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Januar 2007
Januar 2007: Grün wars auf Feldern und Wiesen, als man am Neujahrstag 2007 ins neue Jahr schritt, eine der wärmsten Januarnächte hinter sich lassend. Mit dem milden Januar und dem Winterschlaf des Winters hatte man sich bis zum 23. abzufinden, sodass dieser Monat als wärmster Januar seit Messbeginn im Jahr 1864 in die Geschichte eingehen wird. Das Quecksilber fiel auch nachts nie unter den Gefrierpunkt. Über Mittag des 19. zeigte das Thermometer 14,3 Grad. Der stürmische Westwind «Kyrill» brachte etwas Bewegung in die Luftmassen. Das frühlingshafte Januarwetter hielt an, und die ersten Schneeglöckchen blühten. Als dann am 26. mit minus 8,1 Grad am frühen Morgen die tiefste Temperatur des Monats gemessen wurde, lag im Jura drüben zum ersten Mal in diesem Winter etwas Schnee. Wer mit dem Auto unterwegs war, musste zum Eisschaber greifen, um den Durchblick zu haben. Zum ersten Mal in diesem Winter fanden auch die Schneeschaufeln Verwendung, und die Kinder konnten auf einer dünnen Schneedecke schlitteln. Vom 24. bis 27. brachte es der Monat noch zu drei Eistagen, was heisst, dass die Temperatur während 92 Stunden nie über null Grad lag. Gegen das Monatsende erlebten wir noch drei strahlende, wolkenlose Tage, nur der 31. hüllte uns wieder in Nebel ein, während der Gipfel des Densbürer Strihen gerade noch aus der Hochnebeldecke ragte. Die südexponierten Hänge des Jura waren aper. Die Sonne zeigte bereits ihre Kraft. Im Ganzen verwöhnte uns der Januar mit viel Sonne (167 Prozent der Norm) und mit viel Wärme. Die mittlere Januartemperatur betrug rekordverdächtige 4,8 Grad, normalerweise liegt das Mittel unter dem Gefrierpunkt.
Februar 2007
Mit dem Februar 2007 nahm der wärmste Winter seit 1864 (Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen) sein Ende. In Aarau betrug der Wärmeüberschuss in der Winterperiode 3,5 Grad. Im Februar sank die Temperatur nie unter minus 2,9 Grad, tagsüber war es stets mild (bis 14,4 Grad am 22.), der Frühling schien auszubrechen. In den Gärten ersetzte das Weiss der voll blühenden Schneeglöckchen das fehlende Weiss des Schnees. Die monatliche Mitteltemperatur betrug wie im Januar 4,8 Grad statt normalerweise 1,2 Grad. Vom 15. bis 23. war das Blau am Himmel Trumpf, und nachts präsentierte sich im Sternenmeer eindrücklich das «Winter- Sechseck» mit dem hellen Sirius. Gelegentlich wähnte man sich im Frühling. Die Sonne liess sich dann auch fast um die Hälfte länger blicken als üblich. Von Schnee war sowieso keine Rede. An elf Tagen fielen bescheidene 66 Millimeter Regen (89 Prozent der Norm). Mit der Wetterregel «Wenn es im Februar nicht schneit, dann schneit es in der Osterzeit» war für die kommende Ostern das Schlimmste zu befürchten! Doch wie wir dann später erfahren durften, herrschte während der nachfolgenden Ostertage Sonnenwetter. Das Wetter lässt sich eben nicht reglementieren! Der letzte Tag des klimatologischen Winters 2006/07 war dann noch geprägt von einem raschen Wechsel zwischen kurzen sonnigen Abschnitten und Regenschauern, böenartigen Westwinden sowie einer Temperatur von 12,0 Grad über Mittag. Dieser Winter fügte sich getreulich in die Reihe der Warmwinterphasen ein, die 1987/88 begann. Dank der fehlenden Hochnebeldecken und der wenigen Inversionslagen blieb die Belastung durch Feinstaub minim. Dafür war der Pollenflug der Haselblüten noch nie so intensiv, was vielen Allergikern die Vorfreude auf Farben und Düfte des kommenden Frühlings vermieste.
März 2007
Der März 2007 wartete schon zu Beginn mit einer Attraktion auf: Am 3./4. zeigte sich eine totale Mondfinsternis. Wer Geduld und Glück hatte, erhaschte durch ein Wolkenfenster dieses seltene Naturschauspiel. Das heisst nun meteorologisch, dass das Wetter Anfang März wechselhaft war. Regnerische Phasen liessen gelegentlich wieder etwas Sonne durch. So war es auch am 3., als man «1 Jahr verkehrsarme Altstadt» feierte. Schon am 4. lieferte uns Petrus den ersten milden Frühlingstag mit fast 15 Grad am Nachmittag. Übertroffen wurde diese Wärme nur noch am 13., an dem die Maximaltemperatur des Monats 17,7 Grad betrug. Es war ein überaus sonniger Wetterabschnitt zwischen 8. und 17., wobei die Temperatur in der Morgenfrühe gelegentlich unter null Grad fiel und sich Bodenfrost bildete.
Diese schon den Frühling erahnende Champagnerlaune wurde dann am 18. durch einsetzenden Regen getrübt, just in dem Moment, als auf dem Brügglifeld der Match gegen den FCB 0:1 stand und eine Niederlage des FCA nicht mehr aufzuhalten war. Der Hauch von Frühling verflog. Wer schon den Gartengrill hervorgeholt hatte, konnte ihn wieder versorgen, und mit der Gartenarbeit, die üblicherweise erst nach dem Gertrudstag (17.) begonnen werden sollte, war auch nichts. Es gab Schnee, Schneeregen, Pflotsch und rutschige Strassen (am 23.). Die AMA kämpfte bei den Vorbereitungsarbeiten gegen die weisse Pracht.
Erst die letzten Märztage liessen wieder etwas Frühlingsstimmung aufkommen. So war das Wetter für die AMA (ab 28.) und für den Waldarbeitstag (31.) günstig. Trotz dem meteorologischen Wechselbad schien die Sonne 31 Prozent länger als normal, sodass der März 1,4 Grad zu warm war, aber auch 21 Prozent mehr Niederschläge aufwies als üblich.
April 2007
Der sich normalerweise noch zum Frühling zählende April 2007 erinnert eher an einen Sommermonat. Der Frühling, dieser arme Kerl, wurde einfach ausgebootet. Seit 1988 ist der Frühling massiv wärmer geworden. Der Wärmedurchschnitt im April lag bei 13,7 Grad, dies sind 5,3 Grad über der Norm. Es war der wärmste April seit 142 Jahren! Es gibt Jahre, da weist der April keinen einzigen Sommertag auf (Temperatur über 25 Grad), diesmal waren es acht Sommertage. Der wärmste Tag des Monats brachte es auf sommerliche 26,4 Grad. Da der Monat fast durchwegs hochdruckbestimmt war, zeigte sich die Sonne häufig (219 Prozent der Norm). Es regnete kaum einen Viertel der Normalmenge, Anfang und Ende Monat jeweils unbedeutende Mengen. Der Vorsprung der Vegetationsentwicklung gegenüber Vergleichsreihen der letzten 50 Jahre betrug rund zwei Wochen, was vor allem der Wärme zuzuschreiben war. Dieser Trend (immer frühere Eintrittstermine bei Blüte und Blattentfaltung) ist ein Fingerzeig dafür, wie die aktuelle Klimaerwärmung die Vegetationsentwicklung beeinflusst. Der heisse, sonnige und trockene April hat auch eine hohe Ozonbelastung produziert. Die höchsten Stundenmittelwerte von 140 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurden mehrmals erreicht und überschritten. Der April war ein «Verwöhnmonat» par excellence mit Extremen, die wir aber auch zu geniessen wussten. Vor allem die sonnenhellen Ostertage (6. bis 9.) mit dem traditionellen Griff zum Osterbier in Gärten und auf Balkonen bleiben uns noch in allerbester Erinnerung.
Mai 2007
Im Mai 2007 gings im gleichen hochtemperierten Stil wie im Vormonat weiter, und bei diesem frühlingshaften Getue der ersten Monate im Jahre 2007 hätte man bald vergessen zu fragen: «Hatten wir überhaupt je einmal Schnee?» Eine gute Frage, denn an die kurzen Schnee-Intermezzi am 26. Januar und am 23. März erinnerten wir uns kaum mehr. Das war dann schon alles, was uns der Winter 2006/07 an Schnee zu bieten hatte. Es folgten dann bereits die Sommertage im April, und jetzt, im Mai, blieben uns Sonne und Wärme weiterhin treu. Zwar war der Mai launisch und wechselhaft, und er hatte auch seine «Downs». Aber an 196 Stunden schickte die Sonne ihre Strahlen auf die Dächer der Stadt (das heisst 17 Prozent über der Norm), was ein hohes Temperaturmittel von 15,2 Grad zur Folge hatte, d. h. 2,4 Grad höher als normal. Das Quecksilber stieg am 24. sogar auf 29,2 Grad, erreichte dann allerdings am Monatsende den Tiefstwert von 3,3 Grad. Es war ein gewaltiger Temperatursturz, der da auf den 28. (Pfingstmontag) einsetzte und Schneefall bis auf 900 Meter herunter brachte. Bei uns hiess das Regen und Kälte. Man holte die Fleece-Jacke aus dem Schrank, die man nicht einmal im letzten Winter gebraucht hatte! In diesen Tagen fiel ein Drittel der Niederschläge des ganzen Monats. Am intensivsten regnete es aber am 5., als sich alt Bundesrat Villiger als Festredner am Verbindungstag der Alten Kanti in unserer Stadt aufhielt. Die Kalte Sophie (15.) machte ihrem Namen alle Ehre. Am Auffahrtstag (17.) gab es Regen und tiefe Temperaturen bis auf 13 Grad hinunter, aber schon zwei Tage später war es hochsommerlich warm. Diese Hitzeperiode blieb uns bis am 25. erhalten. So blühten denn auch die Trauben bereits im Mai, so früh wie noch nie.
Juni 2007
Juni 2007 - der erste Sommermonat begann regnerisch und kühl. Am 1. fielen 20 mm Regen und der 2. lieferte mit 9,7 Grad die tiefste Monatstemperatur. Roggenhausenverein-GV und Pferderennen (am 3.) gingen bei leidlichem Wetter über die Bühne und schliesslich gewann selbigen Tags auch der FCA seinen Barrage-Match gegen Bellinzona 3:1. Also doch alles okay, auch ohne Wetterhoch.
Dann begann sich die Luft aufzuheizen, bis am 19. das Monatsmaximum von 31,0 Grad erreicht wurde. Zum Schwitzen beim Hören von Wort und Musik brachte uns die Sonne am 8. anlässlich der Einweihung des neu gestalteten Schanzmättelis (Maienzugbankett- und Parkplatz). Dazwischen gab es auch wieder Tiefpunkte, so am 14., als innert weniger Stunden das Quecksilber um 11 Grad in den Keller sauste. Punkto Besonnung, Niederschläge und Temperatur war das mittlere Juni-Drittel ein wahres Wechselbad. Der längste Tag (21.) rückte näher. Er bot uns am Vormittag um 9.15 Uhr eine seltene Theaterszene: Eine pechschwarze Wolkenwalze machte den Tag zur Nacht. Das Ereignis war sogar der AZ am 22. auf der Frontseite des ersten Bundes einen Kommentar von Max Dohner wert, der die apokalyptische Stimmung mit den Augen des in Poesie und Philosophie Versierten betrachtete. Es waren Sturmböen und sintflutartige Regengüsse, die jeden Spaziergänger überraschten. Das letzte Monatsdrittel verlief ebenfalls wechselhaft. Der ganze Monat wies normale Besonnungs- und Niederschlagswerte auf, nur die Temperatur lag einmal mehr 1,8 Grad über der Norm. Nur drei Tage waren eigentliche Hitzetage mit Temperaturen knapp über 30 Grad. Summa summarum: ein durchschnittlicher Juni.
Juli 2007
Anfang Juli 2007 sprach man von feuchter Polarluft, die da von Nordwesten her auf Aarau zusteuerte. Natürlich, der Maienzug war in Sichtweite! Man fühlte sich wie im Herbst. Die Temperatur lag tagsüber bei 14 Grad (am 4.). Sonnenstrahlen wechselten mit Regentropfen ab. Der April schien sich in den Juli verirrt zu haben. Der Maienzug ging trotz garstigem Wetter bei anfänglich kühlen 13 Grad trocken über die Bühne, womit auch dem Bankett auf dem Schanzmätteli nichts im Weg stand. Mit Sonnenschein am späten Nachmittag wurde es sogar 22 Grad warm. Anderntags schaute ein warmer (bis 25 Grad) und sonniger Samstag spöttisch auf den Maienzugtag zurück. Aber nachher war es schon wieder kühl und regnerisch. «Wann wird es wieder einmal richtig Sommer?», fragte man sich. Die Antwort auf diese Frage erfolgte am 12., als die Temperatur stark anstieg und sich am Abend blauer Himmel zeigte, just im Moment, als das Premierenpublikum den «Besuch der alten Dame» beim Schlössli empfing. Es blieb nun eine ganze Woche lang sehr heiss, allerdings mit kühlen Nächten (nur 12 Grad). Am Sonntag, dem 15., verzeichnete man in der Badi den Besucherrekord des Jahres. Mit der Schwüle der Luft kam der Wunsch nach Regen auf. So regnete es am Abend des 23. innert viereinhalb Stunden 21 Liter pro Quadratmeter. Diese Regentage führten dann auch dazu, dass es im Juli 14 Prozent mehr regnete als normal. Aus dem Auf und Ab der Temperatur bei einem Maximum am 16. mit 34,0 Grad und einem Minimum am 31., morgens, mit 8,6 Grad resultierte ein Juli-Temperaturmittel, das der Norm entsprach, und so war es auch mit der Sonnenscheindauer, die ebenfalls das langjährige Mittel erreichte. Es gab keine einzige Tropennacht, d.h., die nächtliche Temperatur lag nie über 20 Grad.
August 2007
Der August 2007 wird den Bewohnern des Aarauer Scheibenschachenquartiers in böser Erinnerung bleiben. Denn am 8. um 16.30 Uhr setzte ein Dauerregen ein, aus dem bis am andern Morgen um 7 Uhr eine Niederschlagsmenge von 70 Litern pro Quadratmeter resultierte, die besagtem Stadtteil arg zusetzte und den schmalsten Teil der Zurlindeninsel wegschwemmte. Ein zweites grosses Niederschlagsereignis fand vom 28. bis 30. (50 Liter pro Quadratmeter) statt, allerdings ohne nennenswerte Folgen. Diese beiden regnerischen Wetterlagen liessen den August zu einem der nassesten seit Messbeginn 1864 werden. Auch die Temperaturkurve erreichte in zehntägigen Abständen nur dreimal Spitzenwerte, nämlich am 6., 15. und 26., wobei es der 6. mit 30,6 Grad zum Rekordhalter des Monats brachte. Am 9. und am 31. sackten die Minimaltemperaturen bis auf 8,9 Grad ab. Am 9., dem Tag des Hochwassers, war es sogar tagsüber nie wärmer als 13 Grad. Unter dem Eindruck des häufig feuchttrüben Wetters wurden die Temperaturen als kühl empfunden, doch lag die Monatsmitteltemperatur 0,4 Grad über der Norm. Einmaliges Wetterglück wurde dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (24. bis 26.) beschieden, denn es fiel in die regenfreie und in eine der sonnigsten Perioden des August. Auch sonst war die Sonne immer wieder unser Gast, obwohl sie nur zu 89 Prozent der Norm schien. Die Wetterlagen wechselten häufig rasch. Eigentlich begann der Monat mit dem Bundesfeiertag feiertag verheissungsvoll: blauer Himmel pur! Dieses Muster wiederholte derholte sich aber erst wieder am nächsten Wochenende (4. und 5.), wie sich überhaupt die Wochenenden enden in diesem Sommer immer von ihrer besten Seite zeigten. Es war echt ein arbeitnehmerfreundlicher Sommer! Zwischen den meisten Wochenenden machten uns das viele Nass und das Sonnendefizit zu schaffen. Einen Vorteil hatte der verregnete Sommer: Er führte zum Rückgang der Zecken-Encephalitis!
September 2007
Der September 2007 wies erstmals nach zwölf zu warmen Monaten eine unterdurchschnittliche Monatstemperatur auf, die 0,6 Grad unter dem langjährigen Mittel von 1961 bis 1990 lag. Die Kaltlufteinbrüche drückten die Temperaturen des Öftern auf Werte, wie man sie aus Spätherbsttagen gewohnt ist. Dafür setzte sich die zufällige Häufung schöner Wochenenden im unbeständigen Sommer 2007 dank manchem Hochdruckeinfluss auch im September fort. Die Sonne war aber auch an vielen andern Tagen sehr oft unser Gast, und so schien sie › über den ganzen Monat verteilt - zehn Stunden mehr als normal. Auch 1900 Kilogramm Riesling?Silvaner-Trauben im ortsbürgerlichen Rebberg in Herznach konnten am 14. unter besten Voraussetzungen geerntet werden, zwei Wochen früher als im Vorjahr. Nennenswerte Niederschläge fielen nur an ein paar wenigen Tagen, so am 3. und am 17./18. nach einem lupenreinen, wolkenlosen Bettag (16.) und nach dem heissesten Tag des Monats (am 17. mit 25,5 Grad). Damit nahm auch der Altweibersommer ein vorläufiges Ende, der mit dem städtischen Waldumgang am 8. begonnen hatte. Nach dem Kaltlufteinbruch am 18. schraubten sich die Temperaturen wohl noch nach oben, aber bald tauchten sie wieder unter das langjährige Mittel. Ein nochmaliges kurzes Intermezzo warmer Tage gab es ab dem 20., wovon auch der Bachfischet am 21. profitierte, der unter sternenklarem Nachthimmel über die Bühne ging. An den folgenden Tagen stiegen die Temperaturen nicht über 12 Grad. Der MAG erlebte am 27. einen Kaltstart. Der Pferderenntag am 30. war eher kühl, aber sonnig, nachdem das Quecksilber am 28. nachts auf 3,5 Grad abgesackt war, so wie schon zum kalten Monatsbeginn am 6. mit 3,3 Grad, was die tiefste Temperatur des Monats markierte.
Oktober 2007
Im Oktober 2007 mit nur vier Tagen geringen Niederschlags herrschte bei unserer der Urproduktion entfremdeten Stadtbevölkerung eitel Freude. Die Gemüseproduzenten hingegen hatten ihre Sorgen und mussten ihre Felder bewässern. Es fielen während des ganzen Monats nur 19 Liter Regen pro Quadratmeter auf die Erde, davon allein 16 Liter am 4. Dies ist gegenüber dem langjährigen Durchschnitt von 70 Litern im Monat sehr wenig.
Auch die Sonne machte beträchtliche Überstunden, vor allem in der ersten Monatshälfte. So konnten am 2. die Ortsbürger bei sonnigem Wetter ihre Blauburgunder- und Malbec-Trauben in Herznach ernten, und am 3. wurde die monatliche Höchsttemperatur von 24,6 Grad erreicht. Es war also fast ein Sommertag. Der goldene Oktober holte nach, was uns der miese Sommer vorenthalten hatte.
Trotz allem wich die Temperatur aber nur wenig von der Norm ab: Es war 0,2 Grad zu warm. Man hätte nach dem heissen Monatsbeginn mehr erwarten können, aber dann war in der zweiten Monatshälfte ein massiver Temperaturabfall zu verzeichnen. So fiel zum Beispiel das Quecksilber am 21. auf minus 1,1 Grad. Die Bise blies uns um die Ohren. Eine Hochnebelschicht, vor allem an den Vormittagen, versperrte uns gelegentlich die Sicht auf die Sonne. Die Nächte waren meistens klar, und so konnte man auch den kreisrunden Mister Moon am 27. in einem selten hohen Stand von 70 Grad über dem Horizont in seiner silbernen Pracht begrüssen und bewundern.
November 2007
Im November 2007 fanden anfänglich die goldenen Herbsttage des Vormonats ihre Fortsetzung, bis am Rüeblimärt (7.) die Sonne ihren Abschied nahm, die Temperatur markant zurückging, und man daran denken konnte, seine Sommersachen im Schrank zu versorgen. Die Tagestemperaturen machten von 12,6 Grad (Monatsmaximum) am 2. einen Taucher auf 1,9 Grad am 19., wobei es in jener Nacht sogar minus 6,0 Grad kalt wurde. Es war die tiefste Temperatur des Monats. Es gab da einige Beinahe-Eistage, an denen die Temperaturen auch tagsüber nur ganz knapp über null Grad anstiegen (16. bis 20.). Entgegen der landläufigen Meinung, dass der November bei uns ein sonnenarmer und nebliger Monat sei, fehlte die deprimierende Hochnebeldecke fast ganz. Die Sonne schien während 62 Stunden, was 50 Prozent mehr ist als der langjährige Durchschnitt. Eigentlicher Hochnebel herrschte nur am 29. und 30., wogegen die beiden vorhergehenden Tage wolkenlos waren und der winterliche Sternenhimmel in voller Pracht leuchtete. Im Weiteren war es zu trocken, denn es fielen im ganzen Monat nur 80 Prozent der normalen Niederschläge, davon ein Teil in Form eines Spürchens Schnee, anfänglich nass am 9. und 10., der sich rasch verflüchtigte, und am 14. und 15. trocken, sodass eine dünne weisse Schneeschicht auf den Wiesen liegen blieb. Da es dazu auch noch kalt war, vermutete man schon eine Vorhut des Winters, aber wie wir noch in Erinnerung haben, folgte dann in unseren Niederungen einer der schneeärmsten Winter, die es je gegeben hat. Dagegen war es ein ungewohnt sonniger und trockener November, der ins gleiche Kerbholz schlug wie die vergangenen beiden Monate. Diese günstigen Umstände ermöglichten es, die vom Unwetter am 9. August in Mitleidenschaft gezogene Zurlindeninsel innert kürzester Zeit (bis Mitte Januar 2008) zu reparieren.
Dezember 2007
Im Dezember 2007 , dem ersten Wintermonat, würde man eigentlich auf Schnee tippen. Doch davon war überhaupt keine Rede. Der einzige Schnee, der in diesem Monat fiel, war der Industrieschnee am 25., der sich in einer seit Tagen anhaltenden Hochnebeldecke gebildet hatte. Die Obergrenze dieses Nebeldeckels lag stets ungefähr auf der Höhe des Wasserfluhgipfels. Konsultierte man die Internetadresse www.wasserflue-aarau.ch, so war man im Bild, ob man auf unsern nahen Jurahöhen an der Sonne wäre oder eben nicht. An der Grenze des Hochnebels zur Sonne bildete sich jeweils durch den silbrig leuchtenden Raureif an den Bäumen ein paradiesischer diesischer Märchenwald, und darüber glänzte der Himmel stahlblau. Diese Hochdruckwetterlage be herrschte uns während der ganzen zweiten Monatshälfte, in der das Quecksilber mehrere Tage hintereinander nie über die Nullgradgrenze hinaus anstieg. In diese Zeit (am 19.) fiel dann auch die tiefste Temperatur mit minus 6,2 Grad. Erst an den letzten drei Tagen registrierte man ein paar Stunden Sonne, auf die man so lange gewartet hatte. Der Blick zum Jura hinüber und in die Alpen wurde allerdings durch Dunst getrübt. Weisse Weihnachten kannte man auch diesmal, wie schon etliche Jahre zuvor, nur vom Hörensagen. Im Gegensatz zur zweiten Monatshälfte war die erste von Westwindwetter geprägt, mit Regen, Sturmböen, Temperaturen bis 11,0 Grad am 7., so richtiges Hudelwetter. In diese Zeit fielen dann auch die einzigen nennenswerten Niederschläge, die überdurchschnittliche Mengen brachten (fast ein Drittel mehr als normal). Erst ab 15. blieben dann die Temperaturen auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt und liessen etwas vom Winter, allerdings ohne Schnee, erahnen.