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Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > ab 2000
Januar 2005
Was wünschten Sie sich und andern zum Jahreswechsel 2005 ? Zunächst sicher einmal viel Glück, dann aber auch endlich einmal Schnee. Denn der Neujahrstag war grün, und die Aarauer konnten trockenen Fusses von einem Ort zum andern pilgern, um «Aarau tanzt» zu geniessen. Westliche Winde sorgten für ungewöhnlich seltenen Nebel. Deshalb erreichte die Besonnung mehr als das Doppelte der Norm. Dementsprechend war es auch sehr mild. Am 9. lag das Temperaturmaximum bei 11,7 Grad. Einige Tage waren total wolkenlos (4., 8., 10.) Die Fernsicht von der Wasserflue aus über die braun (nicht weiss) gefärbte Landschaft in die Alpen war grandios. Es war für Sterngucker ideales Wetter, um erst noch bei Neumond das bekannte Wintersternbild Orion im Winter-Sechseck aufzufinden. Die klaren Nächte ohne Schnee hatten am Morgen Bodenfrost zur Folge. Allmählich wurde es kälter, mit Nebel während des ganzen Tages (ab 15.) Auch die Bilder der Webcam des Rotary Clubs Aarau auf der Wasserflue blieben grau. Die Nebelgrenze lag noch etwas höher. Auf der Schafmatt kämpften Sonne und Nebel miteinander. Langsam und geruhsam hielt nun aber doch allmählich der Winter Einzug. Zuerst fiel etwas Eisregen (am 18.), und der folgende Morgen überraschte uns sogar mit einem Zentimeter Neuschnee. Eine kleine stürmische Periode am 20. und 21. läutete dann endlich den Winter ein. Der 24. war der erste richtige Wintertag in diesem Jahr. Da lagen auch die Temperaturen immer unter dem Gefrierpunkt (also ein Eistag). Sieben Zentimeter Neuschnee am Morgen genügten, um die städtischen Schneepflüge in den Einsatz zu schicken. Die salzstreuenden Geräte aber machten dem Schnee auf der Strasse am 25. schon wieder den Garaus, während auf den übrigen Landflächen Pulverschnee lag. Der 30. war der siebente Eistag in Folge. Ende Monat offenbarte sich uns eine schöne Schneelandschaft, und es war hochwinterlich kalt ( am 30. nachts minus 12,4 Grad). Aber schon am 31. kippte der Temperaturverlauf um, und mit Plus-Temperaturen ging es in den Februar. So war dann der Januar 0,7 Grad zu warm.
Februar 2005
Weiss der geneigte AZ-Leser noch, bis zu welcher Marke am Thermometer das Quecksilber im Februar 2005 am höchsten gestiegen ist, in jenem kalten Monat, in dem uns der Winter fest im Griff hatte? Das Thermometer zeigte nie mehr als 9,6 Grad, das war das Maximum (am 12.). Von diesem Tag an, an dem der Regen den noch verbliebenen Nassschnee ganz zum Schmelzen brachte, ging es abwärts mit den Temperaturen, bis schliesslich am 28. das Monatsminimum von minus 10,6 Grad erreicht wurde. Damit waren erneut die Voraussetzungen für Schneefall geschaffen. Er begann am 13. mit leichten Schneeschauern, langsam verlagerte sich das Weiss von der Stockmatt bis in die Stadt hinab. Abends lag ein Zentimeter Neuschnee. In der Folge schneite es immer wieder, wenig, aber öfters. Am 15. hatten wir die perfekte Schneelandschaft. 15 cm Schnee im Wald, ideal zum Langlaufen.
Kein Tag verging, ohne dass es nicht schneite. Die feinen Schneeriesel, versilbert durch das Sonnenlicht, verschönerten den Winterzauber. Der Winter hatte wahrlich sein Hochzeitskleid angezogen und verwöhnte uns richtiggehend. Zwar betrug der Niederschlag nur 75 Prozent der Norm, und die Besonnung brachte es auch nicht ganz bis zum langjährigen Durchschnitt. Sonnige Tage mit sternenklaren Nächten waren jene vom 6. bis 9. Februar. Doch bald erfolgte der bereits oben erwähnte Wetterumschlag, mit dem der richtige Winter endlich Einzug hielt. So brachte es die zweite Monatshälfte fertig, dass wir wieder einmal die Winterfreuden in vollen Zügen im städtischen Erholungsgebiet (Wald und Schlittelwiesen!) ) mit letztlich kniehohem Pulverschnee geniessen durften, auch wenn es sehr kalt und demzufolge auf den vereisten Waldwegen Vorsicht geboten war. Im Ganzen war der Monat 1,8 Grad zu kalt.
März 2005
Der März gilt eigentlich als der erste Frühlingsmonat. Aber im Jahre 2005 trotzte der Winter dem meteorologischen Frühlingsanfang mit klirrender Kälte. So erschreckte uns der erste Tag im März mit minus 15,3 Grad in der Nacht. Es war die tiefste Temperatur des Winters 2004/05. Kaum drei Wochen später, am 19., kletterte das Quecksilber auf 22 Grad. Die Temperaturdifferenz von mehr als 37 Grad innert 18 Tagen ist bemerkenswert. Aber schlussendlich lieferte der Wettergott zum astronomischen Frühlingsanfang am 20. (Palmsonntag) doch noch die richtige Temperatur, als die Sonne um 13.32 Uhr den Himmelsäquator nordwärts überschritt. Schnee lag aber bis am 12., als die Wiesen am Hungerberg, im Zelgli und in der Goldern erneut mit Nassschnee bedeckt wurden. Es war das letzte Aufbäumen eines hartnäckigen Winters. Solche Ausnahmewinter gab es aber auch schon 1960 (starker Schneefall am 27. April), 1963 (Seegfrörni!) oder 1970 (10 cm Neuschnee in der Stadt am 5. April). Mit Goethe konnte man ab dem 20. zitieren: «Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / durch des Frühlings holden, belebenden Blick» (Faust, Osterspaziergang). Den Auftakt dazu bildete eine sonnige Woche vom 13. bis 20., welche jedoch das Eis auf den Waldwegen nicht zum Schmelzen brachte. Die Besonnung betrug denn auch das anderthalbfache der Norm. Am 22. glänzten im Kasinogarten die leimigen Knospen der Rosskastanien, zum Aufspringen bereit, einige Tage später als in den Vorjahren. Ostern am 27. war regnerisch und kühl mit einer Höchsttemperatur von nur 12,5 Grad. Der letzte Märztag ging mit Aprilwetter zu Ende, mit Quellwolken, Hochnebelfeldern, Sonne und abendlichem Regen (4 mm). Die permanenten Schneefälle und ein Starkregentag am 24. mit 37 mm Regen - höchster März-Wert der ganzen Schweiz! - sorgten für leicht übernormale Niederschlagswerte. Der Wärmeüberschuss war mit 1,1 Grad hoch.
April 2005
Der April geniesst allgemein meteorologische Narrenfreiheit. So war es auch im Jahre 2005 . Von Schneefall (am 17.) bis zum ersten Sommertag (am 30.) war alles zu haben. Es begann mit einem sonnigen Start vom 1. bis zum 6. und Temperaturen bis 20 Grad, wovon auch die AMA profitierte. Stabiles trockenes Wetter machten aber der Vegetation zu schaffen. Doch dann brachten während dreier Tage 38 mm Regen die Natur zum Ergrünen. Ein Rückschlag stellte sich allerdings am städtischen Waldarbeitstag am Samstag, 9., ein, als um 8 Uhr morgens starker Schneeregen einsetzte. Die Nacht zum 10. brachte mit minus 1,2 Grad die tiefste April-Temperatur. In den folgenden Tagen blies eine sanfte Bise - klangvoll wie Musik - durch das noch unbelaubte Kronendach der stadtnahen Wälder. Die Knospen der frühaustreibenden Referenz-Buche am Goldernwaldrand öffneten sich der kühlen Witterung zufolge auch später als sonst (am 13.). Blitz und Donner am Abend des 16. leiteten ein paar wechselhafte, teilweise regnerische Tage ein, sogar mit Schnee (am 17.). Doch allmählich stiegen die Temperaturen wieder an. Die Launen des April kamen allerdings immer wieder zum Ausdruck, so beispielsweise, als dem warmen, sonnigen 26. ein trostloser Regentag und am 28. ein richtiger «Herbstmorgen» mit Nebel folgten. Das war dann allerdings des Aprils letzter Streich. Von da an war der Temperaturanstieg nicht mehr aufzuhalten, und der 30. war mit dem Monatsmaximum von 27,4 Grad geradezu der Hit des Monats. Im «Aarauerhof» war es so heiss, dass sogar die Heinerich-Wirri-Zünfter an ihrem Bott entgegen dem Brauchtum ihre Kittel auszogen. Auch der April verzeichnete wieder einen Wärmeüberschuss von 1,2 Grad. Niederschläge und Besonnung hielten sich im Rahmen.
Mai 2005
Erst im Rückblick wird einem bewusst, wie sehr jeder Monat ein anderes Wettergesicht zeigt. Offerierte der April seinem Wesen entsprechend ein vielseitiges Wetterangebot, so liess nun der Mai 2005 an vielen Tagen seinen Liebreiz spielen, auch wenn gelegentlich noch die aprilhafte Launigkeit spürbar wurde. Wem Wolken am Maihimmel fehlten, der hatte noch letzte Gelegenheit, sie im Kunsthaus in der hervorragenden Ausstellung «Wolkenbilder» zu finden, wo Kunst und Wetter trefflich harmonierten. Wenn es heisst: «Die erste Liebe und der Mai gehen selten ohne Frost vorbei», so stimmte dies sicher für die zweite Aussage nicht, denn die Temperatur fiel nie unter den Gefrierpunkt. Zum Maibeginn grüsste sogar zum ersten Mal der Sommer. Ab dem 3. fanden diese zwei Sommertage (über 25 Grad) allerdings ein Ende. Das Quecksilber sank markant, und der Auffahrtstag (5.) fiel buchstäblich ins Wasser. Am 11. ging die Temperatur sogar bis auf 2,2 Grad hinunter. Es war die tiefste Temperatur im Mai, und es war klar, dass es sich hier um die vorgezogenen Eisheiligen mit ihrer Kalten Sophie handelte. Gleichzeitig aber wärmte die Sonne die Tage bis zum 13. auf. Die folgenden Tage verliefen wechselhaft. Auch Pfingsten (15.), am Tage der Sophie, zeigte sich von der nassen Seite. Nun aber konnte man aufatmen: «Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist.» Es fiel bis zum 23. eine Regenmenge von 13 Millimetern. Von da an schien sich der Sommer einzuläuten. Es gab vier Hitzetage (über 30 Grad), von denen auch die Pferderennen im Schachen profitierten (am 29. mit 31,4 Grad). Das Monatsmaximum betrug 31,7 Grad (am 27.). Diese für den Mai überaus seltene Hitzeperiode hatte einen Wärmeüberschuss für den ganzen Monat von 1,3 Grad zur Folge. Schon die Monate Januar, März und April waren 0,7 beziehungsweise 1,1 und 1,2 Grad zu warm. Die Sonne schien im Mai fast doppelt so lang wie normal. Interessant ist, dass demgegenüber im Vorjahr (2004) ausgerechnet der Mai der einzige Monat im ganzen Jahr war, dessen Mitteltemperatur unter der Norm lag.
Juni 2005
Gibt es wohl einen zweiten Hitzesommer wie 2003? Man stellte sich diese Frage, als man zu Beginn des Juni 2005 mit hohen Temperaturen konfrontiert wurde. Der ganze Monat - mit wenigen Ausnahmen - liess uns Hochsommerwetter geniessen, im letzten Monatsdrittel sogar mit einer Hitzwelle, auf die bereits der 3. vorbereitet hatte. Es war der erste Sommertag mit 28 Grad. Dann machte sich die um einige Tage vorgezogene Schafskälte bemerkbar, früher gefürchtet bei den Schäfern, weil frisch geschorene Schafe erfroren. Am 8. sackte das Quecksilber bis auf 4,7 Grad ab, wobei es auch tagsüber nie wärmer als 17 Grad wurde. Die Generalversammlung des Wildparkvereins konnte auf dem Aelpli bei der Waldschenke im Roggenhausentäli bei wechselhafter, kühler, aber trockener Witterung abgehalten werden. Anders war es am Folgetag an der Ortsbürgergemeindeversammlung auf der Pferderennbahn im Schachen, als es sogar noch ein wenig regnete und der Wechsel vom T- Shirt zur Strickjacke angezeigt war. Vom 8. an ging es dann mit der Temperatur kontinuierlich aufwärts, wobei anfänglich eine mässige Bise den Anstieg etwas bremste. Woran man sich freuen konnte, das waren die sonnigen Tage, die bis zum Monatsende anhielten. Nur der 14. fiel mit etwas Regen aus dem Rahmen. Doch dann rückte rechtzeitig auf das Jodlerfest hin ein Hoch heran, worauf das Fest bei Sonnenschein und durstfördernder Hitze über die Bühne ging (18./19.), was allerdings keinen positiven Einfluss auf das finanzielle Ergebnis zu haben schien. Es folgten vom 20. bis 24. fünf Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad, in welchem Zeitabschnitt auch der längste Tag und die kürzeste Vollmondnacht (21./22.) enthalten waren. Dann, am 25. um 16 Uhr, sorgte ein kurzer Starkregen für Abkühlung, worauf wieder um vier Hitzetage folgten, mit dem heissesten Tag des Jahres am 28. (33,6 Grad) und einer nachfolgenden tropischen Nacht (Temperatur über 30 Grad). Der wechselhafte, seit vierzehn Tagen wieder einmal kühlere 30. mit lediglich 23,0 Grad am Nachmittag schien bereits auf eine kalte Dusche für den morgigen Maienzug schliessen. Insgesamt war der Juni 2,9 Grad (!) zu warm, die Besonnung war auch übernormal (147%), und die Regenmenge betrug nur 41% der Norm.
Juli 2005
Der «Verwalter des Wetters von gestern» würde im Jahresrückblick gern immer über freundliches Wetter in Aarau berichten. Doch der Juli 2005 bietet ihm dazu keine Gelegenheit. Schon der Maienzug war ein Fiasko. Morgens um acht war es nur 14,8 Grad warm. Während des Umzugs regnete es ausgiebig. Im Telliring erschien der Himmel abwechselnd grau und blau. Dann war die kalte Dusche beendet. Ein Zwischenhoch verwandelte zwei Tage später den Sonn- in einen Sommertag (über 25 Grad).
Das Sonnenscheindefizit des Monats entstand in der Zeit vom 4. bis 11. mit verhaltenen Temperaturen bis höchstens 22 Grad und einem Minimum am 6. von 8,3 Grad nachts. In diese kühlere Periode fiel am 7. auch die Premiere der Freilichtspiele beim Schlössli. Doch ab dem 12. besann sich der Monat eines Bessern. Er schenkte uns ein paar Tage Hochsommerwetter, wobei am 15. das Thermometer 31,5 Grad anzeigte. Die Wende zum Schlechten trat am 18. ein, als es 30 Millimeter regnete, was mehr als einem Viertel der monatlichen Niederschlagsmenge entspricht. Die Temperatur sank innert weniger Stunden um 10 auf 18,1 Grad. Am frühen Morgen des 20. war es nur noch 13,8 Grad warm. Es blieb kühl und wechselhaft bis zum 25., als die Temperatur rasant anstieg und am 28. den bisher höchsten Wert des Jahres von 34,1 Grad erreichte. Dieser blieb Spitzenreiter. An den beiden folgenden Tagen sackte die Kurve wieder ab bis auf 17,4 Grad. Nur der letzte Julitag war wieder etwas freundlicher, doch blieb es relativ kühl.
Dank einigen hohen Temperaturwerten war der Juli 05 doch noch 0,7 Grad zu warm, doch lag die Besonnung unter der Norm, und es regnete überdurchschnittlich viel.
August 2005
Bringt uns wohl der August 2005 auch wieder einen Hitzerekord wie 2004, als damals am 2. hohe 32 Grad gemessen wurden? Schon der Juli 2005 sorgte mit einer Maximaltemperatur von 34,1 Grad für einsame Spitze. Es schien sich tatsächlich eine Steigerung der Temperaturen im Sommer anzubahnen. Doch kam es dann anders heraus. Der Bundesfeiertag war noch sonnig, und über der Friedenslinde zeigten sich während der Feier kleine Haufenwolken vor dem blauen Himmel und formten sich so zu «Matrosenhosen». Die Höchsttemperatur im August lag aber lediglich bei 29 Grad (am 31.). Es gab keinen einzigen Hitzetag (über 30 Grad), und eigentlich fand der Sommer 2005 im Herbst statt. Die mittleren Tagestemperaturen schwankten zwischen 10 und 20 Grad, waren also relativ tief, und meistens knabberte die Höchsttemperatur die 25-Grad-Marke nur knapp an, mit Ausnahme vom 18. und am Monatsende, als höhere Temperaturen erreicht wurden. Am 8./9. wurde mit 7,0 Grad eine der tiefsten Nachttemperaturen für die erste Augusthälfte seit Messbeginn registriert. Der ganze Monat war zu kühl. Die Besonnung entsprach dank sehr sonnigen Tagen vom 9. bis 12., 17. und 29. bis 31. dem langjährigen Mittel. Doch wollten mit der Bise keine rechten Sommergefühle aufkommen. Auch die Vormittagstemperaturen lagen an den meisten Tagen nur im Bereich zwischen 15 und 20 Grad, und man wechselte gelegentlich vom Polohemd zum Rollkragenpullover. Kein Wunder, wenn an Mariae Himmelfahrt (15.) die Tageshöchsttemperatur nur knapp über 14 Grad stieg. Als so genannter Lostag prophezeite dieser Tag das Wetter für die nächsten sieben Wochen. Es sollte kalt und regnerisch bleiben. Doch dem war nicht so! Vom verheerenden extremen Starkregen in der Innerschweiz am 21. und 22. merkte man in Aarau, abgesehen vom hohen Pegelstand der Aare, wenig. Wir registrierten auch lediglich 34 mm Regen an diesen beiden Tagen. Der ganze Monat hinterliess keinen sommerlichen Eindruck. Für die Badi war es mit nur 15 094 Eintritten (vergleiche Juni mit 35 630) ein schlechter Monat. Erst am Monatsende gab er sich versöhnlicher, und am 29. schien ein angenehmer Spätsommer zu beginnen. Der eigentliche klimatologische Sommer vom 1. Juni bis 31. August war wegen des hochsommerlichen Juni trotz allem wärmer und sonniger als normal.
September 2005
« September schön in den ersten Tagen, will den ganzen Herbst ansagen.» So liessen die ersten Septembertage des letzten Jahres tatsächlich einen schönen Herbst, inklusive des nachfolgenden Oktobers, erahnen. Der Monat begann mit Sommertagen (Temperaturen über 25 Grad). Der 2. war der wärmste Tag des Monats mit 27,8 Grad. Der August hatte es nur an seinem letzten Tag noch höher gebracht. Da begann eben eine herbstliche Schönwetterperiode, die bis zum 8. anhielt. Eine kurze Regenepisode am ersten Dekadenende mit 20 Millimetern brachte tiefere Temperaturen, bis am 22. das absolute Minimum von 4,7 Grad erreicht wurde. Sein sprichwörtliches Glück hatte am 11. der Renntag im Schachen, als nachmittägliche Aufhellungen den Anlass versüssten. Kein Sonnenschein hingegen zeigte sich vom 17. bis 19 September . Der Reissverschluss der Jacken musste geschlossen werden, und da und dort wurde schon zum ersten Mal geheizt. Der Vollmond am 18. (Bettag) um vier Uhr morgens hatte Bise und Kälte in seinem Gepäck, sodass es das Quecksilber auch tagsüber nie höher als auf 13,5 Grad brachte. Aufwärmen konnte man sich in diesen Tagen im Kino am soeben angelaufenen Film «Mein Name ist Eugen». Ab dem 20. wichen die morgendlichen Hochnebelfelder den letzten sonnigen Tagen des Altweibersommers, wobei sich gelegentlich der Morgennebel erst gegen Mittag auflöste, so auch am Bachfischet (23. September ), der nicht schöner hätte sein können, obwohl er kühl war und sich der prachtvolle Mordschlapf bei nur 13,4 Grad inszenierte. Tagsüber war es aber warm, doch ab 26. wurde es wieder kühler. Glücklicherweise blieb der von Meteo Schweiz angesagte Regen bei uns aus. Der Monat war 1,7 Grad zu warm, und es fielen nur 57 Prozent (!) der normalen Niederschlagsmenge. Die Besonnung entsprach der Norm. Der September war eine Mischung von Sommer und Herbst.
Oktober 2005
Der letzte grosse Regen im Jahre 2005 fiel Anfang Oktober vom 1. bis 4. Die Regenmenge betrug in dieser Zeit 65 mm. Das war schon fast die gesamte Menge für einen «normalen» Oktober. Später, am 22. und 23., gab der Regen nochmals ein schüchternes Intermezzo mit 24 mm. Mit 24 Sonnentagen und einem Wärmeüberschuss von 1,7 Grad wurde wahrlich der sprichwörtliche «goldene Herbst» eingeläutet. Vom etwas «abverheiten» Sommer sprach niemand mehr. Dass es vom 8. bis 15. sehr sonnig und mild war, entspricht einer der markantesten, immer wiederkehrenden Singularitäten im Jahresablauf, wie von MeteoSchweiz speziell für die Zeitspanne vom 11. bis 17. Oktober untersucht worden ist. Ob es wohl im morgen Sonntag beginnenden Ok tober 2006 auch so sein wird? Der prächtige Monat gab den Trauben noch ein paar südliche Tage, bevor sie gelesen wurden. So fand relativ spät der Läset der stadteigenen Reben in Herznach jeweils am Nachmittag statt (weil es am Morgen noch nass war), nämlich am 7. (weisser) und am 18. (roter). Natürlich hatten wir unsere vormittäglichen Hochnebel, aber die folgenden Stunden entpuppten sich jeweils als prächtige Herbsttage mit Nachmittagstemperaturen bis 20 Grad, welche Marke am 26. sogar um 0,4 Grad überschritten wurde. Es war der wärmste Tag des Monats, geradezu frühlingshaft, und die Jugend holte wieder die T-Shirts aus dem Kasten. Auf den Strassen wurde gewirtet. Nur am 16. und 18. blieb die Sonne unsichtbar, der Hochnebel bis 600 Meter floss über die Schafmatt ins Baselbiet und löste sich erst dort auf. Mit Bise sackte zwar die Temperatur auf 2,4 Grad in der Morgenfrühe des 17. ab, aber es war nur ein kleiner Ausrutscher der Temperaturkurve, die bis zum Monatsende hoch blieb. So konnte sich auch der Oktober das Attribut Altweibersommer anhängen, bis zum Beginn der Winterzeit. Nachtfröste blieben gänzlich aus, so- dass auch der Blattfall der Bäume verspätet einsetzte.
November 2005
Die Euphorie über den goldenen Herbst wurde 2005 auch im als neblig geltenden November nicht gedämpft. Das Wetter tendierte weiterhin Richtung Wärme und Sonne, auch wenn es am Rüeblimärt (2. November) noch bedeckt war. Am 3. markierte das Quecksilber den monatlichen Höchstwert von 18,3 Grad. Auffallend aber war, dass sich die Sonne in der Folge immer wieder zeigte, und dies bis zum 27., als die tiefste Temperatur von -8,9 Grad gemessen wurde. Ein veritables Martinisömmerli, obwohl es am 4. leicht nass wurde. Es waren 16 Millimeter Regen, welche die seit langem ausgetrocknete Stadt befeuchteten. Anderntags konnten die Kinder schon wieder bei trockenem Wetter die Bescherung der Schützengilde bei ihrem «Nuss-Nuss» auf dem Holzmärt in Empfang nehmen. Die gesamte monatliche Regenmenge betrug nur 28 Millimeter, was nicht einmal einem Drittel der Norm entspricht. Dazu verwöhnte uns die Sonne mit 59 statt normalerweise 40 Stunden. Auffallend war, dass die Temperaturkurve ab Monatsbeginn kontinuierlich sank und so auf den kommenden Winter aufmerksam machte. Nachdem es am 21. und 23. bescheiden geflöckelt hatte - was zu einem Ansturm auf die Pneuhäuser führte -, lagen am 25. morgens 7 Zentimeter Neuschnee. Während die Strassen innert Kürze schwarz geräumt waren, fanden die Kinder in Wald und Feld ideale Schlittelverhältnisse vor. Mit Schneeriesel klopfte der Winter bis Monatsende immer wieder an. Nennenswerte Mengen fielen aber nicht. Am 29. gab es noch etwas nassen Schnee, und im Wald tropfte es von den Bäumen. Der Winter schien sich nur zögernd ankündigen zu wollen. Das flockige Intermezzo hatte mit dem 30. sein Ende.
Dezember 2005
Bekanntlich häufen sich die überdurchschnittlich warmen Jahre. So war auch das Jahr 2005 in Aarau 0.8 Grad wärmer als im Mittel 1961 - 1990. Der Dezember 2005 sorgte dann allerdings dafür, dass die Jahresmitteltemperatur noch etwas nach unten gedrückt wurde. Denn seine Temperaturen lagen mehrheitlich unter der jahreszeitlichen Norm. Wiederum war es ein Monat, der deutlich zu trocken war (nur 83 Prozent der normalen Niederschlagssumme) und der ein Sonnenscheindefizit verzeichnete. Er begann kalt und mit nachmittäglicher Sonne. Es war Neumond - der erste in diesem Monat, denn kurioserweise gab es noch einen zweiten am letzten Tag. Mit zunehmender Mondphase stieg die Temperatur an. Das nun wetterbestimmende Tiefdruckgebiet schien zur Folge zu haben, dass sich am 4. auch der FC Aarau im Match gegen Schaffhausen in einem Tief bewegte und der Wettergott darüber seine Tränen vergoss. Ein Formhoch hatte lediglich die Temperatur, die es einen Tag später auf das Monatsmaximum von 7.8 Grad brachte. Milde, trübe und regnerische Tage (4 mm Regen) folgten bis zum 10., als ein Hoch das Wetter zu beeinflussen begann. An den Jurahängen drüben bildete sich ab halber Höhe gegen den Horizont ein wundervoller Silberkranz aus Raureif und Schnee. Aber in der Stadt unten blieb der Schnee weiterhin aus. Die zweiten Tageshälften waren in der Regel sonnig. So war nicht zu übersehen, dass sich in der beginnenden Abenddämmerung am Südwesthimmel der „Abendstern“ Venus in auffallend hellem und glitzerndem Licht zeigte, während sich im Osten der Mars ganz nahe beim Vollmond bewegte. Zu Ende mit solchen Beobachtungen am klaren Abendhimmel war es dann am 16., als Hudelwetter einsetzte und es ein wenig zu schneien begann. Zudem war es vom 19. - 21. mit Eistagen (immer unter null Grad) noch sehr kalt. Doch bis an Weihnachten war die dünne Schneedecke wieder ganz verschwunden. Es gab so eine Art ,,halbgrüne“ Weihnachten. Mit einem markanten Temperaturrückfall am 27. meldete sich wieder märchenhaftes Weiss (2 - 3 cm Schnee). In der Nacht vom 29./30. sank die Temperatur auf den tiefsten Monatswert (minus 10.2 Grad). Mit rasantem Wärmeanstieg über den Gefrierpunkt, der dem Schnee den Garaus machte, und mit 19 mm Regen im Glühwein klang das Jahr aus.