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Wetter-Rückblende > Monatliche Wetterrückblende > ab 2000
Januar 2008
Januar: Tiefrot begann das Börsenjahr 2008 , braun-grün gefärbt das Wetterjahr. An keinem einzigen Morgen registrierte man eine Schneedecke. Es war eine Situation wie schon im Januar 2002 und 1996. Neujahrstag und Bärzelistag präsentierten sich als so genannte Eistage, das heisst, dass die Temperaturwerte immer unter null Grad lagen. Wobei aber die Quecksilbersäule nie so stark in den Keller rutschte wie am 23., als sie frühmorgens minus 4,9 Grad anzeigte. Es war die tiefste Temperatur des Monats. Im Laufe des Vormittags erfolgte ein rasanter Temperaturanstieg, und weil sich auch noch die Sonne den ganzen Tag blicken liess, wurden dieser 23. wie auch der 24. zu milden Januartagen mit der höchsten Temperatur von 12,6 Grad. Schon vorher waren einige Tage sonnendurchflutet, eine Erscheinung, wie sie im Januar, den wir sonst eher als trüben Monat in Erinnerung haben, selten ist. Mit 72 Stunden betrug die Besonnung im ganzen Monat unglaubliche 243 Prozent der Norm. Es war während vieler Tage charakteristisches Hochdruckwetter ohne Hochnebellagen. Es herrschten tagsüber angenehme Temperaturen, und man erhielt vom zweiten Wintermonat eher einen frühlingshaften Eindruck, welcher durch den fehlenden Schnee zusätzlich verstärkt wurde. Die Niederschläge fielen in Form von Regen, am ausgiebigsten am 5. nach dem Zusammenbruch einer starken Föhnlage. Nachher bestimmte eine dreitägige Westlage den Wetterablauf und sorgte für wechselhaftes Wetter mit etwas Regen (gesamthaft nur 67 Prozent der Norm). Gefährlich wurde das Glatteis auf der A1 am 8., als es ganz wenig flöckelte und die Temperatur noch um 8 Uhr morgens bei minus 2 Grad lag. Der Monat war wiederum 2,9 Grad zu warm.
Februar 2008
Anfang Februar 2008 wartete man immer noch auf Schnee. Frau Holle schien dem Winterschlaf verfallen zu sein, schickte aber immerhin am Vormittag des 2. (Lichtmess) ein paar nasse Schneeflocken. Nach zwei Stunden war der Spuk vorüber, und in Weiss glänzten nur noch die Matten im Jura drüben. Es war mit kaum spürbaren 8 Millimetern Schnee der niederschlagreichste Tag des Monats, der so zu einem schneefreien und zum trockensten Februar seit mehreren Jahrzehnten wurde. Nur am Monatsende regnete es noch ein paar Millimeter, und schliesslich lag die Niederschlagsbilanz bei nur 38 Prozent des Normalwertes. Einen weiteren Rekord stellte der Februar in Bezug auf die Besonnung auf (242 Prozent der Norm). Ein Hauch von Frühling lag in der Luft. Erlen- und Haselpollen machten den Allergikern zu schaffen. Es gab kaum einen Tag, an dem sich die Sonne nicht erblicken liess. Vom 7. bis 14., als die Feinstaubbelastung mit fast 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sehr hoch war, blieb es sogar den ganzen Tag wolkenlos, ebenso vom 16. bis 19. Aber ausgerechnet der sich in der Nacht zum 21. total verfinsternde Mond versteckte sich hinter Wolken. Dann folgten nochmals sonnige Tage, die auch das Quecksilber ansteigen liessen, sodass am Super-Sunday (24.), an dem das Aarauer Stimmvolk Stadion, Bahnhof und Furora annahm, sich auch das Wetter nicht lumpen liess und diesen Tag mit 17,1 Grad zum wärmsten Tag des Monats hochstilisierte. Aarau befand sich also nicht nur politisch, sondern auch wettermässig im Aufwind! Rund 24 Grad kälter war es am Morgen des 18., als das Thermometer minus 6,8 Grad anzeigte. Alles in allem aber passte dieser Februar mit einem Wärmeüberschuss von 2,2 Grad in die zwanzigjährige Reihe von zu warmen Wintern seit 1988. Ausnahmen mit unterdurchschnittlichen Temperaturen waren nur die schneereichen Winter 2004/05 und 2005/06.
März 2008
Am 1. März 2008 brodelte es so richtig in der Wetterküche. Es waren am Morgen Windgeschwindigkeiten bis zu 70 Kilometern pro Stunde zu verzeichnen. «Emma» am 1., «Johanna» am 10. und «Kirsten» am 12. erheischten nicht als Topmodels, sondern als stürmische Winde Aufmerksamkeit. Sie setzten punkto Temperatur milde Akzente und markierten den Auftakt zu einer frühlingshaften Monatsmitte. Dazwischen allerdings, am 6., war es mit der Monatstiefsttemperatur von minus 4,6 Grad nochmals sehr kalt, und das Quecksilber stieg tagsüber trotz achteinhalb Stunden Sonnenschein nie über 4,7 Grad. Es war der sonnigste Tag des Monats, und man glaubte, der Winter, der eigentlich gar keiner war, sei überwunden. Zwar wollte er sich gelegentlich an wenigen Tagen noch mit ein paar Schneeflocken einschleichen. Aber nach ein paar Stunden war der Schnee jeweils schon wieder Geschichte. Der Temperaturrückgang nach einer frühlingshaften Monatsmitte mit 17,4 Grad liess Böses erahnen. Mit Temperaturwerten unter dem langjährigen Durchschnitt blieb es vom 17. bis 27. kühl. In diese Periode fiel auch Ostern (23.), die 2008 so früh war wie seit 95 Jahren nie mehr. Während dieser Tage um Ostern fand denn auch die Abschiedsgala des Winters statt, jeweils mit einem minimalen Schäumchen Schnee. Mit dem astronomischen Beginn des Frühlings holte der Winter nach, was er seit Monaten versäumt hatte, doch die bereits recht kräftige Frühlingssonne pfuschte ihm ins Handwerk. Dann aber «zog er sich in raue Berge zurück», wie schon Faust auf seinem Osterspaziergang deklamierte, und machte in der letzten Märzwoche dem Frühling Platz, mit Temperaturen bis 18,4 Grad (am 30.). Trotz einigen kälteren Perioden war der Monat 0,6 Grad zu warm. Die Besonnung war leicht unternormal, wohingegen ein Drittel mehr Niederschläge fielen als üblich.
April 2008
Im April 2008 steuerten den ganzen Monat hinweg Tiefdruckgebiete immer wieder Regenzonen in unsere Region. So fiel weit mehr als das Doppelte der normalen Niederschlagsmenge, meist in Form von Regen, besonders am 21. und 22. mit Dauerregen und Hochwasser führender Aare (am 23.). Gelegentlich aber wagte der Winter noch einen kleinen Seitensprung (am 7.), worauf am 8. der kälteste Tag des Monats mit minus 2,3 Grad am Morgen resultierte. Wetterglück war den vier Wochenenden beschieden. Sie trugen am meisten dazu bei, dass es doch noch zu 89 Sonnenstunden reichte, was aber nur 66 Prozent der Norm entspricht. So war der April ein sonnenarmer Monat und mit überdurchschnittlich viel Regen launenhaft, auch wenn er 0,2 Grad zu warm war. Der wärmste Tag war Sonntag, der 27., mit einer Maximaltemperatur von 20,6 Grad, der die Gartenwirtschaften mit Menschen füllte. Während die erste Monatshälfte kalt und unbeständig war, liess die zweite Hälfte – mit Ausnahme der erwähnten Regentage – mit ihren erhöhten Temperaturwerten und viel Sonnenschein dann doch noch auf einen angenehmen Frühling hoffen.
Mai 2008
Der 1. Mai 2008, Auffahrtstag, entschied sich frühmorgens, mit einer Minimaltemperatur von 5,0 Grad einen Monatsrekord aufzustellen. Diesem kleinen Ausrutscher folgte dann aber ein sonniger Tag, der abends sogar zum Bezug der Gartensitzplätze einlud. Von da an bis zur Monatsmitte hatte die Sonne ein hochkarätiges Dauerabonnement gelöst, und so kam nun der Frühling im Sauseschritt daher. Innert weniger Tage verwandelte sich der Jura in eine grüne Kulisse, und im Wald gerieten die Ameisenhaufen in Bewegung. Der Monat verwöhnte uns mit fast 20 Prozent mehr Sonne als normal. An mehreren Tagen wurde fast die höchstmögliche Sonnenscheindauer erreicht. Der 10. wurde mit 25,8 Grad zum ersten Sommertag des Jahres, der zweite folgte dann mit Saharastaub am 27. (29,6 Grad), was zugleich der höchsten Temperatur im Mai entsprach. So konnten auch unsere bekanntesten Heiligen, die auf Pfingsten und Muttertag (11.) folgten, zusammenpacken und waren fortan nicht mehr gefragt. Bei dieser Hochdruckwetterlage blieben auch grosse Niederschlagsmengen aus, und mit nur 42 Prozent des langjährigen Durchschnitts wurde der Monat zum trockensten Mai seit Messbeginn 1864. Einige kleinere Regenmengen vom 15. bis 19. mit insgesamt 34 Litern pro Quadratmeter vermiesten uns den Mai ein bisschen. Dies war aber wenig, fallen doch im Normalfall während des ganzen Monats 92 Liter. Die darauffolgenden vier kühleren Tage mit Nachmittagstemperaturen um 13 bis 15 Grad und hochnebelartiger Bewölkung mahnten uns schon fast wieder an den Herbst. Seinen Vorgängern folgend war auch dieser Mai viel zu warm, nämlich 2,8 Grad, und gehört punkto Wärme zu den Spitzenreitern seit 1868.
Juni 2008
Am ersten Junitag 2008 profitierten die Pferderennen und die GV des Wildparkvereins auf dem Aelpli im Roggenhausen von Sonnenschein und einer Temperatur von 24,1 Grad am Nachmittag. Der Sommer schien im Anmarsch zu sein. Doch es wurde kälter und blieb unbeständig bis zur Monatsmitte. Die Schafskälte, die zwar unter dem heutigen Klimaregime nicht mehr eindeutig erkennbar ist, spielte ihre Rolle hervorragend und präsentierte am 15. die tiefste Monatstemperatur von 5,2 Grad. Von da an aber erhitzten sich mit den wichtigsten Spielen der Euro 08 nicht nur die Gemüter, sondern auch die Luft, deren Temperaturwert am 23. bis auf 31,6 Grad anstieg. Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde die magische 30-Grad-Marke geknackt, und der Sommer hielt nach der kürzesten Vollmondnacht des Jahres am 18./19. nun wirklich Einzug. Wieder einmal stimmte die Vollmond- Wetterwechsel-Regel! Da drohende Gewitterwolken immer wieder über den Jura oder ins Luzernische abzogen, waren Niederschläge ab 18. kein Thema mehr. Die berüchtigten niederschlagspendenden Gewitter fehlten, und so fielen insgesamt im Monat nur 49 Millimeter Regen. Lediglich an vier Stationen (von schweizweit insgesamt fünfzig Stationen) war die Niederschlagsmenge noch geringer als bei uns. In Aarau war sie mit 39 Prozent der Norm sehr tief. Dank der sonnenreichen zweiten Monatshälfte mit gelegentlich schwülen Tagen wurde die langzeitliche Norm der Besonnung doch noch erreicht. So setzte sich auch der seit Jahren anhaltende Trend eines zu warmen Junis fort (1,6 Grad zu warm).
Juli 2008
Anfang Juli 2008 dämpfte schwül-warme Luft unsere Lebensgeister. Der 2. war mit 31,1 Grad einer der wärmsten Tage des Monats. Der Maienzug (am 4.) nahte, und das Wetter gab sich neckisch. Was war da noch zu erwarten, nachdem es am Maienzug-Vorabend 11 Millimeter regnete, die Temperatur kaum 24 Grad erreichte und es um 22 Uhr noch etwas tröpfelte? Doch anderntags erlebten wir einen sonnigen Maienzug bei höchst angenehmen Temperaturwerten, nämlich 15 Grad um 8 Uhr und 25 Grad am Nachmittag. Das Wetter gab sein Bestes, die Maienzugküche weniger! An den folgenden Tagen hielt das Auf und Ab der Temperaturkurve an. Da sich die Nächte sehr kühl zeigten (tiefster Juliwert am 5. mit 9,3 Grad) und es tagsüber sommerlich warm war, entstanden Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht bis zu 19 Grad. Die Premiere von Frischs «Biedermann und die Brandstifter » beim Schlössli am 10. hatte wieder einmal mehr Wetterglück, verschönerte sie doch lustvoll den Abschluss eines wolkenlosen Tages. Ein massiver Kaltlufteinbruch am 11. gegen Abend, mit Windböen und rapid fallendem Luftdruck sowie einem Temperatursturz von 12 Grad innert fünf Stunden, läutete eine kurze Schlechtwetterperiode ein, gerade als sich die Sommerakademie der Volkshochschule auf ihrer ersten Exkursion an der Suhremündung befand. Nach einem meteorologischen Katzund Mausspiel trat dann ab 18. sonniges Wetter ein. Aber erst nach dem 21. folgten hochtemperierte, sommerliche Tage. Der Sommer, der bis anhin wie viele unserer Mitbürger seine Ferien im Ausland zu verbringen schien, kehrte nur zögernd ein. Denn am 22. war es mit Bise noch recht kühl, und so trugen Pullover zum Wohlbefinden erheblich bei. Vom blauen Himmel herunter lachte am 24. nicht nur die Sonne, sondern auch ein abnehmender heller Halbmond, der dann aber schon gegen 13 Uhr unterging und wieder einmal mehr das Rendez-vous mit Lady Sunshine verpasste. Hochsommerlich ging der Juli mit sieben Tagen über 25 Grad und dem Maximum von 31,4 Grad am 31. zu Ende und besserte so seine Wetterbilanz auf. Er war wiederum etwas zu warm, die Besonnung hielt sich im Rahmen, jedoch regnete es acht Prozent mehr als normal.
August 2008
Der August 2008 war der letzte der Sommermonate, und auch er bescherte uns keine längeren Schönwetter- und Hitzeperioden. Er beendete mit normaler Besonnung und einem Wärmeüberschuss von 0,9 Grad einen Durchschnittssommer. Lediglich gegen das Monatsende legte er noch einen Zacken zu, der das Quecksilber aber auch nie höher als 27,5 Grad (am 31.) steigen liess. Auch der heisseste Tag im August (der 6.) brachte es nicht über 29,3 Grad hinaus. Am Bundesfeiertag erwies sich Petrus ebenfalls als guter Feuerwerker, indem er uns schon in den ersten Morgenstunden Blitz und Donner schickte, begleitet von Starkregen bis vormittags 10 Uhr, der den Niederschlagsmesser bis zum Rand füllte (42 Liter pro Quadratmeter). Anschliessend machte sich für ein paar Tage eine sonnige Wetterlage breit, aber bereits am 11. vertrieb eine Kaltfront das kurze Sommermärchen. Den 12. charakterisierten ein bemerkenswerter Temperatursturz und heftige Niederschläge (46 Liter pro Quadratmeter). Mit dem zweiten ausgesprochenen Regentag am 15., der allerdings etwas zahmer ausfiel, spendete der August insgesamt 144 Liter Wasser pro Quadratmeter, was einem Viertel mehr als normal entspricht. Am 16. hiess es dann Sicht frei auf den Vollmond, der sich durch den irdischen Schattenkegel teilweise (zu 81 Prozent) verfinstern liess, was sehr schön zu beobachten war. Die zweite Monatshälfte begann sehr unruhig. Die ersten Morgennebel meldeten sich bereits, und ohne Besonnung war es schon kühl. Der 24. mit seiner tiefsten Temperatur des Monats (8,3 Grad) stand am Anfang der längsten, aber doch relativ kurzen Schönwetterperiode des Monats. So erwies sich in der letzten Augustwoche der Sommer doch noch etwas versöhnlich. Ein wolkenloser Abendhimmel verzauberte die Stadt am 30. in eine Festhütte, mit «Musig i der Altstadt» und «Komm Rain!».
September 2008
Der September 2008 war kaum eine halbe Stunde alt, und schon zog ein starkes Gewitter über unsere Region. Innert Kürze fielen 40 Liter Wasser auf einen Quadratmeter. Aber schon der Folgetag brachte stundenlangen Sonnenschein zurück, und tags darauf stieg der Temperaturwert sogar auf 26,5 Grad. Es war der wärmste Tag des Monats, und es folgten ihm im ersten Monatsdrittel weitere warme Tage, mit gelegentlichen Ausrutschern in tiefere Temperaturrregionen und mit Regengüssen. Am letzten Spätsommerabend gehörten die Gassen der Stadt nochmals dem Partyvolk. Das am 12. auftauchende berüchtigte Genua-Tief liess dann den Sommer aber endgültig vergessen. Der am 13. durchgeführte Aarauer Waldumgang wurde in «Waldumschiffete» umgetauft, regnete es doch den ganzen Tag unaufhörlich 55 Liter pro Quadratmeter. Dank den beiden nassen Ereignissen am 1. und am 13. lag die monatliche Niederschlagsmenge mehr als ein Viertel über der Norm. Die zweite Monatshälfte dagegen war trocken, aber kalt. Die ersten Hochnebel machten sich bemerkbar, und eine mehrtägige Bisenlage liess uns die Wärme der Sonne nie mehr richtig spüren. Ein moderater, milder, leicht bewölkter Abend beglückte Gross und Klein am Bachfischet (19.). An einem kühlen Tag fand auch die Einweihung der neuen Holzbrücke über den Frey-Kanal im Wald «Sommergrien» in der Telli statt. Zusammen mit den Aktienkursen sank auch die Temperatur auf einen Tiefstwert in der Nacht zum 28. (2,9 Grad), an dem der MAG zu Ende ging und an welchem dem Renntag im Schachen viel Sonne beschieden war. Trotz vielen sonnigen Tagen machte die Besonnung während des ganzen Monats nur 72 Prozent der Norm aus. Er war der einzige Monat des Jahres, der zu kalt war, nämlich 1,2 Grad unter dem Normalwert.
Oktober 2008
Der Oktober 2008 gab noch einmal sein bestes und spendete uns goldige Herbsttage. An drei aufeinanderfolgenden Wochenenden (11., 18., 25.) schöpfte die Sonne aus vollen Händen. Diese Wetterlagen und der prächtige, zeitgerecht einsetzende, als Mitte-Oktober-Phänomen bekannte Altweibersommer vom 8. bis 20.
(mit einem Unterbruch am 16.), führten dazu, dass die Besonnung um einen Zehntel höher ausfiel als normal. Auch war der Monat 0,9 Grad zu warm. Der 14.das Quecksilber zum Maximalwert des Monats von 22,0 Grad hinauf.ob er uns doch noch necken möchte, zeigte sich der Wettergott gelegentlich auch von seinen schlechten Seiten. So begann der Monat recht kühl, und es wurden beinahe so tiefe Temperaturwerte erreicht wie dreissig Tage später (0,1 Grad am 30.). Am 16., mitten in der Euphorie milder, sonniger Tage, fiel ergiebiger Regen. Tags darauf war es trotz Sonne nur 12 Grad warm. Die grosse Überraschung nach dem 29. mit seiner grössten Regenmenge des Monats (38 Liter pro Quadratmeter) erfolgte am 30., als am Morgen 4 cm Neuschnee vor den Haustüren lag. Da er nass und schwer war und viele Bäume (z.B. junge Eichen) noch im Laub standen, so richtete er im Wald und in den Privatgärten erhebliche Schäden an. Glücklicherweise sank die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt, wodurch die Schneelast nochmals an Gewicht zugelegt hätte. Dieser frühe Wintereinbruch führte zu einem Verkehrschaos und rief zum ersten Mal Schneepflüge und Salzequipen auf den Plan. Sie kamen ja dann im Laufe des Winters noch mehrmals zum Einsatz! Der "Wetterfrosch" entnimmt seinen Notizen aus dem Jahre 1939, dass die letzten Tage der Landesausstellung in Zürich Ende Oktober auch beschneit worden waren. Zwei ausgeprägte Regentage (16. und 29.) führten dazu, dass die monatliche Niederschlagsmenge um 70 Prozent überschritten wurde.
November 2008
Der November 2008 bügelte in seiner ersten Monatshälfte wieder aus, was er uns am Ende des Vormonats mit seinem krassen Wintereinbruch eingebrockt hatte. Am 5. konnte man sogar von einem milden Frühlingstag reden, wovon auch der Aarauer Rüeblimärt profitierte. Am 7. lag sogar ein Hauch von Martinisömmerli über der Gegend. Die Temperaturwerte waren hoch und erreichten bis 14,3 Grad in den Nachmittagsstunden. Bis Monatsmitte ergab sich so ein Wärmeüberschuss von 2 bis 3 Grad. Gelegentliche Morgennebel lösten sich bis Mittag auf. Immer noch zeigte sich der Einfluss des Föhns. Die «Föhnfische» am blauen Himmel reichten weit über die Jurahöhen hinaus gegen Norden, was nicht so of t vorkommt. Am 11. fiel am Nachmittag erstmals etwas Regen, und am frühen Morgen des 15. lag die Quecksilbersäule unter der Nullgradmarke. Während SF Meteo am Mittag für das ganze Mittelland Hochnebel prognostizierte, genossen wir gleissenden Sonnenschein. Zu Beginn der letzten Dekade des Monats geriet das Wetter in Schieflage und wartete mit Regen und Sturmböen auf. Da sich am 22. die Temperatur abends gegen die Nullgradgrenze hin bewegte, war der zweite Wintereinbruch dieser Saison programmiert. Am folgenden Morgen lagen fünf Zentimeter Neuschnee, und mit der Besonnung erschien die Landschaft märchenhaft. Bis zum 29. registrierte man tiefe Temperaturwerte, nur tagsüber lagen sie knapp über null Grad. Doch nur der 28. war ein eigentlicher Eistag, mit der tiefsten Monatstemperatur von minus 5,9 Grad. Bei solchen Kapriolen der Quecksilbersäule resultierte schliesslich für den ganzen Monat ein bescheidener Wärmeüberschuss von 0,5 Grad. Die Klimaänderung ist seit 1981 auch im Herbst deutlich spürbar. Die Besonnung war mit 129 Prozent über-, die Niederschlagsmenge mit 54 Prozent unternormal.
Dezember 2008
Der Dezember 2008 wird uns in Erinnerung bleiben als ein Monat, in welchem die Schneeschaufeln beständig in Einsatzbereitschaft gehalten werden mussten. Nach einem unbeständigen Monatsbeginn, der sogar Regen brachte (34 Liter pro Quadratmeter vom 1. bis 6.) und relativ milde Temperaturwerte aufwies, welche tagsüber bis auf 6 Grad kletterten, erfolgte am 9. abends der dritte Wintereinbruch dieser Saison. Am Nachmittag jenes Tages gab die Sonne nach Auflösung der bis auf 800 Meter reichenden Hochnebeldecke noch ein kurzes Stelldichein. Doch in der Nacht zum 10. kam der abrupte Wetterwechsel. Am andern Morgen lagen 3 Zentimeter Schnee, der sich bald in Pflotsch verwandelte, und am Nachmittag fiel intensiv Nassschnee. An den folgenden Tagen puderte der Winter die Landschaft permanent weiter, sodass am 15. in der Vollmondnacht 15 Zentimeter Schnee die Wiesen bedeckten, worauf sich so tagelang eine herrliche Schneelandschaft präsentierte. Kalte Nächte (bis minus 3,9 Grad) und Tagestemperaturen von nur wenigen Graden im positiven Bereich liessen den Schnee zu Bruchharst gefrieren. Knapp hätte es an zwei Tagen (13. und 15.) noch zu Eistagen (Temperaturen immer unter dem Gefrierpunkt) gereicht. Sonnenschein gab es gelegentlich nur am Nachmittag, und die Tage zeigten sich düster wie die Wirtschaftslage. Weitere Ausrutscher gab es für Spaziergänger im Wald und auf Strassenabschnitten, wo das Eis noch vom Schnee bedeckt war. Ab 17. frühmorgens erreichte uns ein weiterer Schub von Schnee (15 Zentimeter), was dann auch prompt zu einem Verkehrschaos im Berufsverkehr führte. Noch flöckelte es am 18., aber es wurde zusehends wärmer, und am 20. war es mit der weissen Herrlichkeit vorbei. Zwei Tage später notierte man die höchste Monatstemperatur (8,8 Grad), und so fand das Wetter wieder einmal den Turnaround zu grünen Weihnachten wie in den beiden Vorjahren. Am sonnigen Stephanstag mit starken Bisenböen (bis 65 Kilometer pro Stunde) konzentrierte sich dann der Winter bis zum Jahresende auf seine eigentliche Aufgabe und liess es kalt werden (minus 8,1 Grad am 29.). Am frühen Nachmittag von Silvester begann es zu schneerieseln, und mit 5 Zentimeter Neuschnee, der sofort vorbildlich geräumt wurde, rutschte man ins neue Jahr.