Tage im Rückblick in hellerem Glanz erscheinen. So ist es auch mit dem Maienzug vom 2. Juli 2004. Man denkt zurück an Regen, doch war es am Nachmittag und am Abend doch so richtig angenehm und lieblich auf dem Maienzugplatz im Schachen! Nach dem letzten Junitag, der so sommerlich war, konnte man ja nur das Beste hoffen. Die Frage stellte sich aber doch: «Steht die Sonne wohl am Maienzug auch auf der Wetterbühne?» Die Wetterkapriolen am 1. liessen allerdings darüber Zweifel aufkommen. Die Luft war kühl, kaum 22 Grad am Nachmittag, noch kühler am Abend (Maienzug-Vorabend). Der Vollmond in der Nacht zum Maienzug schien auch keinen guten Draht zu Petrus zu haben, denn um acht Uhr am Festtagmorgen regnete es, und es war mit 14 Grad sehr kühl. Adieu Bankett auf dem Schanzmätteli! Das Wetter besserte sich im Laufe des Tages zusehends, und so war es um 16 Uhr schon wieder 21,7 Grad warm. Wechselhaftes, kühles Wetter hielt dann bis Monatsmitte an, einzig am 4. gabs noch einmal einen Kick nach oben, als die Sonne den ganzen Tag schien und das Quecksilber aufwärts bis 26,1 Grad trieb. Regengüsse begleiteten auch die Premiere von «Jedermann» beim Schlössli (8.). Wer nun von einem «lausigen Sommer» sprach, konnte nicht wissen, dass ab dem 15. lauter sonnige Tage folgten, gelegentlich abgekühlt durch Gewitterregen, aber doch mit Temperaturen am 23. bis 31 Grad. Es war eine Schönwetterphase, die in die Hundstage einzureihen war. Gesamthaft gesehen entsprachen die Wetterdaten etwa der Norm, aber das eigentliche Sommerwetter fand nun wirklich nur in der zweiten Monatshälfte statt.
August 2004
Es kommt im Durchschnitt so alle zweieinhalb Jahre einmal vor, dass ein einziger Monat zwei Vollmonde aufweist. Der zweite - nach 29.5 Tagen - wird dann ,,Blue Moon“ genannt, entsprechend der englischen Redensart: ,,0nce in a blue moon ....”, was soviel heissen will wie selten, rar, nicht häufig. Die nächsten ,,Blue Moons“ werden dann erst wieder im Juni 2007 und im Dezember 2009 auftreten. Ein solcher Blauer Mond leitete über zum 1. August 2004, der allerorts unter Hitze gefeiert werden konnte. Vorerst setzte sich das heisse Juli - Wetter im August fort. Der 2. wartete schon mit einem Hitzerekord von 32.0 Grad auf. Es war der heisseste Tag des Jahres. Das warme, sonnige Wetter, gelegentlich unterbrochen durch Gewitterregen und schauerartige Niederschläge, hielt sich bis am 12., als eine starke Abkühlung Sturmböen und kurze heftige Regengüsse auslöste. Zwischen 13 und 17 Uhr sank die Temperatur von 30 auf 16 Grad! In der Folge gab es bis zum Monatsende nur noch zwei Sommertage (Tagestemperatur höher als 25 Grad), am 18. und am 23. Auch am 22. konnte der Waldhüttengottesdienst im Gönhardwald bei sonnigen, aber schon kühlen Verhältnissen durchgeführt werden. Man kam nun um die Feststellung nicht herum, dass die Sonne ausgedient habe. Die Temperatur sank am 28. sogar auf 10.4 Grad. Selbst an sonnigen Tagen war es im Schatten recht kühl. Gelegentlich fiel Regen, jedoch blieb die Gesamtmenge 23 Prozent unter der Norm (Norm 117 mm, effektiv 90 mm). Die Wetterregel ,,Wenn’s im August nicht regnet, ist der Winter mit Schnee gesegnet“ erwies sich ja dann im nachhinein für den nachfolgenden Winter als richtig! Die Besonnung lag nur bei 90 % der Norm. Die Mitteltemperatur war 1.8 Grad höher als normal. Mit dem August ging ein wechselhafter Sommer zu Ende, der aber nicht so schlecht war, wie man hinterher gefühlsmässig meinte glauben zu müssen.
September 2004
Wie war das Wetter vor einem Jahr? Der erste Herbstmonat 2004 holte in seinem ersten Drittel nach, was der letzte Sommermonat (August) in seiner zweiten Hälfte versäumt hatte. Er begann mit sommerlichem Wetter mit Temperaturmaxima von täglich 24 bis 28 Grad und endete am MAG mit Regen. Die Pferdefreunde erlebten am 7. im Schachen einen traumhaften Renntag. Mit einem Wetterumschlag ab 11. tauchten die Temperaturen etwas ab, und es fiel während fünf Tagen auch ganz wenig Regen. Der meteorologische Herbstbeginn war eben in Reichweite, denn in der Folge stiegen die Temperaturen selbst an sonnigen Tagen bei weitem nicht mehr auf die Höhe der ersten Monatshälfte. Der Bachfischet-Abend (17.) gestaltete sich nach hochnebelartiger Bewölkung - es war mit 6,7 Grad der kälteste Septembermorgen - und Sonne am Nachmittag noch ganz ideal und trocken. Die letzte Septemberwoche war sonnenarm, kühl, mit Nachmittagstemperaturen um 11 Grad und gelegentlichen Niederschlägen. Es war - gelinde gesagt - unfreundliches MAG-Wetter (23. bis 26. mit 18 mm Niederschlägen)! Regen in dieser Zeit ist keine Seltenheit. So erlebten wir im Jahre 1968 am Wochenende vom 21./22. September ein heftiges Unwetter mit 96 mm Niederschlag, das vor allem im Dammquartier gewaltige Überschwemmungen verursachte. Der Roggenhausenbach trat über die Ufer. Die Einzäunung des Hirschgeheges erlitt grosse Schäden. Der Aarauer Stadtrat machte für den ungesicherten Roggenhausenbach den Regierungsrat des Kantons Solothurn verantwortlich. Die Situation war insofern brisant, als der Waldboden nach dem regnerischen Sommer 1968 völlig gesättigt war, sodass das Wasser kaum mehr versickern konnte und oberflächlich abfloss, was wieder prekäre Verhältnisse in den waldrandnahen Wohngebieten der Stadt schuf. Doch zurück zum September 2004. Eine Wiedererwärmung bis 20 Grad erfolgte am letzten Septembertag. Im Ganzen zeigte sich der Monat fast 2 Grad zu warm, die Sonnenscheindauer war grösser und die Regenmenge geringer als normal, doch fiel aber gerade ein Viertel davon am MAG.
Oktober 2004
Unser Gedächtnis lässt uns manchmal im Stich oder es betrügt uns sogar, und so ist der Rückgriff auf tägliche Aufzeichnungen in der Wetteragenda 2004 zu Vergleichszwecken ganz interessant. Im Jahre 2004 servierte uns der Oktober 2004 ein vielseitiges Wetter-Menü. Eigentlich hoffte man auf einen warmen goldgelben Farbenzauber. Das war dann auch vorerst der Fall. Die Erwärmung des letzten Septembertages setzte sich bis zum 5. fort, als das Thermometer um 14 Uhr 25 Grad anzeigte. Diese relativ hohe Temperatur wurde nachher nicht mehr überboten. Ebenfalls an einem 5. Oktober, nämlich 1985, war es sogar 26,5 Grad warm, und dies ohne Föhneinfluss. Derart hohe Oktoberwerte wurden früher nur alle zehn bis zwanzig Jahre beobachtet, doch scheinen sie sich nun zu häufen. Denn erst vor drei Jahren (2001) hatten wir ebenfalls sehr hohe Temperaturen am Monatsanfang, allerdings damals wie heute mit Föhn. Das war gut so, denn nun erhielt der Wein seinen letzten Schliff. Als ob es des Guten zu viel gewesen wäre, sanken nun ab dem 6. die Temperaturen auf herbstliche Werte (bis zu 6,4 Grad am 16. vormittags). Immerhin gab es an Föhntagen wie am 8. immer noch Nachmittagstemperaturen von 20,5 Grad. Aber schon drei Tage später war es zur gleichen Tageszeit nur noch 9,6 Grad warm. Gewitter erfolgten in der Nacht zum 9.; der Läset von 3900 Kilogramm Traubengut mit 75 Öchslegraden im Aarauer Weinberg zu Herznach fand am 13. bei erntekonformer Witterung statt. Bis zum Monatsende wechselten regnerische Tage (19., 20., 25. und 26.) mit sonnigen Tagen (22., 23. und 24.) ab, und es blieb kühl bis zum 31. morgens mit 3,9 Grad, was zugleich auch die Minimaltemperatur des Monats Oktober war. Trotz vielversprechendem Monatsbeginn war der Oktober fast doppelt so nass wie normal, aber 2,2 Grad zu warm, was einen beträchtlichen Wärmeüberschuss darstellt. Ein Vierteljahr später, im Februar 2005, liess sich dann die Wetterregel «Warmer Oktober bringt fürwahr uns sehr kalten Februar» bestätigen! Und die zu Monatsbeginn erhoffte anhaltende und ruhige Schönwetterperiode wurde uns nicht geboten.
November 2004
Über das aktuelle Wetter zu reden, ist Alltag. Aber weiss man noch, wie es im November 2004 war? Dieser Monat gilt allgemein als eine ungemütliche Zeit, in der der Herbst sein buntes Farbenspiel beendet hat, der Winter aber noch nicht einkehrt. Er bleibt deshalb auch in der Erinnerung eher diffus. Auch der November 2004 war sehr vielgestaltig, ohne besondere Highlights und deshalb nicht sehr erinnerungsträchtig. Vorboten des Winters waren am 1. ein paar wenige feine Schneeflocken. Die folgenden Tage aber waren wieder viel zu warm. War es ein zweiter Altweibersommer oder die so genannte Allerheiligenruhe? Am 3. wurde das Monatsmaximum von 14,4 Grad erreicht. Es blieb trocken und hochnebelartig bewölkt. Ein Polarlufteinbruch am 6. liess das Quecksilber rapid sinken, und am 10. fiel ganz wenig Schnee. Dies war nach dem 1. nochmals ein bescheidener Ansatz für den Winterbeginn, ein kleines, kaum sichtbares Schäumchen, das nicht lange liegen blieb. Mit Bise war es kalt. Bis zum Monatsende wurden mit Ausnahme vom 22. nie mehr als 10 Grad gemessen. In der sternenklaren Nacht zum 16. sackte die Temperatur auf minus 5,6 Grad ab. Die fehlende Hochnebeldecke und wenig Mondlicht liessen es zu, dass man jetzt den Herbststernenhimmel in voller Pracht beobachten konnte, an dem im Osten bereits das Wintersternbild Orion auftauchte, während das auffallende Sommerdreieck mit den Sternen Deneb, Wega und Atair langsam im Westen versank. Am Abend des 20. kam nochmals eine stärkere Kältewelle, und mit etwas Schnee wurden die Strassenverhältnisse an abgelegenen Orten im Jura prekär. Die Besonnung entsprach mit 40 Stunden exakt der Norm. Dem üblichen Klischee der gefürchteten November-Weststürme kam nur der 19. nach, jedoch ohne Schadenfolgen. Dank den paar sonnigen Tagen (15., 16., 24. bis 27.), die dem Monat wiederum einen Temperaturüberschuss brachten, und einem extrem hohen Niederschlagsdefizit (es fielen mit 15 mm nur 18 Prozent der Norm) hinterliess der Monat einen guten Eindruck, auch wenn er an seinen letzten drei Tagen mit Hochnebellage noch trübes Wetter brachte. Was fehlte, das war der Schnee.
Dezember 2004
Mit welchen meteorologischen Gegebenheiten wird wohl der letzte Monat des Jahres 2004 aufwarten, eines Jahres, das einen harmlosen Mix von Wetterlagen bot, keine spektakulären Ereignisse aufwies und auch keine extravaganten Seitensprünge machte? Charakteristisch für den Dezember 2004 waren fehlender Schnee und ausgeprägte Hochnebellagen, wie wir sie noch von Ende November 2004 in Erinnerung hatten. Es ging im gleichen Stil weiter: Nebel, kein Schnee, kalt und trüb. Bis Monatsmitte blieb die Temperatur ausgeglichen und lag immer um den Gefrierpunkt herum. Am 2. und 3. gab die Sonne nochmals ein Stelldichein, doch dann versanken wir bis zum 15. unter einer zähen Hochnebeldecke. Das sich immer wiederholende Motto der Wetterfrösche hiess: «Oben blau, unten grau!». Die Obergrenze des Nebels sank langsam, und wer ab 10. auf die Rohrerplatte oder die Geissfluh pilgerte, war knapp über der Nebelschicht und kam in den Genuss von Sonne pur mit guter Fernsicht. Die Wende kam mit dem 16., als auffrischende Westwinde den bodennahen Kaltluftsee über dem Mittelland rasch ausräumten. Es regnete an diesem Tag zum ersten Mal seit langem ergiebig (19 mm), und böige Winde kamen auf. Am 20., dem ersten Eistag (Temperaturen ganztags im Minusbereich), lag ein Flaum Schnee wie Zuckerguss auf der Landschaft, aber zum Schlitteln reichte es noch nicht. Das Temperaturminimum wurde am 22. mit minus 7,1 Grad erreicht. Am Weihnachtstag mass man die höchste Monatstemperatur von 9,7 Grad. Mildes Weihnachtswetter ist eine bekannte Wettersingularität, die immer wieder auftritt, sich jedoch in den letzten Jahrzehnten gehäuft äusserte. Es lag an Weihnachten kein Schnee mehr, es gab einige Stunden Sonne, bis dann um 14 Uhr Regen fiel. Der erste Wintermonat klang mit Temperaturen um null Grad, sonnenarm und gelegentlichem Schneeregen (am 31.) aus. Der Jura war am Silvestertag nur oberhalb der Höhe der Juraweid weiss, sodass es beispielsweise auf der Staffelegg doch noch zu Schlittelfreuden reichte. Der Dezember wies ein Niederschlagsdefizit von 44 Prozent auf, die Sonne schien nur 22 Stunden, und es war 0,6 Grad zu warm, so wie es auch das ganze Jahr, mit Ausnahme vom Mai, war.