Aarauer Wetter Rückblende

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2009

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Januar 2009

Der Januar 2009 war noch keinen Tag alt, als Väterchen Frost seinen Einzug hielt. Bis am 14. kletterte das Quecksilber nie mehr über den Gefrierpunkt hinaus. Es waren eisige Zeiten, aber eben nicht so lange andauernd wie 1963, als unsere Seen zugefroren waren. Damals sank die Temperatur zudem bis auf minus 15 Grad, derweil im Berichtsmonat der Minimalwert „nur“ bei minus 9,3 Grad lag (am 12.). Da unsere Winter ja immer wärmer werden und wir uns nicht mehr an so tiefe Temperaturen gewöhnt sind, so war nun Zähneklappern angesagt. Und dies umso mehr, als uns eine kompakte Hochnebeldecke von der Sonneneinstrahlung fernhielt und eine Dunstschicht die Jurahöhen nicht mehr erkennen liess. Der Winter umklammerte uns bis zur Monatsmitte mit seinen kalten Klauen. So war der Monat 1,3 Grad kälter als normal. Und wo lag der Schnee? Er meldete sich am Neujahrstag mit vier Zentimetern an, doch wer gleichentags am Abend durch die Stadt schlenderte, um die „Lichtblicke“ (Motto des Neujahrsempfangs) zu bewundern, stiess auf Pflotsch oder bereits auf sauber geräumte Strassen. Ein zweiter Schneeschub in gleichem Ausmass trat am 14. ein. Halbschuhhoch standen wir nun im Schnee, jedoch knietief in der Wirtschaftskrise. Meteorologisch allerdings löste sich der Hochnebel um die Monatsmitte auf, und der Jura zeigte sich im feierlichen Raureifkleid. Im stadtnahen Wald blieben die Waldwege weiss, schliesslich aber wurden sie zu Eisflächen. Am 19. begann es zu regnen (sechs Liter pro Quadratmeter). Der Schnee schmolz dahin wie Butter an der Sonne. Die Höchstwerte der Temperatur lagen nun bis Monatsende immer über der Nullgradgrenze, mit einem Maximum am 23. (8,1 Grad). Ein wahres Sonntagsgeschenk war der 25., der sich von früh bis spät als sonniger Tag präsentierte und das Volk ins Freie lockte, wo es für die kommende neblige Woche bis zum Ende des Monats Kraft schöpfen konnte.


Februar 2009

Der Februar 2009 war ein sehr abwechslungsreicher Monat. Er hatte von eisiger Kälte bis zu frühlingshaften Temperaturen alles zu bieten. Während an der alpinen Ski-WM vom 2. bis 15. tagtäglich neue Sieger erkoren wurden, so gab es im Wettergeschehen des Monats eindeutig nur einen einzigen Sieger, nämlich Schnee und Kälte. Das Orkantief Quinten erschreckte uns am 10. vormittags mit Böenspitzen bis 94 Kilometer pro Stunde, fast so hoch wie die Windspitzen von Orkan Vivian im Februar 1990. Das ganze mittlere Monatsdrittel stach mit Temperaturwerten, die alle unter der Norm lagen, hervor. Am 17. schneite es recht ausgiebig (neun Zentimeter). Ein Winter wie früher, dachte man, bejubelt von den einen, verflucht von den andern. Hilflos bewegte sich der Individualverkehr auf den Strassen. Fünf Tage später liess der Winter nochmals recht eindrücklich seine schlechte Laune an uns aus. Aber für die Kinder war es nun endgültig das letzte Mal, dass sie Schneemannen bauen konnten, was doch in den vergangenen vier Monaten einige Male der Fall war. Vom 22. an stieg dann die Temperaturkurve kontinuierlich an und erreichte am letzten Tag des Monats ihr Maximum von 12,4 Grad. Nicht nur die Banker, sondern wir alle fingen an zu grübeln, ob nun wohl schon der Frühling kommen werde. Einige Kälteeinbrüche, die jeweils Nassschnee zu Eis und somit abgelegene Strassen und Waldwege zum Begehen gefährlich werden liessen, sowie das Monatsminimum am 19. mit minus 10,2 Grad brachten es fertig, dass der Monat gegenüber der Norm um 0,4 Grad zu kalt war. Die Sonne schien vor allem am Monatsanfang. Ganztägig wolkenlos war der 28., sodass daraus schliesslich eine überaus hohe Besonnung von 113 % gegenüber der Norm resultierte.


März 2009

Im März 2009 erwartete man nach dem harten Winter nun sehnsüchtig den Frühling, auch Lenz genannt. Das tönt nach Wohlfühlklima. Aber oha lätz, so war es dann nicht ganz!, denn der erste Frühlingsmonat war etwas gar verwirrt! Manchmal gab er sich als Winter (5. bis 7. und 23. bis 26 mit minus 4,1 Grad) oder als Frühling (15. bis 21., mit einer Maximaltemperatur von 15,8 Grad am 17.) oder als Herbst (am 31. mit hartnäckigem Hochnebel), ein richtiger Schlendrian, der mit uns Katz und Maus spielte. Er war 0,5 Grad zu warm, doch fielen doppelt so viel Niederschläge wie normal, vor allem in der ersten Monatsdekade, wobei am 5. der Regen in Schnee überging, der aber nur die höheren Lagen der Region weisselte. In der Niederschlagsperiode der letzten Monatsdekade wartete gelegentlich auch der Winter noch mit einem kurzen Intermezzo auf, sodass Jurahöhen wie die Stockmatt beim Benkerjoch wieder weiss waren. Entsprechend der langen Sonnenscheindauer an den Tagen vom 16. bis 22. hätten Frühlingsgefühle aufkommen können, die am 18. um 17 Uhr noch genährt wurden durch eine seltene Haloerscheinung am Himmel mit seinen Schleierwolken. Beidseits der Sonne zeigten sich noch zwei Nebensonnen, helle Flecken, eine Handbreite (22 Grad) links und rechts der Sonne, parallel zum Horizont, hervorgerufen durch Brechung und Spiegelung des Lichts an Eiskristallen. Doch die Hoffnung auf Frühling wurde immer wieder geschmälert durch kalte Biswinde. So wirbelten denn am 20., also am Frühlingsanfang, ein paar Schneeflocken durch die Luft. Sollten es die letzten sein? War dieser März ein vorgezogener launischer April? Hinterher wissen wir, dass es tatsächlich so war. Die Temperaturkurve verlief im Laufe des März auf und ab, und am Monatsende lagen die Temperaturwerte tagsüber sogar noch tiefer als zu Beginn des Monats. Die Besonnung betrug lediglich 82 Prozent der Norm. Wirklich warme Frühlingstage blieben aus.


April 2009

Der sonst als launisch verrufene April war 2009 ausserordentlich stabil. Er war einer der trockensten seit 1864. Nur am 16. nach einem Föhnzusammenbruch und einem enormen Kaltlufteinbruch mit starken Windböen am Nachmittag, sowie gegen das Monatsende mischelte der Regen ein bisschen mit. Aber mehr als 25 Liter pro Quadratmeter für den ganzen Monat waren es auch nicht, was lediglich 31 Prozent der Norm entspricht. Die Sonne sass vom 1. bis 26. fest im Sattel und schien mehr als einen Drittel länger als normal. Nur an Ostern (12.) muderte das Wetter ein bisschen. Weil dann noch die hohen Temperaturwerte dazu kamen, deren Mittelwert satte 3,6 Grad über der Norm lag, präsentierte sich der April als ein Monat im meteorologischen Wellness-Stadium, der wusste, was er der Sommerzeit, die Ende März begonnen hatte, schuldig war. Zwar begann er noch mit quälendem Hochnebel, aber schon am 3. abends liessen Cumulus-Wolken über dem Jura erahnen, dass nun Schönwetter im Anzug war. Davon profitierte auch die AMA, die am 5. ihre Tore schloss. Am 6. schien die Sonne während zwölf Stunden, und Aarau konnte mit 21,0 Grad die höchste Temperatur der Schweiz aufweisen. In diesem Stil ging es weiter, bis am 15. die monatliche Höchsttemperatur von 23,4 Grad erreicht wurde. Die Gartensitzplätze und Balkone konnten für den Sommerbetrieb eingerichtet werden, und im Kasinogarten sass und lag das Volk dicht gedrängt. Das sonnige Wetter brachte die Böden zum Austrocknen, und die Allergiker(innen) litten. Eine kurze wechselhafte, typische Aprilwetter-Phase traf dann doch noch ein. In der letzten Aprilwoche wurde es mit der Bise wieder etwas kälter (Minimum am 30. mit 2,5 Grad), und vom 27. bis 29. trug endlich ein wenig Regen zur Linderung der Trockenheit bei. Ein Monat wie ein Grand-Cru ging zu Ende.


Mai 2009

Der Mai 2009 war der zweitwärmste seit 145 Jahren (Aufzeichnung durch MeteoSchweiz). Er war sehr sonnig (110 Prozent der Norm) und 3,1 Grad zu warm gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1961 – 1990. Mit ihm ging auch ein sehr warmer Frühling zu Ende (siehe unten). Die Trockenheit machte der Landwirtschaft zu schaffen. Es fielen lediglich 86 Prozent der normalen Niederschlagsmenge. Zwar begann der Monat wechselhaft und kühl, was jedoch auf die Trinklust der Teilnehmer(innen) am Verbindungstag der Alten Kanti (2.) keinen negativen Einfluss hatte. So blieb das Wetter durchzogen, und der Stadtrat konnte in diesen Tagen den Hausarrest wegen der Schweinegrippe geniessen, bis dann auf einen Schlag am 7. der Sommer eingeläutet wurde. Es war der erste Sommertag des Jahres, das heisst, dass die Quecksilbersäule bis auf 25 Grad hinauf kletterte. Von da an wurde der Mai vom Wonnemonat zum Sommermonat. Bis zum 25. war er vom Einfluss subtropischer Winde geprägt. Die Eisheiligen schienen zu schlafen, nur die Sophie zeigte uns am 15. ihre kalte Schulter. Gelegentlich traten leichte Gewitterregen auf. Doch die grosse Besonnung hielt weit über den 21. (Auffahrt) hinaus an. Teilweise schenkte uns das Tagesgestirn während vierzehn Stunden seine Strahlen. Die Temperaturkurve steigerte sich immer mehr und erreichte am 25. ihre Spitze. Es war sage und schreibe 32,7 Grad warm. Diese Kulmination dürfte Seltenheitswert haben. Um unsern Uebermut zu dämpfen, folgte anderntags mit einem starken Gewitter, dessen 14 Liter pro Quadratmeter Niederschlag die Gartenbesitzer dankend entgegennahmen, ein Temperatursturz von rund 7 Grad. Die Temperaturen der letzten Monatstage bewegten sich nun nur noch um höchstens 20 Grad. Aber selbst dieses kühle Finale eines strahlenden Monats konnte nicht verhindern, dass der Frühling (März bis Mai) wie seine Vorgänger seit zwanzig Jahren viel zu warm war. Die lückenlos übernormal temperierten Frühlingsmonate seit 1988 sind auffällig. So etwas gab es seit Beginn der Messreihe im Jahre 1864 noch nie. Dies deutet doch auf eine Klimaerwärmung hin.


Juni 2009

Der Juni 2009 hatte den Charakter eines Wendehalses: etwas Regen, einmal viel Sonne, dann wieder weniger, ein Auf und Ab der Temperaturkurve, als Gesamtresultat dennoch ein gutes Ranking: 8 Prozent mehr Sonne als normal und nur 90 Prozent der Niederschlagsnorm. Er war auch „nur“ 1,2 Grad zu warm. Also alles in allem gar nicht so schlecht! Hätte sich das Juniwetter einer politischen Wahl zu stellen, so hätte es als gutes Mittelmass alle Chancen, gewählt zu werden. Zumal diesmal markante Höhenflüge und charakteristische Ereignisse wie zum Beispiel die Schafskälte um die Monatsmitte (Zeit der Schafschur) fehlten. Nach einem sommerlich warmen Monatsbeginn folgte vom 5. an ein mehrtägiger wechselhafter Witterungsabschnitt. Am 5. tauchte der Temperaturwert auf die tiefste Marke des Monats, nämlich 7,8 Grad. Der 6. war sehr nass (8 Liter pro Quadratmeter). Die Nachmittagstemperaturen blieben aber immer in angenehmem Bereich und erreichten ihr Monatsmaximum am 14. mit 30,1 Grad. Die sommerliche Periode dauerte aber nur bis zum 18., unterbrochen durch einen starken Gewitterregen am 15. (12 Liter pro Quadratmeter). Ein abrupter Wetterwechsel erfolgte am 19. mit ergiebigen Regengüssen (8 Liter pro Quadratmeter), als die Temperatur im Laufe des Nachmittags bis auf 16,5 Grad sank. Die kühlen Tage hielten an und erreichten
am 22. Nachmittagswerte von lediglich 15,0 Grad – und dies am Beginn des astronomischen Sommers! Nach den unternormalen Temperaturwerten ging es wieder rasant aufwärts. Den letzten Tag dominierte die Sonne mit aller Kraft, wie sich überhaupt gegen das Monatsende ein Aufwärtstrend zum Sommer erkennen liess. Die Temperatur brachte es noch auf 28,0 Grad. Von MeteoSchweiz wurden einige heisse Tage prognostiziert. Berechtigt war die Hoffnung auf einen sonnigen Maienzug (3. Juli).


Juli 2009

Gar nicht hochsommerlich war der Juli 2009. Die Temperatur erreichte gar nie 30 Grad. Ferienfreuden fielen oftmals ins Wasser. Am heissesten war es am 21., als der Temperaturwert auf 29,8 Grad stieg. Auch der Monatsbeginn zeigte sich von der wärmeren Seite und zudem noch mit viel Sonne. Die Aussichten für den Maienzug am 3. standen gut, und die Wetterprognose lautete günstig: „Sonnig, 28 bis 32 Grad, eventuell am Morgen gewitterhaft.“ Aber Gewitter sind unberechenbar, und so fielen nach drohendem Donnergrollen zwischen 14 und 15 Uhr mitten in die fröhliche Maienzuggesellschaft auf dem Schanzmätteli zwei Platzregen, jedoch beide nur von kurzer Dauer. Die Temperatur konnte sich bei 25 Grad halten. Allerdings lag ab 18 Uhr Melancholie über dem geschlossenen und immer noch etwas feuchten Festplatz. Vom 6.-8. war es häufig trüb, und das Quecksilber stieg nie mehr höher als 19 Grad. Diese trübe Juliphase ist seit 25 Jahren nicht ungewöhnlich. Das Freilichttheater beim Schlössli startete am 9. bei 14 Grad seinen Jules-Verne-Klassiker. An den folgenden Tagen blieb es kühl, dunkle Wolken wechselten mit blauem Himmel ab. Die Temperaturen waren überhaupt nicht sommertauglich, obwohl vorübergehend schwülwarme Luftmassen das bereits erwähnte Temperaturmaximum bewirkten (am 21.). Am 14./15. fielen 55 Liter Regen pro Quadratmeter, was ein Drittel der ganzen Regenmenge im Juli ausmachte, die überdurchschnittlich war. Nur die letzte Juliwoche war sehr sonnig. Dennoch blieb die Besonnung im Juli 16 Prozent unter der Norm. Der Monat war 0,4 Grad zu warm. Auch ohne hochsommerliche Temperaturen entstanden in der schwülwarmen Luft häufig Gewitter, am 23. sogar mit Hagelschlag, der aber bei uns zum Glück nur gering war, da Aarau am Nordrand der Zugbahn des Hagelgewitters lag, das andernorts starke Schäden anrichtete.


August 2009

Erst im August 2009 setzten die ersten Sommertemperaturen ein. Die Sonne zeigte noch einmal so richtig, was sie kann. Es war einer der wärmsten Monate August, wie schon 1947, 1983, 1994 und dann vor allem 2003. Den Hitzerekord stellte der 20. mit 32,8 Grad auf. So war dann schliesslich der August 2,1 Grad zu warm, und die Besonnung lag bei 139 Prozent der Norm. Er kompensierte den wechselhaften Wetterablauf seiner beiden labilen Vorgänger Juni und Juli, sodass im ganzen Sommer doch noch 20'000 Gäste mehr als im Vorjahr die Badi besuchten. Am Bundesfeiertag hätte das Morgenrot eigentlich nichts Gutes verheissen sollen, doch dann versank der Tag im Strahlenmeer, so wie es uns die Nationalhymne singen lässt. Der einzige „Nebel“, der abends über der Stadt lag, stammte von den privaten Feuerwerken. Anderntags fielen 11 Liter Regen pro Quadratmeter, und ein starker Gewitterregen am 8. nachmittags brachte nochmals 28 Liter. Vereinzelte schwache Gewitter gossen noch etwas Regen aufs Land, doch blieb die Regenmenge mit 51 Prozent der Norm gering. Die kurzen, aber heftigen Gewitterregen genügten aber, dass man bei Waldspaziergängen immer wieder auf viel Geschwemmsel und ausgeschwemmte Pfade stiess. Sonnendurchflutet waren die Tage vom 4.-7., und am 15. kam der Sommer zum ersten Mal auf Hochtouren. Doch im letzten Monatsdrittel schien sich bereits der Herbst anzukündigen. Der klimatologische Sommer und die Hundstage waren zu Ende! Die Morgentemperaturen fielen bis auf 6,0 Grad (am 30.), sodass sich tägliche Temperaturdifferenzen bis zu zwanzig Grad ergaben. Man wechselte vom Pullover am Morgen zum T-Shirt am Nachmittag. Der Monat verabschiedete sich würdig. Der 31. schien der letzte schöne Sommertag gewesen zu sein.


September 2009

Knallhart setzte sich der September 2009 am 1. mit einer Rekordtemperatur von 30,3 Grad in Szene. Der erste Herbsttag blieb dem Sommer nichts schuldig. Doch am folgenden Tag kippte das Wetter schon wieder um, bis dann am 5. für sechs Tage das richtige „Kaiserwetter“ ausbrach. „Kaiserwetter“ deshalb, weil zur gleichen Zeit (3.-6.) im Jahre 1912 Kaiser Wilhelm II bei Prachtswetter in der Schweiz weilte. Wie gemacht für die Pferderennen im Schachen war der Bilderbuch-Sonntag vom 6. Auch der Ortsbürger-Umgang im Binzenhof (am 12.), erstmals zusammen mit den Rohrern, profitierte von den trockenen Tagen, auch wenn es nun schon bedeutend kühler wurde und auf der Barmelweid die ersten Herbstzeitlosen den Herbst ankündigten. Die Tagesmaxima der Temperatur sanken im Verlauf des Monats von 30 auf 20 Grad. Am 6. frühmorgens betrug die Temperatur nur noch 4,3 Grad (Monatsminimum), stieg dann aber auf 20,2 Grad an. Ab Monatsmitte begann es bereits zu herbstelen. Hochnebel machte sich bemerkbar. Der Bachfischet-Abend (18.) war bei bedecktem Himmel angenehm mild und trocken. Seit zwei Wochen hatte es - mit Ausnahme des 17. und 20. (mit je 4 Liter pro Quadratmeter) - nie mehr geregnet. Dann blieb der Monat ab 21. niederschlagsfrei, was zu einem grossen Niederschlagsdefizit führte (nur 43 Prozent der Norm oder insgesamt 36 Liter Regen pro Quadratmeter). Von sonnigen Spätsommertagen profitierten der Läset im Aarauer Rebberg in Herznach (24.), der MAG (24.-27.), der Match FCA gegen FCB (26.), die Pferderennen (27.) und die Stadtratswahlen (27.). Im letzten Monatsdrittel lagerte der altbekannte vormittägliche Hochnebel über dem Land. Die Nachmittagstemperaturen waren relativ warm. Der Altweibersommer (ab 20.) tat seinem Namen alle Ehre. Am hellen Nachthimmel zogen Mond und Jupiter als nahestehendes Pärchen ihre Runden. Die Bilanz des Monats: leicht übernormale Besonnung, 1,4 Grad zu warm und viel zu trocken.


Oktober 2009

Zu Beginn des Oktobers 2009 setzten die Temperaturen nochmals zu einem Höhenflug an. Am 7. stieg das Quecksilber auf 26,7 Grad. Es war eines der höchsten Oktobermaxima seit fast fünfzig Jahren. Ein Prachtstag für T-Shirts und Flipflops. Abends jedoch war es schon recht kühl. Neues Motto: Am Nachmittag Polohemd und abends Langarmpullover! Zum ersten Mal seit achtzehn Tagen schlich sich am 5. sanft und leise leichter Regen ein. Aber es war nur ein kurzes Memento, um zu beweisen,dass es ihn überhaupt noch gibt. Zur Besichtigung des wegen Reinigungsarbeiten entleerten Kanals bei der alten Badi kamen die Neugierigen im sommerlichen Tenue (am 7.), doch dann sorgte ein Tief für fortschreitende Abkühlung und häufige Niederschläge. Der Spätsommer blieb endgültig Vergangenheit. Der 10. entschied sich erstmals seit langem wieder für stärkere Regenfälle, nämlich 11 Liter pro Quadratmeter, was mehr als einem Viertel der gesamten Oktober-Regenmenge entsprach. Schliesslich wurde am 20. temperaturmässig mit minus 2,5 Grad der Tiefpunkt erreicht. Die erste Frostnacht konnte dem 15. zugeschrieben werden. Die Alpenpässe wurden am 12. zum ersten Mal verschneit (bis 30 Zentimeter Schneehöhe) – nur fünf Tage nach einem der wärmsten Oktobertage! Tagsüber bewegten sich die Temperaturwerte nun nur noch zwischen 7 und 15 Grad. Diese 15 Grad konnten der letzten Oktoberwoche zugeschrieben werden, als es wieder etwas milder und sonniger wurde. Letzteres allerdings erst nach Auflösung der üblichen Morgennebel. Die Besonnung erreichte im ganzen Monat immerhin 110 Prozent des Normalen, es regnete nur halb so viel wie normal, und die Temperaturen entsprachen dem Durchschnitt.


November 2009

Im November 2009 fand der ohnehin schon milde Herbst seine Fortsetzung. Dieser Monat war 2,9 Grad zu warm und lieferte den Hauptanteil der positiven Temperaturabweichung dieses Herbstes (September-November). In der 145-jährigen meteorologischen Messreihe traten die drei wärmsten November in den letzten fünfzehn Jahren auf. Die Tendenz scheint tatsächlich in Richtung wärmere Zeiten zu gehen! Zudem wies der wärmste Tag mit 15,4 Grad (17.) eine Temperatur auf, die im November höchst selten vorkommt. Restaurantbesucher wurden nach draussen gelockt! Ferner lagen die Minimaltemperaturen nur knapp unter dem Gefrierpunkt, nämlich am 12. und am Monatsende, als der kommende garstige Winter zum ersten Mal seine schlechte Laune an uns ausliess, allerdings nur mit einer dünnen Schneedecke. Immerhin waren am Abend des 30. Hausdächer und Wiesen weiss angefärbt. Die Niederschläge in Form von Regen verteilten sich auf den ganzen Monat, sodass ein Viertel mehr Regen fiel als normal. Starke Südwestwinde am 4. mit Böen bis über 60 Kilometer pro Stunde schüttelten noch das letzte Laub von den Bäumen, ebenso am 24. Feuchte milde Luft und immer wieder sonnige Abschnitte prägten den Monat, sodass es zu einem Besonnungsplus von 19 Prozent reichte. Ein angenehmer sonniger Tag empfing verdienterweise die neue Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer am Bahnhof (am 25.). Positiv für das menschliche Empfinden war, dass dem Monat die Tage mit Hochnebel fast ganz fehlten. So war der November ein gefälliger Monat, allerdings ohne Martinisommer am 11., der zu den kältesten Tagen zählte. Und wir alle hatten die Frage auf den Lippen: „Wann endlich kommt der Winter?“ – der Winter, der uns dann in der Folge so richtig in die Zange nehmen sollte.


Dezember 2009

Das erste Stelldichein des Winters während des Monatswechsels zum Dezember 2009 war mit nur einem Zentimeter Neuschnee kurz und zögernd. Schon tagsüber am 1. fiel kein Schnee mehr, und die Landschaft präsentierte sich gesprenkelt in weiss-grün. Schliesslich war der Schnee am 2. wieder verschwunden. Regen wechselte ab mit Sonne. Die Fernsicht zum Alpenkranz war ausserordentlich klar. Die Tagestemperaturen dümpelten einige Grade über dem Gefrierpunkt dahin, sanken nachts selten darunter, gelegentlich fiel etwas Regen, und die Sonne liess sich hie und da blicken, von Schnee aber keine Spur! Eigentlich ein langweiliges Wetter für den ersten Wintermonat. Der Starkregen (15 Liter pro Quadratmeter) in der Nacht zu Mariae Empfängnis am 8. war auch nicht gerade ermunternd. Zum Trost spendete uns der 9. einen Tag mit maximaler Sonnenscheindauer von 5,5 Stunden. Fast hätten sich während des Tages der im Abnehmen begriffene Halbmond und die Sonne noch begegnet! Nach diesem kurzen Zwischenhoch blieb es wieder regnerisch, bis sich dann am 14. der erste Eistag (Temperatur immer unter null Grad) meldete. Von da an wurde es immer kälter, bis schliesslich am 20. frühmorgens minus 14,9 Grad erreicht wurden. Zwischen 20 und 22 Uhr fiel der zweite Schub Schnee in diesem Winter mit 12 Zentimeter Schneehöhe. Aber schon während des Folgetages bewirkten starke Südwestwinde mit Böenspitzen bis gegen 50 Kilometer pro Stunde eine starke Wärmezufuhr. Diese Wärme ersetzte das Schneeschaufeln, denn innert 55 Stunden war alles weggeschmolzen. 7,5 Grad zeigte das Thermometer am 23., und auch die Nachttemperaturen fielen gelegentlich nur noch knapp unter null Grad. Weihnachten (25.) lag ganz im Plusbereicht (bis 7,0 Grad), nachmittags heiterte uns kurz die Sonne etwas auf. Aprilwetter an grüner Weihnacht! Kompensierend wirkte der Stephanstag mit seinem strahlend blauen Himmel. Wechselhaftes Wetter mit übernormalen Temperaturwerten und mit dem Monatsmaximum am regnerischen 30. (8,9 Grad) beendeten das Jahr, das landesweit wiederum 1,2 Grad zu warm war. Mit dem „Blue Moon“ (zweiter Vollmond in diesem Monat) hinter Wolken rutschte man in die Silvesternacht. In Aarau war der Dezember 0,5 Grad zu warm, und die Besonnung war ein Viertel höher als normal. Die Niederschlagsmenge betrug 121 Prozent der Norm.

letzte Aktualisierung: 08 Jan 2012

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